SchutzMasken.de Brownells Deutschland

Ankündigung

Einklappen

Tests vom Duke

Der Weg zu John Waynes Waffentests:

Rund um die Waffe
- Waffentechnik
- - Beschreibungen

Abkürzung: http://waffen-welt.de/showthread.php?t=6966
Mehr anzeigen
Weniger anzeigen

Hinter den 7 Bergen bei den 6 Zwergen

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Hinter den 7 Bergen bei den 6 Zwergen

    Auf keinfachen Wunsch habe ich mir einmal 6 Kurzwaffen mit Masseverschluss aus meiner Sammlung hervorgenommen und sie auf ihre Verriegelungsmechanik des Laufes untersucht. Einige Waffen davon sind bekannt, da ich sie schon in einem Thread vorstellte <Klick 1> <Klick 2>.

    Folgende Waffen habe ich für meine Vergleich ausgesucht:
    Walther TP, Kaliber .22lr Beschussdatum 1967
    Walther TPH, Kaliber .22lr, Beschussdatum 1972
    BRNO Mod. Z, Kaliber 6,35mm Browning (.25ACP), Beschussdatum 1960
    Astra CUP, Kaliber 6,35mm Browning (.25ACP), Beschussdatum 1956
    FEG R8, Kaliber 9mm Makarov, Beschussdatum 1962
    Beretta Mod. 70, Kaliber 7,65mm Browning (.32Auto) Beschussdatum 1969


    Alle 6 Pistolen besitzen einem starren Lauf. Bei einigen lässt er sich ausbauen, bei einigen wiederum nicht. Wie jetzt die verschiedenen Hersteller das Problem mit dem starren Lauf, dem Feder-Masse-Verschluss und der verwendeten Munition gelöst haben, schauen wir uns jetzt einmal an.


    Beginnen wir mit dem Model Walther TP (Bild 2).
    Dieses Model besitzt ein wirklich interessantes Zerlege-System. Ein kleiner Stift unterhalb der Schlagbolzenhalterung an der Rückseite des Verschlusses muss lediglich nach unten gedrückt werden und schon springt die Halterung heraus und man kann den Verschluss nach vorn in Mündungsrichtung abschieben.


    Der Lauf ist in einen Mantel gefasst (fig.1a), der fest mit dem Griffrahmen verbunden ist. Der Lauf selbst ist in diesem Teil fest verstiftet.

    Unterhalb des Mantels befindet sich die herausnehmbare Verschlussfeder mit Führungsstange (fig.1b).

    Der Verschluss ist auf halber Länge nach oben offen und vorne über einen Steg verbunden.

    Die Verschlussführung erfolgt in diesem Fall nicht über dem Lauf, sondern im offenen Teil unterhalb des Laufmantels, wo sich auch die Rückholfeder befindet, der als Führungsschiene dient (fig.1c).

    Der Stift, mit dem der Lauf im Laufmantel befestigt ist, verhindert, dass dieser seine Position verändert (fig.2).

    Als nächstes schauen wir uns die Walther TPH an (Bild 3).
    Das Zerlege-System der TPH gleicht dem Model PP und dem Model PPk. Somit ist das Unterlegen einer Verschlussfeder nebst Führungsstange unterhalb des Laufes nicht möglich. Im zusammengebauten Zustand wird dieser Bereich durch den in den Griffrahmen ragenden Block versperrt
    (fig.1a).


    Somit blieb nur die Möglichkeit, die Verschlussfeder über den Lauf zu verlegen. Der Lauf dient in diesem Fall als Führungsstange (fig.1b).

    Der Verschluss ist so geformt, dass dieser, neben seinen Führungsschienen, seine Führung über den Lauf erhält (fig.1c).

    Aus dem Griffrahmen ist ein kurzes Aufnahmeteil für den Lauf geformt. Durch diesen wird der Lauf gepresst und am Ende unterhalb des Patronenlagers mit dem Griffrahmen verstiftet (fig.1a).

    Die Verschlussfeder wirkt sehr kräftig und überdimensioniert, so dass man sich nicht vorstellen kann, dass ein Schuss im Kaliber .22lr überhaupt repetiert wird…(fig.2b) Aber das ist eben die Kunst. Es funktioniert nämlich erstaunlich gut.

