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Alt 10. November 2012, 23:12   #1
Götterbote
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Standard Dralllänge vs. Geschossgewicht

In der letzten Zeit wurden vermehrt Fragen zum Thema Dralllänge und Geschossgewicht in verschiedenen Threads gestellt. Leider wurden meist nur hitzige Diskussionen geführt, die mehr oder weniger beleidigende Äußerungen enthielten und gestellte Eingangsfragen mehr schlecht als recht beantwortet haben. Deshalb habe ich mir überlegt, dieses Thema im Wiederladerbreich neu zu eröffnen. Sinn und Zweck meines Beitrages ist, den interessierten Leser, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, eine Sammlung von Grundlagen in die Hand zu geben, die zum leichteren Verständnis dieser mehr oder weniger komplexen Materie beitragen soll.
Ich bitte darum, das meine Ausführungen nur als eine Hilfe angesehen werden und nicht als der Weisheit letzter Schluss. Mit den Themen Außen- und Innenballistik beschäftigen sich Wissenschaftler und Ingenieure seit mehr als 150 Jahren. Annahmen die früher mit empirischen Daten begründet wurden, sind im Laufe der Jahre mit Hilfe ständig verbesserter Mess-, Berechnungs- und Testverfahren widerlegt oder verbessert worden. Viele altbekannte Vorgänge in Ballistik und Waffentechnik werden heute immer noch auf wissenschaftlicher Basis weiter untersucht, da viele Vorgänge zwar für den einfachen Interessierten Laien ausreichend genug beschrieben sind, aber immer noch genug Fragen offen sind, die selbst Experten auf diesem Gebiet noch lange Jahre weiterbeschäftigen. Deshalb muss ein deutlicher Trennstrich zwischen dem gezogen werden, was auf der einen Seite in den Bereich der Mythen und Stammtischparolen gehört und dem was in den Bereich der wissenschaftlichen Arbeit fällt. Natürlich müssen aber auch selbstgemachte Erfahrungen, die entweder Zufallsprodukte oder das Produkt einer einigermaßen sorgfältigen Arbeit von Hobbyballistikern sind genauer betrachtet und diskutiert werden. Wie man in einigen Threads schon lesen konnte, wurden bereits etliche Thesen zu diesem Thema aufgestellt und rigoros verteidigt, aber zu wenige dieser Thesen basieren auf nachvollziehbaren Fakten. Wenn man seinen Horizont erweitern will, muss man aber auch dazu bereit sein, über seinen eigenen Tellerrand hinweg zu schauen.
Deshalb erhoffe ich mir von diesem Thread, das dieser sachlich diskutiert wird und nicht wieder in wüsten Beschimpfungen ausartet. Die in diesem Thread dargestellten Grundlagen sollen zum Nachdenken und Verstehen anregen. Ernstgemeinte Fragen, Erklärungen und positive Kritik sind erwünscht......aber achtet bitte auf ein respektvolles Miteinander. Danke!


An dieser Stelle werden zuerst ein paar Fachbegriffe erklärt, die in dieser Grundlagensammlung genannt werden. (Auch wenn diese Begriffe vielen von uns schon bekannt sind.):

Drall

Der Drall einer Waffe hat die Aufgabe, dem Geschoss (Projektil) während des Durchganges durch den Lauf die notwendige Drehzahl zu geben.
Der Drall eines Geschosses ist die Rotation um die eigene (Längs-)Achse und dient dazu, die Fluglage des Geschosse durch Kreiselkräfte zu stabilisieren.

Drallwinkel

Der Drallwinkel am Beginn der Züge heißt „Anfangs-“ und an der Mündung „Enddrallwinkel“. Der Drallwinkel wird zwischen Laufseele und Zügen eingeschlossen.

Dralllänge

Die Dralllänge ist die Strecke, auf der das Geschoss nach Verlassen der Mündung eine volle Umdrehung ausführt (in Bezug auf Läufe mit zu- oder abnehmendem Drallwinkel). Bei Läufen mit konstantem Drall ist die Dralllänge die Strecke, die das Geschoss im Lauf zurücklegt, bei der es eine volle Umdrehung ausführt.



Nun zum eigentlichen Thema. Wie sich bei einigen Fragestellungen gezeigt hat, kommt man auf verschiedene Wege mit den Begriffen Dralllänge und Geschossgewicht in Kontakt. Sei es als Sportschütze, Waffensammler, Wiederlader usw. Ich möchte folgendes aus der Sicht des Wiederladers schreiben, da ich selbst ein Pulverjünger bin.

