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Forum wieder Online & Passwörter

Hallo liebe Waffen-Welt Nutzer,

wie sicher die Meisten mitbekommen haben dürften, war das Forum einige Zeit nicht erreichbar.
Der Auslöser hierfür war ein defektes Update. Ich musste hier einige Dinge per Hand korrigieren, wozu ich allerdings vor Weihnachten keine Zeit mehr hatte.

Des weiteren bitte ich darum, dass alle Nutzer ihr Passwort neu setzen, bzw. ändern.
Grund hierfür ist ein Hacker-Angriff welcher schon eine Zeit zurück liegt. Hier wurde eine Sicherheitslücke in der vBulletin Software ausgenutzt.
Betroffen davon waren so ziemlich alle existierenden vBulletin Foren weltweit.
Dank einiger Nutzer wurde mir mitgeteilt dass auch von uns hier EMail-Adressen und die verschlüsselten Passwörter gestohlen wurden.
Um hier also auf Nummer sicher zu gehen, bitte ich darum eure Passwörter zu ändern.
Laut vBulletin sollen die Sicherheitslücken nun geschlossen sein.

Euer Passwort könnt ihr hier ändern: https://waffen-welt.de/settings/account

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
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…die kleinen grauen Zellen….

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  • Gunner
    antwortet
    Ich bin verwirrt,
    es geht doch noch immer um den/die/das Derringer,
    oder bin ich in der Filmkritik gelandet ??

    Erinnert mich etwas an die Szene, als meine Holde und ich aus "James Bond: Golden Eye" kamen und die Tussie hinter uns ihrem Kerl erzählte: " ...dann war es aber doch etwas unrealistisch, am Ende.... !"

    Ist dann doch schön, wenn ein Film versucht, die waffentechnischen Gegebenheiten korrekt wiederzugeben.
    Und somit hat des Cowboys Beitrag meine kleinen grauen Zellen ganz schön in's Rotieren gebracht.

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  • John Wayne
    antwortet
    Hi MrSheepy, Hi Philippe,

    Zitat von MrSheepy Beitrag anzeigen
    Meine Güte, Respekt! Da hast Du aber wieder ziehmlichen Anfwand getrieben.

    Danke für die Vorstellung eines doch recht interessanten Systems
    @MrSheepy
    Vielen Dank.
    So aufwendig war es eigentlich diesmal nicht, denn ich hatte ja schon vor Jahren darüber nachgedacht wie die "Waffentechnischen" Zusammenhänge waren. Somit bedurfte es nur noch den Erwerb einer identischen Waffe um meine Überlegungen zu manifestieren. Am meisten hat mir dabei Spaß gemacht, dass ich mir den Film dennoch mindestens 3x angeschaut habe....

    Zitat von Philippe
    Natürlich hatte ich den Film früher schon gesehen.... Wie konnte sie überhaupt wissen, dass die Pistole noch geladen war....
    .....Vor der Schussabgabe wirft er scheinbar aber nochmals etwas über Bord (Bild 1). Aber was? Plausibel ist eigentlich nur ein Schnittfehler.
    @Philippe
    Da es ja ihre Waffe war wusste sie auf jeden Fall, wie viele Patronen geladen waren. Mia Farrow führte die Waffe ja immer in ihrer Handtasche mit.
    Auch der Ladezustand der Waffe nach der Tat war ihr bekannt, da sie die gesamte Planung des Verbrechens übernommen hatte. Das bewies sich zum einen durch die in der Nagellackflasche mitgeführte Tinte sowie zum Ende des Films die Aussage, dass sie sich in der Beziehung zu Simon MacCorkindale immer um alles kümmern musste und sie ihn somit nicht allein lassen könne...

    Das die Waffe nun geladen auf dem Tisch lag ist wieder der Dramaturgie geschuldet....

    Es handelt sich bei der Szene (Bild 1) um keinen Schnittfehler, sondern hier entsorgt Simon MacCorkindale das Geschoss, dass von Mias ersten Schuss (der ja absichtlich vorbei geschossen wurde) noch in dem Tisch steckte.

    Ustinov hat am Ende des Films auf das Loch, während seiner Beweisführung, hingewiesen.

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  • MrSheepy
    antwortet
    Meine Güte, Respekt! Da hast Du aber wieder ziehmlichen Anfwand getrieben.

