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Hallo liebe Waffen-Welt Nutzer,

wie sicher die Meisten mitbekommen haben dürften, war das Forum einige Zeit nicht erreichbar.
Der Auslöser hierfür war ein defektes Update. Ich musste hier einige Dinge per Hand korrigieren, wozu ich allerdings vor Weihnachten keine Zeit mehr hatte.

Des weiteren bitte ich darum, dass alle Nutzer ihr Passwort neu setzen, bzw. ändern.
Grund hierfür ist ein Hacker-Angriff welcher schon eine Zeit zurück liegt. Hier wurde eine Sicherheitslücke in der vBulletin Software ausgenutzt.
Betroffen davon waren so ziemlich alle existierenden vBulletin Foren weltweit.
Dank einiger Nutzer wurde mir mitgeteilt dass auch von uns hier EMail-Adressen und die verschlüsselten Passwörter gestohlen wurden.
Um hier also auf Nummer sicher zu gehen, bitte ich darum eure Passwörter zu ändern.
Laut vBulletin sollen die Sicherheitslücken nun geschlossen sein.

Euer Passwort könnt ihr hier ändern: https://waffen-welt.de/settings/account

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
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Alles Schrott...

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    Alles Schrott...

    ...nur weil es keine bekannte Markenware ist? Was zu beweisen wäre….

    In den 1970er Jahren tobte der Kampf zwischen den Waffenherstellern in Europa. Polizei, Armee und Zivilmarkt wollten mit Revolvern versorgt werden, die dem Aussehen, der Leistung und Qualität den amerikanischen Vorbildern trotzten. U.a. wagten sich die Waffenhersteller Brünner; LLAMA und ASTRA an dieses herausfordernde Projekt.

    Während LLAMA und ASTRA schon Erfahrungen im Revolverbau gesammelt hatten, war es für die Tschechen nahezu Neuland. Dennoch stellten sie sich dem Markt. Ebenso auch der Kaliberpalette, die von der beliebten .38Spezial über die .22lfb hin zur Leistungsstarken .357 Magnum reichte. Wobei letztere, aufgrund ihrer Seltenheit in Europa, hohe Qualitätsansprüche an Ihre Hersteller stellte (Bild1).

    In der Reihe meiner persönlichen Schusstests haben mich diesmal folgende Revolver begleitet:

    - CZ Modell GRAND, 4 Zoll, Kaliber .38 Spezial, Baujahr 1970er Jahre
    - LLAMA Modell MARTIAL, 4 Zoll, Kaliber .38 Spezial, Baujahr 1970er Jahre
    - ASTRA Model 960, 4 Zoll, Kaliber .38Spezial, Baujahr 1970er Jahre

    Anfang 1970 stellte die Firma CZ das Revolvermodel GRAND her.
    Eingerichtet für das Kaliber .22lfb; .38Spezial; .357Magnum mit den Lauflängen 2`, 4` und 6 Zoll. Ausgerichtet an dem Colt Officers mit freiliegender Ausstoßerstange und identischer Trommelverriegelung (Bild 2).

    Ebenfalls lag ein Modell des spanischen Herstellers LLAMA vor. Der LLAMA MARTIAL. Basierend auf den Smith & Wesson Military & Police Modellen in den Kalibern .22lfb (nur in 6 Zoll); .38Spezial (in 4 + 6 Zoll) und .357 Magnum (nur in 4 Zoll). Hergestellt von 1969 – 1977 (Bild 3).

    Auch der spanischer Waffenhersteller ASTRA wartete mit einem Revolvermodel auf. Dem ASTRA Mod. 960 im Kaliber .38Spezial, der in der 4 Zoll Version in den Polizeidienst eingeführt wurde, sowie mit einer 6 Zoll Ausführung die mehr dem Zivilmarkt vorbehalten war (Bild 4).