    Die Brünner Z ist im Kaliber schon etwas stärker, aber trotzdem die Kleinste in der Testserie (Bild 4).
    Nachdem man den Verschluss gefangen hat (fig.1a), zeigt sich im Mündungsbereich ein Stück des Laufes, welches eine starke Rändelung aufweist (fig.1b) sowie ein Stück der Führungsstange der Verschlussfeder (fig.1c).

    Mit einer Rechtsdrehung an der Rändelung des Laufes (fig.2a) wird nun der Lauf mit seiner Verzahnung aus dem passgenauen Gegenstück im Griffrahmen gedreht (fig.2b).

    Nun kann der Verschluss mitsamt dem Lauf vom Griffrahmen geschoben und der Lauf kann dann mit einer weiteren ¼ Drehung vom Verschluss getrennt werden (fig.3a).

    Zurück bleibt der Griffrahmen mit dem Gegenstück zum Fixieren des Laufes (fig.3b), sowie die herausnehmbare Verschlussfeder mit Führungsstange (fig.3c).

    Die Astra CUB, m.E. die schönste Taschenpistole in meiner Sammlung, kämpft ebenso in der 6,35mm Klasse. Sie ist optisch einer modernen Selbstladepistole nachempfunden, ist aber nur unwesentlich größer als die BRNO „Z“ (Bild 5).

    Nachdem der Verschluss mit dem gleichzeitig als Sicherungshebel dienenden Verschlussfanghebel gefangen ist (fig.1), ragt auch hier der Lauf aus dem Verschluss.

    Das nun herausragende Laufstück wird, wie bei der BRNO Z, mit einer Rechtsdrehung aus seiner Verzahnung mit dem Griffrahmen gedreht (fig.2a).

    Auch in diesem Fall kann man die Verschlussführungsstange, die unter dem Lauf liegt, sehen (fig.2b).


    Der Lauf kann jetzt direkt aus dem Verschluss gezogen werden (fig.3).

    Nachdem man den Verschlussfanghebel gelöst hat, kann nun auch der Verschluss heruntergeschoben werden.

    Im zerlegten Zustand können nun der Lauf (fig.4a), der Griffrahmen mit dem Fixierungsrillen (fig.4b), und die Verschlussfeder mit Führungsstange (fig.4c) und deren Zusammenwirken erkannt werden.

    Bei der FEG R61 handelt es sich um das stärkste Kaliber in der Testreihe. Die leistungsstarke Patrone 9mm Makarov steht wohl am Ende der Möglichkeiten der Pistolen mit starren Läufen (Bild 6).
    Ihr Aufbau und das Zerlege-System mit sind dem der TPH, PP und PPk identisch. Auch hier wurde die Verschlussfeder über den Lauf gelegt, da der Zerlege-Mechanismus unterhalb des Laufes keine andere Möglichkeit bot (fig.1a).

    Lediglich, im Gegensatz zur TPH, liegt die Verstiftung des Laufes im vorderen Bereich des Aufnahmeteils (fig.1b).

    Die Problematik, weshalb hier auf eine Verschlussfeder mit Führungsstange verzichtet werden musste zeigt sich in fig.3.

    Ist die Waffe zerlegt, befindet sich eigentlich ein ausreichender Spalt zur Aufnahme einer Verschlussfeder nebst Führungsstange zwischen Lauf und Griffrahmen (fig.3a).

    Wird die Waffe wieder zusammengebaut, stünde aber diese Konstruktion dem Setzblock im Wege bzw. im zusammengebauten Zustand (Theorie, da technisch nicht möglich) würde der Verschlussfederdruck und die Führungsstange auf den Setzblock drücken (fig.3b).

    Die Beretta Model 70 zeigt sich in der Testgruppe von einer ganz anderen Seite. Sie ist eingerichtet für die Patrone 7,65mm. Es gibt sich aber auch in .22lr und 9mm kurz (.380Auto) (Bild 7).
    Zerlegt man die Waffe, so erhält man die klassischen Baugruppen incl. der Verschlussfeder mit Führungsstange (fig.1a).

    Zerlegt wird die Pistole mittels des Beretta-typischen Drehhebels (fig.2a). Im Griffrahmen zeigt sich eine Schiene, die zur Aufnahme des Laufes dient (fig.2b).

    Das Gegenstück zu dieser Schiene befindet sich am unteren Teil des Laufes in der Länge des Patronenlagers (fig.3a).
    Der Lauf wird nun einfach in die Schiene geschoben (fig.3b) und findet seinen Anschlag am Magazinschacht (fig.3c).