Wenn man mit dem Wiederladen anfängt, sollte man seine ersten, selbstgeladen Patronen streng nach Ladedatensammlungen verschiedener Geschoss- und Pulverhersteller laborieren. Das fängt meistens damit an, dass man ein Wiederladebuch (z.B. von DEVA, H&N, RUAG usw.) in die Hand nimmt und nach der gewünschten Patrone sucht. Schnell wird man fündig und ist überrascht, wie viele Laborierungen mit unterschiedlichen Pulvern und Geschossen vorgeschlagen werden. Betrachten wir nur mal die Daten der Geschosse, so fällt uns meist nur auf, dass diese sich in Namen, Gewicht und Form bzw. Art unterscheiden. Welches Geschoss nehmen wir denn jetzt?
Ganz einfach! Der Jäger, der eine jagdliche Laborierung sucht, der wird das altbekannte Teilmantelgeschoss oder ein anderes Jagdgeschoss (z.B. TIG, TUG usw.) auswählen. Der Sportschütze wird ein Scheiben- oder Militärgeschoss (z.B. Sierra Match King, FMJ-BT, Blei Wadcutter usw.) nehmen. Und dann kommt die große Frage nach dem Geschossgewicht. Der Jäger wird wohl beim grünen Abi und aus den Erfahrungen älterer Waidmänner gelernt haben, welches Geschoss und welches Geschossgewicht für ein bestimmtes Stück Wild am bestens geeignet ist. Der Sportschütze muss entscheiden, auf welche Entfernung er die Kartonscheiben penetrieren will. Und dann kommen nach die ganzen anderen außenballistischen Einflussgrößen ins Spiel, die man mit einkalkulieren muss, um aufs Siegertreppchen zu kommen. Aber Waidmann und Sportschütze haben beide dasselbe Problem: Das Geschossgewicht muss zur Dralllänge ihrer Waffen passen, damit das Geschoss nach dem Verlassen der Mündung ausreichend stabilisiert wird!
Ja, und wie bekommt man jetzt heraus, welches Geschossgewicht das richtige ist? Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder man richtet sich nach den Empfehlungen der Waffenhersteller, welche Fabrikmunition sie empfehlen, der Geschosstyp steht ja meistens auf der Packung oder fragt den Büchsenmacher seines Vertrauens. Man kann natürlich auch den ein oder anderen Wiederlader-kollegen um Rat bitten, da diese Spezies gerne Auskunft gibt. Das Problem dabei ist aber: Wem kann ich trauen? Haben wir einen selbsternannten Experten vor uns, der Glück hat, das er noch lebt oder handelt es sich um einen erfahrenen Wiederlader, von dem man ruhig lernen darf? Etwas Restrisiko wird immer bleiben….Die Wiederlader, die alles ganz genau machen wollen, rechnen sich einfach die passende Dralllänge zum Geschoss aus oder umgekehrt. Der geeignete Drall hängt von der Geschosslänge ab, nicht vom Geschossgewicht. Da sich die Geschossgewichte einfacher merken lassen, wird in Dralllängentabellen immer das Geschossgewicht der Dralllänge gegenübergestellt. Das hat sich bei uns genauso eingebürgert wie die Maßeinheit Grain. Mit der sogenannten „Greenhill-Formel“ lässt sich die erforderliche Dralllänge recht gut abschätzen. Diese Formel gilt für Geschosse mit Bleikern und Tombakmantel. Auf metrische Maße umgerechnet sieht diese nach R. Albrecht so aus:

D=(A∙d^2)/L

Erforderlicher Drall D (in Zoll)=(A x Geschossdurchmesser zum Quadrat) durch Geschosslänge (in mm)

A=7 für Geschosse bis 7 mm Durchmesser; A=6 für Geschosse über 7 mm Durchmesser

Beispiel: 6,5 mm KS Jagdgeschoss 140 grs, d=6,7 mm, L=31 mm

Zur Stabilisierung des Geschosses erforderlicher Drall = (7∙〖6,7〗^2 )÷31=10,1 Zoll

Das Ergebnis passt gut zu den üblichen 9 bis 10 Zoll für dieses Kaliber überein. Aber zur Sicherheit ist es angebracht eine Dralllängentabelle zu Rate zu ziehen, da die Greenhill-Formel ursprünglich für dicke und ziemlich langsame Geschosse erarbeitet wurde. Für einen V0-Bereich von 800 bis 900 m/s ist die „Miller-Formel“ besser geeignet (siehe R. Albrecht). Sehr interessant ist, dass beide Formeln ohne die Geschossgeschwindigkeit, Lauflänge und ähnliche Parameter auskommen. Sehr wahrscheinlich kürzen sich diese Parameter in den ausführlichen Darstellungen der Formeln heraus. Beide Formeln eignen sich nur für die Bestimmung der Dralllänge bei Langwaffen.

