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Forum wieder Online & Passwörter

Hallo liebe Waffen-Welt Nutzer,

wie sicher die Meisten mitbekommen haben dürften, war das Forum einige Zeit nicht erreichbar.
Der Auslöser hierfür war ein defektes Update. Ich musste hier einige Dinge per Hand korrigieren, wozu ich allerdings vor Weihnachten keine Zeit mehr hatte.

Des weiteren bitte ich darum, dass alle Nutzer ihr Passwort neu setzen, bzw. ändern.
Grund hierfür ist ein Hacker-Angriff welcher schon eine Zeit zurück liegt. Hier wurde eine Sicherheitslücke in der vBulletin Software ausgenutzt.
Betroffen davon waren so ziemlich alle existierenden vBulletin Foren weltweit.
Dank einiger Nutzer wurde mir mitgeteilt dass auch von uns hier EMail-Adressen und die verschlüsselten Passwörter gestohlen wurden.
Um hier also auf Nummer sicher zu gehen, bitte ich darum eure Passwörter zu ändern.
Laut vBulletin sollen die Sicherheitslücken nun geschlossen sein.

Euer Passwort könnt ihr hier ändern: https://waffen-welt.de/settings/account

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
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Wenn der Postbote 1x klingelt....

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  • Othmar
    antwortet

    Zitat von Gunner Beitrag anzeigen

    Früher war manches einfacher.
    Dem ist nichts anzufügen!!

    Keiner in unserem Dorf hat es interessiert wenn ich wieder einmal meine Schiesswut ausleben wollte und in der Kiesgrube stellten wir später die Tontaubenwurfanlage auf und ballerten da zu viert oder zu fünft was das Zeugs hergegeben hat!

    Ein Freund von mir hatte es damals übertrieben mit der Wurfanlage, welche von Hand bedient werden musste. Er stellte diese so hoch ein, dass die Tauben praktisch senkrecht hoch oder sogar etwas gegen Schützen geflogen sind und ich ihn deswegen gebeten hatte mit diesem Scheiss aufzuhören!
    Aber er hat das Spielchen selbstverständlich immer weiter getrieben!

    Plötzlich ein Fluchen und ein Gejohle und er kam mit einem blutenden Kopf hinter der Blechabdeckung hervorgekrochen, weil er die Tauben so blödsinnig abschoss, dass es ihm die Schleuder über den Schädel gezogen hat... so ein Vollidiot.... ich konnte mich vor Lachen kaum mehr auf den Beinen halten!

    Ja, dass waren noch Zeiten!!

    Zuletzt geändert von Othmar; 28.07.2021, 15:41.

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  • Othmar
    antwortet
    Zitat von Kjell Beitrag anzeigen

    Mein Vater hat immer alles, was mir in der Schule abgenommen wurde, beim Lehrer abgeholt. Und noch auf dem Heimweg mir wieder in die Hand gedrückt.
    So hat sein Vater es auch gemacht, als mein Vater seine Schreckschussknarre vom Lehrer abgenommen bokommen hatte.
    Und dann das Ding, als er mit mir ins Waffengeschäft gegangen ist: "Das hier ist mein Sohn! Wenn er Pfeile mit Stahlspitzen kaufen will, dann darf er das. Genauso jede Art von Messer!" (Ich war noch in der Grundschule, damals).
    Irgendwann so mit 12 hat er mir dann meine erste Schreckschusspistole gekauft. 8mm SM Spezial. Seriennummer 440815. Die Nummer weiß ich noch. Die Pistole ist in der Geschichte untergegangen.

    Ein Hoch auf SOLCHE Väter!
    Tja, solche Väter sind Mangelware

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  • Gunner
    antwortet
    Da kann ich auch noch einen zum Besten geben:

    "Theoretischer Sportunterricht", klein Gunner (18J) langweilt sich zu Tode und beginnt, seine Reck PK 800 zu zerlegen,
    Schlitten und Schließfeder liegen auf dem Tisch, was dem Sportlehrer natürlich auffällt.
    "Was ist das denn ???" - "Och nur ein Schlitten und 'ne Feder von 'ner Schreckschußpistole...." --- "Pack weg den Scheiß und pass auf !!"
    Heute wäre wahrscheinlich das SEK eingerückt und ich säße wohl noch immer in Quantanamo

    Früher war manches einfacher.