    Danke für die Vorstellung eines doch recht interessanten Systems

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  • John Wayne
    antwortet
    Hi P88, Hi Michael,

    Zitat von P88 Beitrag anzeigen
    ....das teil kannte ich noch nicht ! ....sehr schöner bericht ! beim filmteil bin ich zwar irgendwann geistig ausgestiegen, aber ich vertraue deiner beweisführung !
    @P88
    Vielen Dank und vielen Dank für Dein Vertrauen in meine Beweisführung…

    Jetzt wirst Du mit Sicherheit den Film mit anderen Augen und wahrscheinlich auch in einem anderen Geisteszustand sehen…. Nutze den Programmvorschlag von Philippe!!!


    Zitat von Michael Beitrag anzeigen
    Interessanter Testbericht, vielen Dank dafür....Das von dir gezeigte Uberti Modell hatte ich vor einiger Zeit mal bei einem befreundeten Waffenhändler in der Hand und habe beim Bespielen über die Vorgehensweise zum Laden der Waffe gestaunt, war für mich Neuland, dass man den Hahn entsprechend "teilgespannt" halten muss.
    @Michael
    Vielen Dank.

    Der Öffnungsvorgang der Waffe ist abhängig von einer Welle, die sich in der Mitte des Rahmens befindet. Sie wird durch den Knopfdruck vorne und die Hahnrückspannung in eine waagerechte gebracht. Mit der falschen Öffnungstechnik bleibt der Laufblock weiterhin verriegelt. Sonst würde er sich ja beim Schießen öffnen und der Schlagbolzen könnte die Patronen nicht mehr auslösen (So deute ich jedenfalls die Explosionszeichnung).

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  • Michael
    antwortet
    Interessanter Testbericht, vielen Dank dafür, ich weiß den Aufwand zu schätzen, den du dir mit deinen Waffenvorstellungen machst!

    Das von dir gezeigte Uberti Modell hatte ich vor einiger Zeit mal bei einem befreundeten Waffenhändler in der Hand und habe beim Bespielen über die Vorgehensweise zum Laden der Waffe gestaunt, war für mich Neuland, dass man den Hahn entsprechend "teilgespannt" halten muss.


    Gruß

    Michael

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  • P88
    antwortet
    hallo John !

    das teil kannte ich noch nicht ! ....sehr schöner bericht ! beim filmteil bin ich zwar irgendwann geistig ausgestiegen, aber ich vertraue deiner beweisführung !

    zitat gerhard polt "Attacke auf Geistesmensch"

    "Wenn ich diese NeroFilme nicht gesehen hätte, wüsste ich heute noch
    nicht, dass dieser Ustinov zum Beispiel Rom angezündet hat ..."

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  • John Wayne
    hat ein Thema erstellt …die kleinen grauen Zellen…..

    …die kleinen grauen Zellen….

    Mit der Entwicklung von Perkussions-Bündellaufpistolen Anfang des 19. Jahrhunderts wurde etwas später die Bezeichnung „Pepperbox“ geboren.

    Erste Konstruktionen, bei denen die Läufe wie eine verlängerte Trommel mit Laufteil im Kreis angeordnet waren, mussten noch von Hand nach jedem Schuss weitergedreht werden.

    Je mehr Läufe in dieser Anordnung zur Verfügung standen, umso höher wurde auch ihr Gewicht. Das hatte zur Folge, dass man von den anfänglich 8-10 Lauf Waffen wieder zurück auf weniger gewichtigere 4 Läufige Pistolen ging.

    Es gab Versionen mit oben und mit unten liegenden Hähnen. Aufgrund der Patentgesetze in den Vereinigten Staaten, waren dort die Hersteller von Waffen gezwungen, immer wieder neue Innovationen vor zu legen.

    Von der ersten „echten“ Pepperbox wurde dann, mit einer Erfindung von Ethan Allen 1834, gesprochen. Er baute einen 4 schüssigen Laufbündelrevolver mit oben liegendem Hahn. Das besondere war, dass er über einen Spannabzug (DAO) verfügte, der das Laufbündel drehte und den Hahn der Waffe auslöste.

    Die Bezeichnung „Pepperbox“ wurde dann zum Synonym für alle Laufbündelwaffen.

    Bei meinen persönlichen Schusstests begleitete mich diesmal der Derringer:
    Uberti, Model NEW DERRINGER, Kaliber .22kurz, Baujahr 1971

    Eine fast exakte Kopie des Derringers von C.Sharps, mit dem er 1859 den Markt revolutionierte.

    Als C. Sharps 1859 mit einer mehrschüssigen Derringerkonstruktion aufwartete, die über kein drehbares Laufbündel verfügte, dennoch aber einen Laufblock mit 4 Läufen besaß, erhielt auch diese Waffe den Spitznamen „Pepperbox“….