    Allgemeine Merkmale:
    Während sich das CZ Model eines schmalen Hahnsporns, des damals typischen Schlagbolzen im Hahn und des Riegelblocksystems bedient, besitzen der LLAMA einen Target-Hahnsporn (extra Breit) und der ASTRA einen mittelbreitem, anatomisch geformten Hahnsporn, mit jeweils einen im Rahmen integrierten Schlagbolzen und Transferstollensystem (Bild 5 a).

    Die jeweiligen Ausstoßerstangen der Revolver sind beim CZ Model freiliegend, beim LLAMA arretiert und beim ASTRA 960 arretiert und eingefasst.

    Alle drei Revolver verfügen über verschieden hohe Rampenkorne (Bild 6 B,D,F).
    Das CZ Model ist mit einer starren Visierung, der Llama und Astra Revolver sind mit einer in Höhe und Seite verstellbaren Visierung ausgestattet, wobei sich das Visier des ASTRA Revolvers ganz deutlich an dem der S&W Revolvermodelle orientiert (Bild 6 A,C,E).

    Bei den Griffgrößen hat man bei allen drei Revolvern die schmalen Griffschalen gewählt. Alle sind mit eingelassenen Medaillons mit Logo des Herstellers versehen (Bild 7 A,B,C).

    Die Rahmen weisen im vorderen Bereich des Abzugbügels interessante unterschiede auf. Hat das Modell MARTIAL den klassischen eckigen Rahmenabschluss, so sind beim CZ Model eine leichte und beim ASTRA eine sehr ausgeprägte (untypische) Rundung zu erkennen, die sich über den Abzugbügel fortsetzt. Der Grund dieser Rundung ist, dass der Revoler so wesentlich schneller aus dem Holster zu ziehen ist. (Bild 7 D,E,F).

    Interessant ist, dass der GRAND über eine weitere Trommelverriegelung, neben der im Stoßboden verfügt. Im oberen Teil des Trommelkrames befindet sich eine Klinke, die sich beim schließen der Trommel im inneren Teil des Rahmens zusätzlich verriegelt. Diese Klinke wird durch den Trommelschieber, über eine im unteren Teil des Rahmens verlaufende Welle, betätigt. Dadurch wird allerdings (gefühlt), dass entriegeln der Trommel schwerer (Bild 5 B+C).

    Erwähnenswert sei, dass der ASTRA 960 sich in einigen Elementen stark an dem frühen Model 19 ( siehe Thread: http://www.waffen-welt.de/showthread.php?t=3805 ) orientiert. Er hat z.B. die Trommelkammern ebenfalls angesenkt, so das Patronenboden und Trommelenden auf einer Ebene sind.

    Technische Daten der CZ GRAND; LLAMA Martial; ASTRA 960:
    Gesamtlänge : 234mm; 223mm; 245mm
    Lauflänge : 102mm; 102mm; 102mm
    Kaliber : .38Spezial; .38 Spezial; .38 Spezial
    Magazinkapazität : 6 Patronen; 6 Patronen; 6 Patronen
    Visierlänge : 145mm; 150mm; 155mm
    Gewicht : 810gr; 890gr; 1110gr

    Die Leistungsdaten der Patrone .38Spezial:
    Hülsenlänge : 29,35mm
    Geschossgewicht : 10,2gr.
    Mündungsgeschwindigkeit (Vo) : 330m/s
    Energieabgabe (Eo) : 550 J.
    Entwickelt : 1905 Smith & Wesson

    Folgende, Munition habe ich verwendet:
    Wiedergeladene Munition, Hülse GeCo, 4,5grs N320, Geschoss .357/158grs Blei vekupfert. OAL : 37,10mm …und das ging gründlich in die Hose…

    Diese Patrone ließ sich nicht in die Trommel des CZ GRAND laden. Somit musste ich den Versuch abbrechen und auf Fehlersuche gehen.

    Resultat : Die Trommel des CZ besitzt eine so enge Passform, dass sich eine nicht ganz bis zum Ende durchkalibrierte Hülse und eine Patrone deren OAL über 37mm liegt, nicht laden lässt.