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  • Kjell
    antwortet
    Zitat von Othmar Beitrag anzeigen
    Naja, schade, heute würde sicher nicht mehr so handeln, doch ich weiss inzwischen wer mich damals beim Deutschlehrer denunziert hat, und ich Depp hätte ja das Teil nicht noch einmal in der Schulmappe in die Schule tragen müssen
    Bin ich froh, ist es dir nicht besser ergangen
    Mein Vater hat immer alles, was mir in der Schule abgenommen wurde, beim Lehrer abgeholt. Und noch auf dem Heimweg mir wieder in die Hand gedrückt.
    So hat sein Vater es auch gemacht, als mein Vater seine Schreckschussknarre vom Lehrer abgenommen bokommen hatte.
    Und dann das Ding, als er mit mir ins Waffengeschäft gegangen ist: "Das hier ist mein Sohn! Wenn er Pfeile mit Stahlspitzen kaufen will, dann darf er das. Genauso jede Art von Messer!" (Ich war noch in der Grundschule, damals).
    Irgendwann so mit 12 hat er mir dann meine erste Schreckschusspistole gekauft. 8mm SM Spezial. Seriennummer 440815. Die Nummer weiß ich noch. Die Pistole ist in der Geschichte untergegangen.

    Ein Hoch auf SOLCHE Väter!

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  • John Wayne
    antwortet
    Zitat von Kjell Beitrag anzeigen

    Wie sich manche Details in Lebensläufen doch ähneln...
    Hi Kjell,
    tja irgendwie wurde uns das wohl in die Wiege gelegt. Und somit ist es kein Zufall, dass wir hier alle wieder zusammenfinden....

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  • Othmar
    antwortet
    wie Othmar damals…. aber er musste ja unbedingt rumfuchteln…[/COLOR][/FONT][/FONT]

    Spannend ist, dass mir das Teil mit welchem ich damals zur Schule ging total vergessen hatte, bis du deine Knarre hier im Forum
    vorgestellt hast und mir sofort mein Erlebnis von der Schule wieder hochkam.

    Naja, schade, heute würde sicher nicht mehr so handeln, doch ich weiss inzwischen wer mich damals beim Deutschlehrer denunziert hat, und ich Depp hätte ja das Teil nicht noch einmal in der Schulmappe in die Schule tragen müssen



    @Othmar
    Tja, so hat wohl so mancher seine erste Schreckschusswaffe verloren…. Ich hatte einen Spielzeug - Revolver umfunktioniert indem ich die Gegenlager für die 8ter Ringmunition aus der Trommel mit einem Dorn herausgehauen habe. Jetzt konnte man prima 6mm Flobert Platzpatronen laden…. Agent hieß das Model damals. Man hat das geknallt….. bis mein Physiklehrer mich entwaffnet hat…..[/COLOR][/FONT][/FONT][/QUOTE]

    Bin ich froh, ist es dir nicht besser ergangen
    Zuletzt geändert von Othmar; 27.07.2021, 12:16.

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  • Kjell
    antwortet
    Zitat von John Wayne Beitrag anzeigen
    Ich hatte einen Spielzeug - Revolver umfunktioniert indem ich die Gegenlager für die 8ter Ringmunition aus der Trommel mit einem Dorn herausgehauen habe. Jetzt konnte man prima 6mm Flobert Platzpatronen laden…. Agent hieß das Model damals. Man hat das geknallt….. bis mein Physiklehrer mich entwaffnet hat…..
    Wie sich manche Details in Lebensläufen doch ähneln... Meine Spielzeugpistole hat Wachsgeschosse verschossen. Modell "Arizona".