    Hergestellt in der Zeit von 1859-1874* in verschiedenen Versionen, wurde dieser handliche, 4 schüssige Derringer ein großer Erfolg seiner Zeit (Bild 1).
    *Gleichzeitig auch Ende der Produktion.

    In meinem Threat Keinkram… berichtete ich schon von dem Erfolgskurs, den die Derringer inzwischen eingeschlagen hatten.

    Es war zu der damaligen Zeit eben nicht so, dass überall und permanent ein Peacemaker oder eine andere vergleichbare Waffe getragen werden musste, aber so ein patenter Vierschüsser für die Westentasche war z.B. im Nordosten der USA ein immer gern geführter Begleiter.

    Der Sharps 1859 wurde u.a. im Kaliber: .22 / .30 / .32 Short Rimfire und .32 long Rimfire gebaut. Als Treibladung wurde natürlich bei den Originalpatronen Schwarzpulver verwendet.

    Die von mir beleuchtete Replic von Uberti verschießt die Standard .22kurz Patrone der heutigen Zeit.

    Die Technik der Waffe ist so einfach wie verblüffend.

    Technische Daten:
    Gesamtlänge: 122mm
    Lauflänge: 63mm
    Kaliber: .22kurz
    Gesamthöhe: 60mm
    Gesamtbreite: 25mm
    Gewicht: 250gr.
    Schusszahl: 4

    Zum öffnen der Waffe muss der Hahn der um etwa 3mm nach hinten gezogen und in der Position gehalten werden. Gleichzeitig wird der vorn am Rahmen liegende Knopf eingedrückt. Jetzt wird der 4 läufige Laufblock entriegelt und kann auf einem Schienensystem nach vorn geschoben werden. Eine recht gewöhnungsbedürftige Art des Ladens eines Derringers (Bild 2).

    Die Besonderheit ist, dass beim Vorgang des Öffnens der Waffe keine Spann- oder Hülsenauswurfmechanismen ausgelöst werden. Die Hülsen müssen von Hand entnommen werden, was sich als recht „fummelig“ erweisen kann. Gespannt wird die Waffe mittels Single Action (SA) Technik (Bild 3).

    Ein im Hahn gelagerter, drehbarer Schlagbolzen, ausgerichtet um Randfeuerpatronen zu zünden, ist das Herzstück des NEW DERRINGERS.

    Dieser rotiert bei jeder Spannbewegung. Bedeutet, wenn der erste Schuss abgefeuert wurde, liegt der Schlagbolzen weiterhin vor der Ausgelösten Patrone. Wird nun der Hahn erneut gespannt, wird der Schlagbolzen automatisch um ¼ weitergedreht und steht nun im vorgespannten Zustand vor der nächsten Kammer.

    Erreicht wird die Rotationsbewegung des drehbar im Hahn gelagerten Schalbolzens über eine Transportklinke, die durch eine Nut im Hahn bei jedem Spannvorgang über eine Achse nach oben angehoben wird und in eine Verzahnung des Schlagbolzen greift. Quasi schon so wie bei einem Revolver.

    Entspannt man nun den Hahn wieder manuell, wird beim nächsten Spannvorgang des Hahns der Schlagbolzen erneut um eine ¼ Umdrehung gedreht. Löst man nun den Schuss aus, bleibt die Patrone in der vorigen Kammer "un" Verschossen (Bild 4).

    Damit ist eigentlich schon alles erklärt und ich könnte den Bericht damit beenden, wenn da nicht noch eine Kleinigkeit gewesen wäre die mir seit vielen Jahren keine Ruhe gelassen hat…..

    Ein C.Sharps 1859 Model (auch eine Replik) wurde als Filmwaffe in der Agatha Christie Verfilmung von 1977 „Tod auf dem Nil“ mit Peter Ustinov , David Niven und Mia Farrow, verwendet und als Tatwaffe eindrucksvoll in Szene gesetzt.

    Da der Sharps eine klar vorgegebene Schlagbolzenrotationsfolge hat, machte es mich neugierig ob diese im Film auch beachtet wurde. Nun, im Besitz einer identischen Waffe, kam ich bei meinen Nachforschungen zu einem erstaunlichen Ergebnis….

    Ruft man sich den Film Tod auf dem Nil (1977) und die Funktion des Sharps 1859 noch mal in Erinnerung, wäre es demnach möglich anhand des Tatherganges zu prüfen, ob und welche der einzelnen Kammern in welcher Reihenfolge abgeschossen wurden.

