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Hallo liebe Waffen-Welt Nutzer,

wie sicher die Meisten mitbekommen haben dürften, war das Forum einige Zeit nicht erreichbar.
Der Auslöser hierfür war ein defektes Update. Ich musste hier einige Dinge per Hand korrigieren, wozu ich allerdings vor Weihnachten keine Zeit mehr hatte.

Des weiteren bitte ich darum, dass alle Nutzer ihr Passwort neu setzen, bzw. ändern.
Grund hierfür ist ein Hacker-Angriff welcher schon eine Zeit zurück liegt. Hier wurde eine Sicherheitslücke in der vBulletin Software ausgenutzt.
Betroffen davon waren so ziemlich alle existierenden vBulletin Foren weltweit.
Dank einiger Nutzer wurde mir mitgeteilt dass auch von uns hier EMail-Adressen und die verschlüsselten Passwörter gestohlen wurden.
Um hier also auf Nummer sicher zu gehen, bitte ich darum eure Passwörter zu ändern.
Laut vBulletin sollen die Sicherheitslücken nun geschlossen sein.

Euer Passwort könnt ihr hier ändern: https://waffen-welt.de/settings/account

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
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Ach! Dat is ne Dampfmaschin...

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    Ach! Dat is ne Dampfmaschin...

    ….war mein erster Eindruck als ich das Model FN 1900 in die Hand nahm. Ihre recht urige Form machte mich ein wenig neugierig….wie immer eigentlich.

    Mittels eines Vertrages zwischen Browning und des belgischen Waffenherstellers FN, sicherten sich die Belgier das Recht Browning Selbstladepistolen in Europa herzustellen und in den Handel zu bringen.

    Das Model FN 1900 war das erste Projekt, was John Moses Browning für FN nach Vertragsabschluss entwickelte. Mit diesem Model begann auf dem Kontinent der Anfang einer der erfolgreichsten Produktion von Selbstladepistolen. Sie setzte sich mit weiteren Modellen bis Mitte des 20. Jahrhunderts uneingeschränkt fort.

    Das Model FN 1900, kein Meisterstück auf den ersten Blick könnte man mit der Arroganz des 21.Jahunderts meinen. Aber nach einer Portion Pommes und auf den zweiten Blick eine Waffe, die doch einige Besondertheiten in sich birgt und letztendlich die erste, wirklich verwendbare, Taschenpistole war (Bild 1).

    Besonderheiten, die den Puristen unter uns an den Waffen der heutigen Zeit schmerzlich fehlen (ihre Zweckmäßigkeit sei da in Frage gestellt).

    In der Reihe meiner persönlichen Schusstests begleitet mich diesmal folgende Pistole:
    - Fabrique Nationale d´ Armes de Guerre Model 1900, Kaliber 7,65 Browning

    Eine Pistole, die durch ihre kompakte Bauweise ins Auge stach. Als Taschenpistole sowie als Dienstwaffe fand sie ihre Abnehmer. Hauptsächlich für den zivilen Markt hergestellt, wurde sie aber auch als „Offizierspistole“ in die belgische Armee eingeführt. Auch belgische Polizeieinheiten führten dieses Model. Weitere Armeen schlossen sich an und erhoben das Model 1900 in den Stand der Ordonanzwaffe.

    Entwickelt um 1899 und ab 1900 hergestellt, wurde sie bis 1912 bei FN produziert. Ihr gefertigte Stückzahl überstieg in diesem Produktionszeitrahmen weit die 500000der Marke.

    Technische Daten:
    Kaliber: 7,65 Browning
    Lauflänge: 101mm
    Magazinkapazität: 7 Patronen
    Gesamtgewicht: 620 gr.
    Gesamtlänge: 170mm
    Gesamtbreite: 29mm

    Die Selbstladepistole mit Masseverschluss, starrem Lauf und innen liegendem Schlagbolzenschloss verfügt über eine über dem Lauf liegendenden Verschlussrückholfeder. Ein besonderes Feature ist, dass diese Feder gleichzeitig über einen Hebel den Schlagbolzen spannt. Somit befindet sich nur eine zentrale Feder in der Waffe (Bild 2a).

    Dieser Hebel zeigt zusätzlich den Spannzustand des Schlosses an, indem er für den Schützen sichtbar ist. Ist die Waffe nicht gespannt, so ragt der Hebel in das Kimmeblatt hinein und verhindert das Visieren. Im gespannten Zustand liegt der Hebel parallel zur Visierlinie (Bild 2b).

    Durch die über dem Lauf liegende Verschlussfeder befindet sich der Lauf mit dem Patronelager in einer sehr tiefen Lage. Dadurch wirkt die Waffe sehr ausgewogen und lässt auch den schnellen, ungezielten Schuss zu. Allerdings ist durch diese Konstruktion die Magazinkapazität begrenzt. Bei anderer Konstruktion wäre eine Kapazitätserhöhung um mindestens 2 Patronen möglich (Bild 3).

    Dennoch sind das Grundprinzip der Konstruktion sowie die Abzugvorrichtung bis in die heutige Zeit beibehalten worden.

    Eine gut ausgeprägte starre Visiereinrichtung ermöglicht ein genaues Zielen auch auf größere Distanzen, was die Pistole, neben der damals recht leistungsstarken Patrone, auch den Weg in die staatlich bewaffneten Organe finden ließ.

    Die Magazinentnahme erfolgt über einen recht „filigranen“ Magazinhaltehebel, der sich am Magazinschacht befindet und in Schussrichtung betätigt wird (Bild 4a).