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  • John Wayne
    antwortet
    @Pfälzer
    Ich kann nur sagen das ich nachhaltig beeindruckt von dieser Technik der Pistole bin. Wie Du schon schreibst, da muss sich jemand richtig Gedanken gemacht haben.
    Nach gegenwärtiger Lage sieht es echt schwierig aus die noch fehlenden Modelle G und G2 aufzutreiben. Da müsste man nochmals wieder Glück haben so wie Othmar damals…. aber er musste ja unbedingt rumfuchteln…


    @Gunner
    Du hast recht. Irgendwie hat sie etwas von einem Hybriden. Da ich mir noch nicht ganz im klaren bin wo sich die Hülse nach dem Schuss befindet, da sie ja erst mit dem nächsten Schuss ausgeworfen wird, kann man fast sagen es handelt sich um einen Revolver.
    Der Definition nach gilt der Revolver als nicht halbautomatische Waffe. Es begründet sich darin, dass nach abfeuern des Schusses erst durch eine erneute Abzugsbewegung, sei es als Spannabzug oder vorgespannt, die nächste Patrone vor den Schlagbolzen geführt wird. Das ist bei halbautomatischen Waffen nicht der Fall. Da liegt die nächste Patrone direkt nach dem Schuss vor dem Schlagbolzen.

    Ich werde demnächst die Waffe ordentlich reinigen, ich denke im Ultraschallgerät dürfte das kein Problem sein. Dann werde ich mir alles noch mal genauer anschauen. Je nach Ergebnis gibt dann noch eine Ergänzung zum Bericht.

    @Othmar
    Tja, so hat wohl so mancher seine erste Schreckschusswaffe verloren…. Ich hatte einen Spielzeug - Revolver umfunktioniert indem ich die Gegenlager für die 8ter Ringmunition aus der Trommel mit einem Dorn herausgehauen habe. Jetzt konnte man prima 6mm Flobert Platzpatronen laden…. Agent hieß das Model damals. Man hat das geknallt….. bis mein Physiklehrer mich entwaffnet hat…..

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  • Othmar
    antwortet

    Technische Daten der Pistole:
    Kaliber: 6mm Flobert Platz
    Gesamtlänge: 126mm
    Gesamthöhe: 83mm
    Gesamtbreite: 24mm
    Gewicht: 310Gramm
    Magazininhalt: 8 Patronen


    So ein Teil hatte ich einmal als Jugendlicher in der Oberstufe von einer älteren Dame erhalten und dafür auch Platzpatronen bekommen!
    Konnte auch mit Gaspatronen als Selbstverteidigungswaffe bestückt werden und ich nehme an, dass sich ihr verstorbener Ehemann diese Pistole angeschafft hat, da er im Taxigewerbe tätig war!

    Leider wurde mir dieses Teil damals im Schulunterricht durch eine Lehrperson abgenommen, da sich herumgesprochen hatte, dass ich mit diesem rumfuchtelte, als ich es meinen Freunden auf dem Schuhlweg vorführte!

    Weiss der Kuckuck wo dieses Teil gelandet ist, ich habe es auf jeden Fall nicht mehr zu Gesicht bekommen.

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  • johann
    antwortet
    Zitat von Gunner Beitrag anzeigen
    Danke für den Bericht. Er erinnert mich an einen Beitrag aus einer Fachzeitschrift, in dem die These aufgestellt wurde, dass derartige Pistölchen der Technik nach eher als"lineare Revolver" denn als Halbautomatische Pistolen zu betrachten seien, da ja jeder Schuß durch eine Art Doubleactionfunktion ausgelöst wird.
    So Experten gibt es auch in den Foren.

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  • Gunner
    antwortet
    Unglaublich, wieviel Ideen umgesetzt worden sind, um etwas herzustellen, dass nur Krach macht, obwohl es Selbstlader und Revolver ja schon zu Hauf gab.
    Trotzden ging man bei den "Krachern" oft neue Wege.
    Danke für den Bericht. Er erinnert mich an einen Beitrag aus einer Fachzeitschrift, in dem die These aufgestellt wurde, dass derartige Pistölchen der Technik nach eher als"lineare Revolver" denn als Halbautomatische Pistolen zu betrachten seien, da ja jeder Schuß durch eine Art Doubleactionfunktion ausgelöst wird.

    erstaunt grüßt
    der Gunner
    Zuletzt geändert von Gunner; 26.07.2021, 06:48. Grund: Finger schneller als das Hirn.......