    Somit verwendete ich bei Neuaufnahme des Tests für die CZ folgende Munition:
    GeCo .38Spez/148grs WC OAL 29,35mm u. Winchester .38Spez/148grs Blei Rundkopf OAL 36,90mm.

    Das Schussprogramm für die Revolver sah so wie folgt aus:
    Entfernung 15 Meter :
    - 5 Schuss, Spiegel aufsitzen lassen
    - Feststellung der Treffpunktlage
    - 5 Schuss nach Haltepunkt

    Abschlußscheibe Entfernung 15 Meter :
    - 5 Schuss je Waffe
    GRAND rot, LLAMA gelb, ASTRA grün markiert (Bild 8).

    Auswertung CZ GRAND:
    - Gewicht und Rückschlagenergie sind nicht ausgewogen
    + guter, trockener Abzug – Spannabzug mit sehr kurzem Hahnweg
    + starre Visierung, die ein schnelles Zielauffassen zulässt
    + Gute Handlage
    - Trommellauf ungleichmäßig, spürbaren Unterschiede beim spannen des Hahns
    - zu schweres Öffnen der Trommel und entnehmen der Hülsen

    Auswertung LLAMA MARTIAL:
    + Gewicht und Rückschlagenergie sind ausgewogen.
    - zu schwerer SA Abzug, Spannabzug schwer
    + gut Visierung mit markierter Kimme, die ein schnelles Zielauffassen zulässt
    + Gute Handlage
    + Trommellauf gleichmäßig, keine spürbaren Unterschiede beim spannen des Hahns
    + Keine Probleme beim Öffnen und Laden der Trommel

    Auswertung ASTRA 960 (Bild 8):
    + Gewicht und Rückschlagenergie sind ausgewogen.
    + guter, trockener Abzug – Spannabzug gut
    + gute Visierung, die ein schnelles Zielauffassen zulässt
    - schlechte Handlage
    + Trommellauf gleichmäßig, keine spürbaren Unterschiede beim spannen des Hahns
    + Keine Probleme beim Öffnen und Laden der Trommel

    Gesamtpunkte von 6 möglichen:
    CZ GRAND = 3
    LLAMA MARTIAL = 5
    ASTRA 960 = 5

    Persönliches Fazit:
    Als Schrott kann man diese Waffen nun wirklich nicht bezeichnen. Sie sind in vielen Beleangen gleichwertig wie ihre Vorbilder und keiner muss sich für seine Produktion verstecken.

    Das Model GRAND besticht durch seine Führigkeit aufgrund seiner unkomplizierten, schlanken Bauweise. Der frei liegende Ausstoßer wirkt aber irritierend für den praktischen Einsatz. Das Laden der Trommel war mit wiedergeladner Munition nicht möglich. Die leeren Hülsen ließen sich nach dem Schießen nur mit Mühe aus der Trommel entfernen. Über einen solchen Mangel tröstet auch nicht ein brauchbarer SA- und ein Spannabzug mit recht kurzem Hahnweg hinweg.

    Der LLAMA MARTIAL wiederum stellt sich durch sein Mittelgewicht und seine Optik als „echter“ Gebrauchsrevolver seiner Zeit dar. Ebenfalls schlank, mit guter Handlage durch back- und frontstrabs sowie dem schmalen, kantigen Griff ist er das Ergebnis des durchdachten (allerdings Kopierten) Revolvers, dessen Abzug aber überarbeitet werden muss.

    Als echtes Schwergewicht tritt der ASTRA in Erscheinung. Den Rahmen eine Nummer größer, die Trommel gewichtiger und den Lauf mit Ausstoßergehäuse versehen, zollt seiner behebigkeit. Ausgewogen, aber vom Griffgefühl schlechter als der LLAMA, verfügt er über ein präzises Abzugsystem sowohl vorgespannt als auch im Spannabzugmodus. Die Trommel ist angesenkt und lässt sich aufgrund des Gewichtes satt schließen, so wie es von den frühen Smith & Wesson Modell 19 Revolvern bekannt ist.