Bisher wurde noch nicht auf den Einfluss der Mündungsgeschwindigkeit auf die Drallstabilisierung eingegangen. Die Anzahl der Umdrehungen, die ein Geschoss in einer Zeiteinheit um die eigene Achse ausführt, ist eine Funktion der Geschossgeschwindigkeit. V0 im m/s durch Dralllänge in m ist gleich Umdrehung s-1. Ist die Mündungsgeschwindigkeit zu niedrig, wird das Geschoss unterstabilisiert und fängt an zu taumeln. Eine höhere V0 bedeutet eine höhere Drehzahl und somit eine höhere Stabilisierung. Eine Überstabilisierung ist aber auch nicht erwünscht, da ein überstabilisiertes Geschoss mit seiner Spitze bei weiten Distanzen nicht der Flugbahn folgt, sondern seine ursprüngliche Lage beibehält. D. h., das Geschoss stellt sich immer schräger zur Flugbahnkurve. Durch eine Überstabilisierung kommt auch ein weiterer, negativer Effekt zum Tragen. Eine geringe, herstellungsbedingte Unwucht in den Geschossen führt dazu, dass sich das Geschoss um seinen Schwerpunkt dreht und nicht mehr zwangsläufig um die Formachse. Das Geschoss bewegt sich dabei um eine Art Korkenzieherbahn. Auch muss darauf geachtet werden, dass sich manche Geschosse bei zu hoher Geschwindigkeit selbst zerlegen, da bei einer Überstabilisierung die Fliehkraft zu groß wird.

Der Geschossdrall bleibt leider auch nicht die ganze Zeit konstant. Er nimmt auf der Flugbahn des Geschosses durch Reibungsverluste ständig ab. Dabei kann es passieren, dass Geschosse, die auf z.B. einer Flugstrecke von 100 m noch stabil waren, auf 200 m quer auf die Scheibe einschlagen. Dieses Phänomen tritt häufig bei abgebrochenen Ladungen auf, wo die deutlich verringerte Mündungsgeschwindigkeit noch gerade so für eine ausreichende Stabilisierung sorgt, damit das Geschoss auf eine Entfernung von 100 m noch eine ausreichende Präzision hat. Das kann man oft bei den DSB-Rittern mit ihren Ordonnanz-KK-Laborierungen beobachten.

Nun zurück zu Dralllänge vs. Geschossgewicht. Ich habe schon oft bei Schützenkollegen gesehen und meine eigenen Erfahrungen darin gemacht, dass die brauchbare Geschossgewichtbandbreite bei verschiedenen Waffen oft deutlich breiter ist, wie von Dralllängentabellen und Formeln empfohlen. Ein K31 in 7,5x55, der für 174 grs Geschosse ausgelegt ist, schießt oft auch mit 110 und 150 grs Geschossen sehr gut. Ich besitze ein Mauser 83 und ein Mauser 86 SR. Beide im Kaliber .308 Winchester und einer Dralllänge von 305 mm. Nach Dralllängentabelle für Geschossgewichte von 175 bis 180 grs geeignet. Beide Waffen schießen jedoch auch sehr gut mit 110, 150 und 168 grs Geschossen. Waffen mit einem deutlich kleineren Kaliber sind anscheinend deutlich empfindlicher was das Geschossgewicht angeht. Bestes Beispiel dafür sind Waffen im Kaliber .223 Rem. Es gibt für diese Kalibergruppe an die sieben verschiedene Dralllängen für Gewichtsbereiche von 50 bis 85 grs. Ständig liest man in den Foren (meistens von AR15-Klonbesitzern) von Problemen bei der Auswahl des Geschossgewichtes.

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass nicht alles ganz genau berechnet werden kann und dass Tabellen oft auch nur mehr oder weniger brauchbare Richtwerte hergeben. Vieles hängt oft von einem großen Erfahrungsschatz ab. Wichtig ist doch, dass man dazu bereit ist, das für seine Waffe passende Geschoss(-gewicht) aus nachvollziehbaren Gründen auszuwählen und dessen Brauchbarkeit durch Versuche zu bestätigen. Man muss sich auch damit abfinden, dass nicht alle selbstgemachten Erfahrungen auf andere Waffen einfach übertragbar sind. Auch zwei gleiche Waffen im gleichen Kaliber können sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Ich hoffe, dass ich an dieser Stelle nichts ausgelassen habe…… Fehlendes wird ergänzt.