    Zu den Sicherungselementen gehört ausschließlich eine auf der linken Rahmenseite befindliche Sicherung, die im gesichertem Zustand den Abzug sperrt. Über eine Magazinsicherung und einen Verschlussfang verfügt die Waffe nicht (Bild 4b).

    Das Zerlegen der Waffe gestaltet sich als etwas komplizierter als wie wir es gewohnt sind. Um den Verschluss (der ja eigentlich ein Kastrat ist, da sich das Schloss im Griffrahmen befindet) vom Griffstück zu trennen, müssen zwei, auf der linken hinteren Verschlussseite befindliche Schrauben, gelöst werden. Ohne Werkzeug (Schraubendreher) ist das Zerlegen nicht möglich (Bild 5a).

    Nach dem Entfernen der Schrauben, kann der Verschluss von der Waffe geschoben werden und die oben liegende Verschlussfeder und der Übertragungshebel werden sichtbar. (Bild 5b).

    Nach dem lösen der Feder aus der Halterung am Griffstück wird nun das Schloss aus dem Griffstück geschoben (Bild 5c).

    Der nun freiliegende Schlossmechanismus weist Ausziehkralle, Schlagbolzen sowie die Rückholfeder auf (Bild 5d).

    Die Baugruppen bestehen aus Griffstück mit Lauf, Schloss, Verschluss sowie dem Magazin und den beiden „Zerlegeschrauben“ (Bild 5e).

    Für den Schusstest verwendete Munition:
    Für den Schusstest verwendete ich Handelsübliche 7,65mm Munition von GeCo (Bild 6).

    Das Schussprogramm für die Waffe so wie folgt aus:
    5 Schuss durch das Messgerät
    Entfernung 2mtr.
    V2 = 270m/s
    E2 = 172 Joule

    5 Schuss zur Feststellung des Haltepunktes
    Entfernung 15mtr. /
    Haltepunkt Spiegel aufsitzen lassen

    20 Schuss nach Haltepunkt
    Entfernung 15mtr.

    Auswertung Mod. FN 1900:
    + Rückstoss sehr ausgewogen, schnelle, erneute Zielaufnahme möglich
    - Abzug zu hart, behindert den präzisen Schuss
    + Gute Visierung, leichte Zielauffassung
    + mäßige Handlage, die sich im Schuss aber nicht auswirkte
    + Verschluss beim Fertigladen gut bedienbar
    + Keine Probleme mit der verwendeten Munition

    Gesamtpunkte von 6 möglichen:
    Mod.1900 = 5 Punkte

    Persönliches Fazit:
    Der etwas zu kurze Griff erweist sich als sehr gewöhnungsbedürftig. Allerdings erfüllt er vorrangig den Taschenpistolenstatus. Außerdem ist der Rückstoß so gering, dass die Waffe überhaupt keine Anstalten macht, sich aus der Umklammerung zu befreien.

    Das Fertigladen der Pistole geht erstaunlich gut. Die zwar nur wenig vorhandenen, am Verschluss befindlichen Fingerrillen, lassen sich durch seitliche Ausprägungen hervorragend fassen.

    Der zwar trocken auslösende Abzug ist aber von einer Betonhärte. Der präzise Schuss ist somit nur schwerlich durchzuführen. Dennoch ist das Ergebnis akzeptabel für die gewählte Distanz (Bild 7).

    Eine über hundert Jahre alte Konstruktion. Erstaunlich in seiner Handhabung und Funktion. Wenn auch die oben liegende Verschlussfeder der Waffe eine höhere Bauart und dazu eine hohe Visierlinie verleiht, so kann man sich mit der Waffe durchaus anfreunden und unter dem Strich auch ihren Erfolg nachvollziehen.

    Was mich nur immer wieder wundert ist, dass bei den außerordentlich hohen Produktionszahlen der Waffenhersteller um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert, ein unglaublicher Faustfeuerwaffenbedarf bedient wurde. Zählt man nur die Browning Modelle 1900; 1903; 1910; 1910/22 zusammen, kommt man auf eine astronomisch hohe Anzahl an Schusswaffen….und vor allem, wo sind die alle geblieben?
    Angehängte Dateien
    Gruß
    J.W.
    Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
    und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
    J.W.

    #2
    Danke John Wayne. Wieder Mal was dazu gelernt... Wie immer super erzählt.

    Zitat von John Wayne Beitrag anzeigen
    Was mich nur immer wieder wundert ist, dass bei den außerordentlich hohen Produktionszahlen der Waffenhersteller um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert, ein unglaublicher Faustfeuerwaffenbedarf bedient wurde. Zählt man nur die Browning Modelle 1900; 1903; 1910; 1910/22 zusammen, kommt man auf eine astronomisch hohe Anzahl an Schusswaffen….und vor allem, wo sind die alle geblieben?
    Machen wir uns nichts vor, die meisten sind immer noch da...

    Kommentar


      #3
      Vielen Dank für diesen spannenden Bericht. Ich hatte mich schon immer gewundert, wozu die beiden nebeneinanderliegenden Schrauben wohl gut sind, nur wagte ich nie, die entsprechende Frage zu stellen...

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        #4
        Hi wozzi, Hi Philippe,

        Zitat von wozzi Beitrag anzeigen
        ...Machen wir uns nichts vor, die meisten sind immer noch da...
        @wozzi
        Vielen Dank
        ...Du hast recht, ich habe gerade noch mal gezählt...sind noch alle da

        Zitat von Philippe Beitrag anzeigen
        ...wozu die beiden nebeneinanderliegenden Schrauben wohl gut sind
        @Philippe
        Vielen Dank
        ...genau die haben mich auch in Erstaunen versetzt.
        Gruß
        J.W.
        Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
        und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
        J.W.

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