    Für mich persönlich ist der LLAMA Martial ein echter Gewinner, auch trotz des schlechten Abzuges. Absolutes Schlusslicht, und davon bin ich wirklich überrascht, ist der CZ GRAND.
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von John Wayne; 02.03.2012, 09:35.
    Gruß
    J.W.
    Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
    und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
    J.W.

    #2
    Wirklich interessant! Und ich unternehme nochmals einen Vorstoß: Wie kann ein einzelner Mensch über derart viele Kurzwaffen verfügen?? Ich überlege seit Monaten, wie ich mein 2er-Kontingent dieses Jahr am sinnvollsten belege und seiner einer zieht 14-tägig 3 andere Waffen aus der Kiste -nicht, dass ich neidig wäre ;-) Sammler scheidet aus, dafür sind die Waffen zu unterschiedlich. Bleibt Waffensachverständiger oder Händler ? Klärst Du mich auf?

    Viele Grüße
    Camouflage
    Mitglied: RSUKp RP, VdRBw, BDMP

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      #3
      Zitat von Camouflage Beitrag anzeigen
      Wirklich interessant! Und ich unternehme nochmals einen Vorstoß: Wie kann ein einzelner Mensch über derart viele Kurzwaffen verfügen?? Ich überlege seit Monaten, wie ich mein 2er-Kontingent dieses Jahr am sinnvollsten belege und seiner einer zieht 14-tägig 3 andere Waffen aus der Kiste -nicht, dass ich neidig wäre ;-) Sammler scheidet aus, dafür sind die Waffen zu unterschiedlich. Bleibt Waffensachverständiger oder Händler ? Klärst Du mich auf?

      Viele Grüße
      Camouflage
      Es gibt auch Sammler mit roten WBKs für mehrere Sammelgebiete, ich kenne selbst einen Sammler der 5 rote WBKs besitzt.

      Gruß

      Michael
      sigpic

      “The 10mm Auto retains more kinetic energy at 100 yards than the .45 ACP has at the muzzle”

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        #4
        @ John Wayne

        Vielen Dank für diesen interessanten Bericht! Diese drei Revolvermodelle kannte ich bisher noch nicht.
        "Wenn man sieht, was der liebe Gott auf der Erde alles zulässt, hat man das Gefühl, dass er immer noch experimentiert."
        Peter Ustinov

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          #5
          Hi Camo, Hi Michael, Hi Götterbote

          @camouflage
          Vielen Dank. Frag nicht, genieße es einfach-so wie ich, Tag um Tag... ach ja, noch ein Hinweis für Dich: ...nicht 14 Tägig, sondern wöchentlich...Du bist nicht auf Stand mein Lieber)

          @Michael
          ...Du kennst ja mein Statement dazu

          @Götterbote
          Vielen Dank, ich kannte die 3 Waffen schon, aber den CZ habe ich diese Woche erst richtig kennengelernt...

          @ALL
          ich denke wir sollten auch nicht neidisch aufeinander werden in unserem Forum, sondern ein undurchtrennbares Band derer bilden, die eine Leidenschaft miteinander Teilen. Eine Allianz, die beherzt und geschlossen für eine Sache kämpft und diese ausschließlich mit emotionslosen Argumenten vertritt.
          Gruß
          J.W.
          Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
          und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
          J.W.

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            #6
            Falls ich falsch verstanden worden sein sollte. Nein, die Frage war wirklich reine Neugier! Kein Neid .... um Gottes Willen. Natürlich würde ich nicht meckern, wenn das Kurzwaffengrundkontingent aus 3 -4 Sportwaffen bestünde, aber das passt auch so.

            War heute zum Flintenlehrgang bei meinem BDMP-LV ... hat einen Riesenspaß gemacht!!

            Schönes Wochenende

            Camouflage
            Mitglied: RSUKp RP, VdRBw, BDMP

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