Interessante Literatur:

„Präzisionsschießen“ von Robert Albrecht
„Geschosse“ Band 1 und 2 von Beat P. Kneubuehl

„Waffentechnisches Handbuch“ von Rheinmetall

„Oerlikon Taschenbuch“ von Oerlikon-Bührle

Wiederladehandbücher von RUAG AMMOTEC, DEVA, H&N, SPEER usw.


Dralllängentabellen:

http://www.shilen.com/calibersAndTwists.html

http://www.riflebarrels.com/articles...ballistics.htm
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"Wenn man sieht, was der liebe Gott auf der Erde alles zulässt, hat man das Gefühl, dass er immer noch experimentiert."
Peter Ustinov
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Alt 18. November 2012, 19:07   #2
Michi
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Der Beitrag ist zwar schon ein paar Tage alt, habe ihn aber erst jetzt gesehen und gelesen.
Ich spiele schon seit einer ganzen Weile mit dem Gedanken mit dem Wiederladen anzufangen. Mir geht es dabei nicht darum Kosten zu sparen, das ist meiner Ansicht nach auch nicht möglich wenn man die Rechnung ehrlich macht (eigene Arbeitszeit mit einkalkuliert). Auch sind meine Schiesskünste nicht derart ausgereift dass ich von mir behaupten dürfte mit Fabrikpatronen liesse sich bei mir nichts mehr herausholen. Eigentlich ist es nur das technische Interesse am Wiederladevorgang und die Möglichkeit sich für seine Sportwaffe die eigene Munition selber herstellen zu können, wenn man das Handwerk denn beherrscht. Auch könnte ich es mir ganz einfach als schönen Zeitvertreib nebst dem Sportschützenhobby ganz gut vorstellen.
Von der ganzen Thematik rund ums Wiederladen herum habe ich so gut wie keine Ahnung, ausser dem wenigen "Wissen" welches ich mir aus solchen Beiträgen wie diesem hier anlese.
Ich würde mich freuen, wenn noch weitere solche Beiträge von Dir rund ums Thema folgen würden. Vielleicht packt es mich dann doch Endgültig und schaffe mir doch noch eine Wiederladeausrüstung an.
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Bleiben wir ruhig - stark - einig. Auf diese Art werden wir freie Menschen bleiben
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Alt 18. November 2012, 20:21   #3
Lichtgestalt
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Jo, eher Ergänzungen.

Es gibt lineare und ansteigende Drallängen.

Bei den ansteigenden wird der Drall zur Mündung hin kürzer.
Dies soll dazu beitragen, dass das Geschoss beim Eintritt in die Züge nicht so stark gebremst / gestaucht wird.

Ob dies im realen Leben tatsächlich eine Rolle spielt oder eher gefühlt besser ist, kann ich leider nicht sagen.
Die Züge beginnen ja eh mit einem sogenannten Übergangskonus, beginnen bei Null und wachsen dann an.

Geschosse mit flachen Boden und Hohlspitz haben grundsätzlich eine größere Führungsfläche und können so auch in kürzeren Läufen besser stabilisiert werden bzw. sollen präziser sein.
Ich für mich kann bestätigen das bei leichteren Geschossen aus meinem HA grundsätzlich, bei denen die mit geradem Boden und/oder Hohlspitz, eine bessere Präzision anliegt.

Hier kommt aber auch noch ein Aspekt der Außenballistik zum Tragen, der nämlich besagt das Geschosse mit Hohlspitze stabiler fliegen weil der Massenschwerpunkt nach hinten rutscht (umgekehrt würde ein Geschoss mit Mehrmasse an der Spitze zum Taumeln neigen).

Zwar wird teilweise behauptet, dass Geschosse mit Torpedoheck hätte aufgrund seiner Stromlinienform bessere ballistische Eigenschaften, aber dies wird nach meiner Meinung überbewertet.
Tatsächlich ist es so, dass die Luft durch die Geschosspitze erheblich zur Seite weg verdichtet wird, und zwar in einem Winkel der noch viel flacher ist als die Spitze selbst.
Durch dieses Phänomen ist seitlich neben und vor allem hinter dem Geschoss ein Vakuum, welches Turbulenzen hinter dem Heck gar nicht zulässt.
Die Ogyve der Spitze bzw. die Form (Rundkopf, Flachkopf, usw.) ist hier sehr viel entscheidender.