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  • Pfälzer
    antwortet
    Hallo John,

    schön, wieder was von Dir zu hören bzw lesen

    Schon interessant mal zu sehen, wie weit solche Schießapparaturen in ihrer Historie zurückreichen. Und was damals schon für ein Hirnschmalz hinter diesen Konstruktionen stand.

    Danke für Deinen Bericht. Bin mal gespannt, ob Du die anderen beiden Modelle auftreiben kannst, damit die Familie wieder komplett ist.

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  • John Wayne
    hat ein Thema erstellt Wenn der Postbote 1x klingelt.....

    Wenn der Postbote 1x klingelt....

    Es liegt schon einige Wochen zurück als unser Postbote mir sagte, er habe gehört, dass ich etwas mit Waffen zu tun hätte. Etwas zögerlich bejahte ich diese Behauptung. Dann sagte er folgenden Satz: „Ich habe zu Hause noch eine alte Gaspistole, bei der der Abschussbecher fehlt, von meinem Vater. Sie funktioniert noch und liegt verwahrt in einer alten Schachtel“... Dieser Satz lässt wohl bei jedem Sammler, egal was er sammelt, Goldrauschstimmung ausbrechen. „Habe zu Hause“, „von meinem Vater“, „in einer alten Schachtel“ sind die infizierenden Wortteile dieses Satzes.

    Kurzum, unser Postbote wollte sich von der Waffe trennen und wusste nun nicht wohin damit. Da Gaspistolen nun nicht grade zu meinem Fachgebiet gehören, war ich zunächst etwas unentschlossen, ob ich die Waffe übernehmen sollte. Die Satzteile „Nichts dafür haben“, „in gute Hände geben“ ließen dann ein entschlossenes Ja aus meinem Munde klingen.

    Vielleicht dachte ich, es könnte etwas Besonderes sein, und bot an, mir die Waffe mal genauer anzusehen und sie einzuschätzen.

    Vor ein paar Tagen war es dann soweit. Der Postbote klingelt bei mir, in der einen Hand einen Stapel Briefe und in der anderen die alte Schachtel. Das musste die Waffe sein. Alles andere waren natürlich irgendwelche Rechnungen, deren Zahlungsziele vorerst von mir verlängert wurden.

    Ich könne sie behalten, waren seine Worte. Aber, erwiderte ich, wenn ich bei der Einschätzung feststelle, dass die Waffe eine Millionen Euro wert ist, was dann? Er wolle sie nur wiederhaben, wenn der Schätzwert etwas über einer Millionen liegen würde….

    Zurück im Haus öffnete ich die alte Schachtel. Und hier folgt nun die Geschichte ihres Inhaltes:

    Bei meinen persönlichen Schusstest, der diesmal in meinem Keller stattfand, begleitete mich diesmal meine:
    Automatische Gas-, Alarm- und Signalpistole PERFECTA Model G3, Kal. 6mm Flobert Platz, PTB 165, Baujahr wahrscheinlich Anfang der 80er Jahre (Bild 1).

    Natürlich war ich überrascht als ich die Schachtel öffnete. Mein erster Gedanke war, dass es sich um eine Walther Pistole handelt, da sie das Aussehen einer TPH und etwas von der TP hatte.
    Nachdem ich ein eigenartig aussehendes Magazin aus der Waffe gezogen hatte, wollte ich nun den Verschluss zurückziehen. Ging nicht. Ok, dachte ich, dann erstmal den Abzugsbügel runterdrücken und auseinanderbauen. Ging auch nicht.....

    Deuwel nochmal, musste ich doch glatt die beiliegende Gebrauchsanweisung lesen und stellte dabei fest, dass ich ein technisches Wunderwerk in den Händen hielt. Die Gebrauchsanweisung war schnell überflogen. Besonders interessant fand ich die ICONS zum Einsatzspektrum der Waffe, die handschriftlich bezifferte Explosionszeichnung, sowie eine Bitte in eigener Sache. Das hatte irgendwie Stil (Bild 2).