    Faktisch wurden insgesamt 5 Schuss in dem Film abgegeben. 3 in einer Reihenfolge, gefolgt von weiteren aufeinanderfolgenden 2 Schüssen zum Ende des Films.

    Bei den ersten drei Schuss wurde der erste von Mia Farrow abgegeben, dessen Projektil im Tisch stecken blieb. Der zweite vom Simon MacCorkindale beim Mord an Lois Chiles und dritte ebenfalls vom Täter, um sich selbst ins Bein zu schießen.

    Dann entfernte Simon MacCorkindale eine leere Hülse und lud diese Kammer neu, wobei sich ja die Schlagbolzenstellung nicht ändert.

    Waffentechnisch hätte man den Fall lösen können indem man einfach einen weiteren Schuss abgefeuert oder zumindest den nächsten Schuss mit leerer Kammer simuliert hätte.

    Da der Täter nach dem dritten Schuss die Kammer oben rechts (3) nachlud, muss der erste Schuss aus der Kammer unten links (1) abgefeuert worden sein. Demnach stand der Schlagbolzen bei der mit 4 Patronen geladenen Waffe ursprünglich auf Position 4 (Bild 5).

    Der zweite fiel aus der Kammer oben links (2). Folglich ist der dritte Schuss aus der Kammer oben rechts abgefeuert worden. Beim nächsten Spann- und Auslösevorgang wäre nun, bedingt durch die Schlagbolzenrotation, die Patrone in der Kammer unten rechts (4) ausgelöst worden. Auch wenn die Kammer oben rechts inzwischen nachgeladen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt war auch „filmisch“ alles richtig gemacht worden.

    Im Verlaufe des Films wurden bei der Rekonstruktion möglicher Tatmotive noch vier weitere Schuss abgefeuert, was die Rotationsstellung hätte beeinflussen können.

    Nun ist es so, dass die Szenen von Spielfilmen, anders als im Theater, nicht in der später geschnittener Reihenfolge abgedreht werden. Es werden in der Regel alle Szenen eines Ortes als Blöcke aufgenommen.

    So lässt sich also nur mutmaßen, in welcher Szenenreihenfolge die Schüsse abgefeuert worden sind. Wurden z.B. alle möglichen Tatmotiv-Schüsse in einer Reihenfolge abgedreht danach dann die End-Szene des Films und wiederum dann die 3 Schuss in der Tatreihenfolge….

    Aber da scheinen die Verantwortlichen genau aufgepasst zu haben, dass sich bei den ersten drei Schuss keine Änderung der Rotationsstellung des Schlagbolzens einstellte.

    Als nun am Ende des Films Mia Farrow ihren Geliebten erschoss (nachdem sie unmittelbar vorher unbemerkt die Waffe den Beweismitteln entnahm) wurde die Kammer unten rechts (4) ausgelöst und beim nächsten Schuss, mit der sich Mia Farrow selbst das Leben nahm, wurde die Kammer unten links (1) ausgelöst. Dort befand sich aber die leere Patronenhülse des ersten Schusses dessen Geschoss im Tisch landetet…...

    Die einzige funktionsfähige Patrone nach dem 4. Schuss aus der Waffe, befand sich in der Kammer oben rechts (3), da sie ja nachgeladen wurde.

    Somit ist der zweite Schuss von Mia Farrow, mit dem sie sich selbst tötete, NICHT möglich gewesen (Bild 6).

    Schuss Nummer 5 wäre technisch nur gefallen wenn:

    1. die Waffe im Verlaufe des Films neu geladen worden wäre.

    Das aber ist in keine Szene zu sehen und wäre auch unrealistisch, da die Waffe in ihrem Zustand ein Beweismittel war und sich nach ihrem Auffinden fortan unter Kontrolle von Ustinow und Niven befand.

    2. Wenn Mia Farrow den Derringer nach dem Schuss auf ihren Geliebten 3x nach einander Vorgespannt hätte und jeweils nach dem 1. und 2. Spannvorgang die Waffe wieder manuell entspannt hätte. In diesem Fall hätte dann der Schlagbolzen beim 3. Spannvorgang vor der noch in Kammer 3 befindlichen Patrone gestanden.