Bitte um Entschuldigung, wenn ich etwas in die Außenballistik abgedriftet bin, aber es sind eben bezüglich von Veränderungen immer alle Aspekte zu berücksichtigen.
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Alt 18. November 2012, 22:35   #4
Götterbote
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Zitat:
Zitat von Lichtgestalt Beitrag anzeigen
Ob dies im realen Leben tatsächlich eine Rolle spielt oder eher gefühlt besser ist, kann ich leider nicht sagen.

Das ist auch eher was aus dem Bereich der nicht mehr wirklich tragbaren Militärwaffen und spielt für uns keine Rolle.

Zwar wird teilweise behauptet, dass Geschosse mit Torpedoheck hätte aufgrund seiner Stromlinienform bessere ballistische Eigenschaften, aber dies wird nach meiner Meinung überbewertet.

Damit kratzt Du das Thema meines nächsten geplanten Threads an. Dummerweise muss ich erstmal aussagekräftige Fotos von Schlierenaufnahmen finden, die nicht dem Copyright unterliegen.
Gruß
Jens
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Alt 18. November 2012, 23:30   #5
wozzi
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Zitat:
Zitat von Lichtgestalt Beitrag anzeigen
Zwar wird teilweise behauptet, dass Geschosse mit Torpedoheck hätte aufgrund seiner Stromlinienform bessere ballistische Eigenschaften, aber dies wird nach meiner Meinung überbewertet.
Jein... Auf kürze Entfernung bringen die* nichts, aber je weiter der Ziel, um so mehr spielt es eine Rolle.

* - Geschosse mit Torpedoheck

Zitat:
Zitat von Lichtgestalt Beitrag anzeigen
Durch dieses Phänomen ist seitlich neben und vor allem hinter dem Geschoss ein Vakuum, welches Turbulenzen hinter dem Heck gar nicht zulässt.
Eine gewagte Behauptung... IMHO brauchen die Turbulenzen etwas Zeit, um sich bemerkbar zu machen, siehe oben...
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Alt 19. November 2012, 09:32   #6
Lichtgestalt
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@Götterbote:
Hier irrst Du etwas.
Pistolen der Marke STI sind durchaus noch tragbar.

@wozzi:
Nicht ganz.

Weder gewagt noch von mir.
Ich bin in diesem Fall nur der Vermittler von angelesenem Wissen.

Vielmehr ist es so, dass die Geschosspitze die Luft vor dem Geschoss bereits verdichtet und beseite schiebt.
Erst hinter dem Geschoss kann die verdrängte Luft diese Lücke wieder schliessen, auch bei "niedrigen" Geschwindigkeiten.
(Definiere bitte "niedrig", bei einem Fußball hast Du sicher recht.)
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Alt 19. November 2012, 09:44   #7
Götterbote
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Zitat:
Zitat von Lichtgestalt Beitrag anzeigen
@Götterbote:
Hier irrst Du etwas.
Pistolen der Marke STI sind durchaus noch tragbar.
Haben alle Modelle von STI einen Lauf mit zunehmenden Drallwinkel oder sind es vereinzelte Modelle? Ich habe bisher nichts davon gehört das Modelle von STI keine konstante Dralllänge haben.
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Alt 19. November 2012, 10:02   #8
Lichtgestalt
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Ob es Alle sind kann ich Dir nicht sagen, aber es gab in Visier oder Caliber zum Thema nen Fachartikel in dem dies so genannt wurde.

Müsste im letzten halben Jahr gewesen sein, da schmeiß ich immer alles durcheinander (wann hab ich was wo gelesen...?).