    Von der linken Seite betrachtet weist die Pistole eine Sicherung auf, eine goldene Raute mit dem Kürzel MaRie und einen sorgfältig bedruckten Verschluss, der ja eigentlich kein richtiger ist.
    Die rechte Waffenseite war schlicht gehalten, von unten betrachtet machte die Waffe einen massiven Eindruck der auch durch das hohe Eigengewicht bestätigt wurde (Bild 3).

    Technische Daten der Pistole:
    Kaliber: 6mm Flobert Platz
    Gesamtlänge: 126mm
    Gesamthöhe: 83mm
    Gesamtbreite: 24mm
    Gewicht: 310Gramm
    Magazininhalt: 8 Patronen


    Als erstes habe ich mir mal das Magazin angeschaut. Eine Messingröhre mit Zubringer und Zubringerfeder. Ein Verriegelungs-Mechanismus im herkömmlichen Sinne war nicht vorhanden. Das Magazin klemmt sich lediglich im Griffstück fest. Obwohl mit einer Kapazität von 8 Patronen ließen sich leicht 9 laden und das Magazin auch noch ohne Widerstand in die Pistole einführen. Die beiliegende Munitionsdose zeigt sich mit einer interessanten Beschriftung (Bild 4).

    Mit der Bezeichnung automatische Pistole war ich vorerst etwas überfordert. Da bewegt sich nichts. Außerdem ist ein großes Loch im oberen, hinteren Teil des Verschlusses, der ja eigentlich keiner ist.
    Also erstmal zerlegen. Im vorderen Teil des Verschlusses, der ja eigentlich…, befindet sich auf der linken Waffenseite eine kleine Schraube. Diese muss entfernt werden, dann den Verschluss ein kleines Stück nach vorn schieben und nach oben abheben.

    Die Zerlegeschraube besitzt eine Zentrierspitze, sodass die Pistole immer wieder passgenau zusammengesetzt werden kann. Bei dem Loch im Verschluss handelt es sich um das Auswurffenster und das Fehlen des Abschussbechers lässt sich damit erklären, dass dieses Model wohl keinen hatte, da die Abschussaufnahme für die Pyrotechnik im Verschluss integriert ist. Einmal für 9mm und einmal für 15mm (Bild 5).

    Jetzt konnte ich endlich einen Blick auf die Funktionstechnik werfen. Zusätzlich habe ich noch die linke Griffschale abgebaut, um einen Blick auch seitlich in die Waffe werfen zu können (Bild 6).

    Als erstes fiel mir ein durchbohrter Block auf, der mit der Abzugsbewegung hoch und runter ging (fig.1). Hierbei handelt es sich um den eigentlichen Lauf der Waffe.
    Dieser Lauf steht mit seinem Patronenlager exakt über dem eingeführten Magazin deren Magazinlippen nach oben zeigen (fig.2).

    Betätigt man nun den Abzug wird der Laufblock über die Abzugsfeder nach oben bewegt. Dabei schiebt er eine Patrone vom Magazin und führt diese auf seinem Weg nach oben mit (fig. 3). Nach einem kurzen Stück wird nun mittels einer Schiene die Patrone im Patronenlager fixiert und der Schlagbolzen löst aus, indem er auf den Rand der Patrone schlägt, wo sich die schlagempfindliche Ladung befindet. Diese setzt nun um und entzündet die Treibladung in der Hülse. Zu diesem Zeitpunkt steht der Laufblock fast waagerecht und der Funkenflug oder die Gasladung kann nun in Richtung Mündung ausschießen (fig.4).


    In der Draufsicht stellt sich der Ablauf wie folgt dar:
    Magazin ist eingeführt. Die Pistole ist sofort Schussbereit. Die Patrone befindet sich zum Teil im Patronenlager des abgesenkten Laufteils (fig.5). Bei Betätigung des Abzuges hebt sich der Laufblock an und führt eine Patrone vom Magazin mit nach oben. Diese wird von einer Schiene nach verlassen des Magazins in das Patronenlager geschoben und fixiert (fig.6).