    Kann man aber so viel Waffenverständnis von ihr erwarten? Filmisch ja, denn sie erwähnte in einem Gespräch mit Ustinov, dass ihr Vater sie zu einem Meisterschützen ausgebildet hätte und das setzt wohl gute Waffenkenntnisse voraus. Weiterhin war sie ja in den Fall verstrickt, bzw. die treibende Kraft und war sich um der Schlagbolzenstellung wohl bewusst.

    Aber auch über diesen Vorgang ist im Film nichts zu erkennen und somit ist er wohl aus zu schließen.

    Schaut man sich die Filmszenen weiterhin genauer an, kann man beim Nachladevorgang erkennen, dass sich offenbar in allen Kammern abgeschlagene Patronenhülsen befanden.

    Die Schlagbolzenabdrücke auf den Hülsen in Kammer 1 und 2 (im Film) zeigen beide nach oben, sie müssten aber eigentlich zur Mitte des Laufblockes zeigen.

    Auch die Patrone beim Nachladevorgang der 3. Kammer wies einen Schlagbolzenabdruck auf, obwohl die Patrone mit einem Geschoss versehen war.

    Das ist aber ein verzeihbarer Umstand, denn hier ging es natürlich um die Sicherheit der Schauspieler.

    Auch waren die Bediener der Waffe, und das waren immerhin fast alle Schauspieler des Films, wohl sehr gut daran eingewiesen worden. Denn wie ich Eingangs beschrieb, ist das Öffnen der Waffe recht gewöhnungsbedürftig.

    Das funktionierte beim Täter (Simon MacCorkindale) beim Nachladen der Waffe und bei David Niven, beim Nachprüfen der Waffe, nahezu reibungslos (Natürlich kann die Filmwaffe auch präpariert gewesen sein…man weis ja nie….aber augenscheinlich…).

    Zwei weitere Schüsse, die man allerdings nicht addieren kann, waren der Schuss Nummer 1 (aus der dreier Serie) aus verschiedenen Kameraperspektiven.

    Und wer weis, wie oft während der Dreharbeiten mit der Waffe geprobt und herumgespielt wurde.

    Abschließend bleibt mir die Erkenntnis, dass im ersten Segment der Schussfolge alles richtig gemacht wurde und der Schuss Nr. 5, der eigentlich hätte nicht fallen können, der Dramaturgie des Films geschuldet war.

    Der Schusstest den ich nun mit der Waffe durchführte basierte vor allem auf dem vorher beschriebenen. Somit habe ich also erdenkbaren Möglichkeiten durchgespielt um einen Fehler im Film zu finden…..

    Persönliches Fazit:
    Bezüglich des getesteten Derringers von Uberti bin ich ein Fan von dieser Waffe geworden. Seine Zuverlässigkeit, seine Technik und sein Design haben bis in die heutige Zeit bestand.

    Die nachempfundene Beschriftung auf dem Rahmen unterscheidet sich im ersten Augenblick nicht von der des Originals. Dennoch zeigt sich beim näheren Hinschauen, dass der Hersteller hier die allgem. Optik (zumindest von einer Rahmenseite) erhalten wollte, denn das Original ist auf beiden Rahmenseiten beschriftet.

    Durch diese kleine Abweichung lassen sich i.d.R. schnell die 1859er Repliken von den Originalen Unterscheiden (Bild 7).

    Schießen, halten und spannen lässt sich der NEW DERRINGER von Uberti sehr gut. Das wird sich dann beim Original auch wohl so darstellen.

    Das entfernen der verschossenen Hülsen ist da schon wieder eine andere Liga. Man sollte ein Holzstäbchen mitführen oder gute Fingernägel besitzen um diesen Vorgang durch zu führen.

    Was die Präzision angeht, so habe ich mit dem NEW DERRINGER aufgelegt auf eine Entfernung von etwa 7 Meter geschossen. Ausgestattet mit einem Perlkorn und einer in den Rahmen gefrästen Kimme, die nur bei gespannter Waffe einsichtig ist, kann man über das Trefferbild unterschiedlicher Meinung sein. Eine Pepperbox eben…… (Bild 8).

    Der Film „Tod auf dem Nil“ ist nach wie vor mein Lieblingsfilm aus der Agatha Christie Reihe mit Peter Unstinov als Hercule Periot.

    Vielleicht fühlt sich nun der ein oder andere Leser, der diesen Film noch nicht kennt, dazu genötigt sich diesen in nächster Zeit an zu schauen. Das Winterwetter bietet dazu den besten Rahmen und ich garantiere euch das ihr begeistert sein werdet. Denn der Film birgt noch viel mehr „kleine Geheimnisse“ als nur den Sharps 1859 (Bild 9).
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