SVI, mea culpa:

SVI verwendet konventionelle Läufe
oder AET (Accuracy Enhancing Technology)-
Läufe der US-Firma Schuemann
(www.schuemann.com).
Bei diesen titannitrierten Bull
Barrel-Rampenläufen entdeckt
man ein interessantes Innenprofil
mit Patronenlagerflutungen
und Progressivdrall. Die Lagerflutungen,
die bis zu den Feldern
des Laufprofils reichen, sollen
dafür sorgen, daß sich ein Gasring
um das Geschoß bildet, damit
es so zentrisch von der Hülse
in den gezogenen Laufteil geführt
wird. Bei dem sogenannten
„Gain Twist“- oder Progressivdrall
beschreiben die Felder auf
den ersten 20 mm so gut wie keine
Drehung und steigern sich
dann bis zur Mündung zu einer
Drallänge von etwa 450 mm (einer
kompletten Drehung auf 18“). Durch
diese langsame Steigerung des Dralls
sollen Geschosse mit weicherer Oberfläche
(Preßblei, vollverkupfert, usw.)
sanfter in Rotation versetzt werden, ohne
daß die Projektiloberfläche durch die
hohen Scherkräfte am Anfang des Laufprofils
beschädigt wird. Hierbei verjüngen
sich die Felder zur Mündung hin von
1,2 mm auf 0,8 mm.


http://www.svi-flass.de/40Hybrid.pdf
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Geändert von Lichtgestalt (19. November 2012 um 10:11 Uhr).
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Alt 19. November 2012, 10:04   #9
Götterbote
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Zitat von Lichtgestalt Beitrag anzeigen

Ich schau mal ob ich es finde.
Das wäre schön, da mich das sehr interessiert.
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Alt 19. November 2012, 10:12   #10
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Guggst Du oben.
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Alt 19. November 2012, 10:22   #11
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Vielen Dank! Der Text hört sich zwar etwas nach Werbung eines Wunderheilers an, aber anscheinend funktioniert es.
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Alt 19. November 2012, 13:32   #12
Lichtgestalt
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Wie bereits geschrieben, ich weiß es nicht, wollte aber darauf verweisen, das es so etwas gibt.

Hast Du Belege aus der Welt der Artillerie oder wie auch immer, dass dies irgendeinen Mehrwert bringt?
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Alt 19. November 2012, 14:08   #13
Götterbote
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Zitat:
Zitat von Lichtgestalt Beitrag anzeigen
Hast Du Belege aus der Welt der Artillerie oder wie auch immer, dass dies irgendeinen Mehrwert bringt?
Ich schaue in den Handbüchern von Rheinmetall und Oerlikon nach. Dort steht auf jeden Fall etwas dazu drin. Ob es dort genannte Vorteile gibt, die für uns Schützen von Interesse sind, wird sich zeigen. Auf meine alten vertraulichen Dienstunterlagen habe ich leider keinen Zugriff mehr.
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Alt 19. November 2012, 17:20   #14
Lichtgestalt
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Mein "Problem" mit dem progressiven Drall in Pistolen - Du hast ja schon von "Werbung eines Wunderheilers" geschrieben - ist, ob sich das überhaupt auswirken kann.

Wenn man überlegt wie kurz solch ein Pistolenlauf ist, auf welch kurzer Strecke also der Drall von Null auf den Sollwert hochfährt, und wie lange das Geschoss braucht um die Strecke zurück zu legen - WIR REDEN HIER VON MILISEKUNDEN!!! - dann stellt sich wirklich die Frage inwieweit hier eine effiziente Verzögerung der Scherkraft überhaupt möglich ist, oder ob es vlt. gar keine Rolle spielt.

Wie war das?
Wenn man langsam ins Wasser gleitet kommt dies einem unglaublich weich vor, bei hundert Stundenkilometern Aufschlagsgeschwindigkeit sieht das dann aber schon ganz anders aus, gell?
Und wir haben hier weit mehr als diese Geschwindigkeit.

Aber Du hast recht, es liest sich gut.

"Die Lagerflutungen, die bis zu den Feldern des Laufprofils reichen, sollen dafür sorgen, daß sich ein Gasring um das Geschoß bildet, damit es so zentrisch von der Hülse in den gezogenen Laufteil geführt wird."

Hat der Caliber-Autor hier "sollen" geschrieben?
Ja, tatsächlich, hat er....

"...Voodoo...?"
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Geändert von Lichtgestalt (20. November 2012 um 12:04 Uhr).
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Alt 20. November 2012, 17:05   #15
gogomobue
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http://www.google.com/url?sa=t&rct=j...-5b_bhn-59bqfg

möglicherweise brauchbar
__________________
R97 .223, 6MMBR, 6.5x55, 7,5x54, 7.62x54, .303 Brit, 2x 8x57, Blaser T2 308Win, Blaser T2 .338 LM, .416 Rigby, .450 Marlin, .50VL, .12-70, 2x 12-76,
Glock34 Gen4 / Glock26 Gen3 / Nagant / GSG 1911 / GSG 522 / RBF Match-King .45 / Browning Maxus 12-89 Duckblind
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