    Mit Abschluss der Abzugsbewegung löst der Schlagbolzen aus und zündet die Patrone. Der Laufblock fällt wieder nach unten und legt sich über das Magazin zur Aufnahme der nächsten Patrone. Da die Magazinlippen nach oben zeigen, kann diese dabei nicht aus dem Magazin gedrückt werden (fig.7).


    Die leere Hülse des ersten Schusses wird erst mit dem zweiten Schuss ausgeworfen. Lädt man also 3 Patronen so wäre die Auswurfreihenfolge der Hülsen: 0,1,2. Die letzte Hülse verbleibt in der Waffe. Eine erneute Abzugsbetätigung ist nicht möglich, da jetzt der Abzugsmechanismus blockiert.

    Erst nach Entnahme des Magazins, wodurch die Abzugsblockierung aufgehoben wird, kann die letzte leere Hülse mittels einer kompletten Abzugsbewegung aus der Pistole entfernt werden. Die leeren Hülsen werden mit einer sehr hohen Geschwindigkeit aus dem Auswurffenster geworfen, so dass man es mit der Kamera nicht einfangen konnte.


    Lediglich die letzte Hülse fliegt für die Kamera sichtbar aus der Waffe. Ist dieses geschehen, blockiert der Abzugsmechanismus erneut (siehe Demo Letzte Hülse).

    Letzte Hülse.gif

    Die PERFECTA Gaspistole ist eine der interessantesten Entwicklungen von Gaspistolen in Deutschland. Ursprünglich ist sie der Firma Walther Waffen in der Zeit von 1934 bis 1939 zuzuordnen.

    Entwickelt wurde das erste Model um 1930 vom Walther-Mitarbeiter Walter Riem. Dieser soll die Pistole allerdings wohl in seiner Freizeit konstruiert haben. Nach Ende des Krieges wurde die Produktion von Gaspistolen bei der Firma Walther vorerst nicht mehr aufgenommen.

    Walther Riem gründete Anfang der 1950er Jahre die Firma Mayer-Riem KG und begann dann wieder mit der Produktion der PERFECTA Gaspistolen. Es wurden eine Vielfalt verschiedener Modelle produziert. Die wohl bekanntesten sind die Modelle der G Reihe. Hervorzuheben sind hier die Pistolen G mit der PTB Abnahme 8/69, das Model G2 PTB 8/72 und das Model G3 PTB 165. Letztere wurde bis in die 1980er Jahre produziert.

    Die Läufe der Waffen hatten allesamt keine Laufsperren, was in der heutigen Zeit wohl undenkbar wäre.


    Das Model G sowie das Model G3 besitzen auf ihrer linken Griffschale eine goldene Raute mit den Abkürzungen der GmbH Gründer MaRie.
    Anfang der 1970er Jahre wurde dann aus der Firma Mayer – Riem GmbH durch eine Erweiterung der Teilhaber die Firma UMAREX.

    Persönliches Fazit:
    Diese Gaspistole macht aufgrund seiner wirklich unglaublich tollen Technik Lust auf mehr. Ein deutsches Produkt welches ihren Reiz im Laufe der Jahrzehnte nicht verloren hat. Im Gegenteil, sie hat es geschafft ein eigenes Sammelgebiet zu schaffen. Ein Sammelgebiet im Sammlergebiet von Gas-, Start- und Alarmpistolen.

    Mein Ziel wird es sein meine Waffensammlung mit den Modellen G und G2 aus der PERFECTA Serie zu vervollständigen.

    Auch wenn der Wert der Automatischen Gas-, Alarm- und Signalpistole PERFECTA Model G3, Kal. 6mm Flobert Patz die Eine-Millionen-Euro-Grenze nicht überschritten hat, so ist sie doch ein wertvolles Indiz deutscher Waffengeschichte.

    Ich bin mal wieder begeistert und sehe diese Art von Waffen fortan mit anderen Augen.



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    Zuletzt geändert von John Wayne; 27.07.2021, 05:10.
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