    Im Unterschied zu den anderen Pistolen bildet bei der Beretta der Verschluss beim Zerlegen der Waffe eine komplette Einheit bestehend aus Verschluss, Lauf, Verschlussfeder und Führungsstange. Die Führungsstange wird sogar, wie bei Pistolen mit Laufverriegelung, unterhalb des Laufes eingehakt (fig.4).

    Fazit:
    Bei allen sechs Pistolen führt der Lauf beim Schuss keine Verriegelungsbewegung durch, egal ob sie fest oder lösbar mit dem Griffrahmen verbunden sind.


    Die Leistungsdaten der Patronen für die verschiedenen Pistolen könnten nicht unterschiedlicher sein und jede Patrone hat ihre Eigenheiten, welche zur reibungslosen Funktion der Waffe berücksichtigt werden musste (Bild 8).

    Der Vergleich zeigt, dass die Hersteller der Waffen sich immer wieder etwas einfallen ließen, um mit verschieden Konstruktionen ein jedes System möglich zu machen. Beginnend mit einer leistungsschwachen Patrone im Kaliber .22lr bis hin zur leistungsstarken 9mm Makarov (Bild 9).
    Angehängte Dateien
    Gruß
    J.W.
    Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
    und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
    J.W.

    #2
    Hallo John Wayne,
    Deine Waffenvorstellungen sind immer sehr erfrischen. Die vorgestellten Pistolen finde ich auch in meiner Sammlung wieder. Das Waffensammeln ist eine Leidenschaft die mich mein ganzes Leben begleitet hat. So habe ich in der Sammlung u. a. eine Bernardelli im . 22 Long wohlgemerkt nicht .22 lfB sondern eben .22 Long. In das dazugehörige Pistolenmagazin passt keine normale .22 lfB Patrone mit einer Länge von 25mm, weil sie 1,7 mm zu lang ist; in das Patronenlager hingegen schon. Nun fand ich in meinem Patronenfundus noch zwei passende Schuß .22 lfb mit einem Kegelstumpfgeschoß, Länge 23,3 mm. Bekomme ich noch solche Munition im Handel meine Suche war bis lang ergebnislos. Wenn ich mal mit dem Teil schieße kappe ich z.Z.vorher die Spitze von .22 lfB. Mun. Die Pistole ist nicht für .22 Zimmermun. gedacht die Verschlußfeder ist viel zu stramm. Die Maßangaben wurden mit einer alten Schieblehre ermittelt können also um 10 tel abweichen. Vielleicht weißt Du was über die Taschenpistole bzw. der Mun.
    You do not have permission to view this gallery.
    This gallery has 1 photos.

    Kommentar


      #3
      Hi Vektor,
      vielen Dank.
      Das einzige was ich über die Bernardelli Baby in Erfahrung bringen konnte ist, dass dieses Model im Kaliber .22 Long sehr sehr selten ist und für eine Taschenpistole recht hochpreisig gehandelt wird. Es gab dann später noch das Model 68 im Kal. .22kurz (weniger selten, sowie auch die Baby in .22 kurz).

      Über die Patrone .22 Long habe ich nichts finden können. Selbst in meinen Munitionsnachschlagewerken nicht. Vielleicht solltest Du mir mal die Hülsenlänge der .22 Long zusenden und ein Bild vom Bodenstempel der Patronen .22lfb Kegelstumpf, die Du noch hattest.

      Die einzige Kegelstumpf Patrone die ich in meiner Sammlung gefunden habe ist die Remington Viper .22 HV. Ich habe nochmal die Längen zur .22lfb mit Rundkopf gemessen (siehe Bild).

      Aufgrund der Geschossform bei der Viper könnte es ja möglich sein das diese schon passt....?

      Soweit erstmal zu meinen ersten Recherchen. Eine Spur wäre wohl im Bereich der HV Munition zu finden, die zur Jagd auf Raubwild Verwendung findet.
      Angehängte Dateien
      Gruß
      J.W.
      Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
      und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
      J.W.

      Kommentar


        #4
        Hältst Du es wirklich für angebracht, die Viper aus dem Oldi zu verschießen?
        Klingt n meinen Ohren doch etwas nach Overkill...

        vorsichtige Grüße
        vom Gunner
        Sie sind unbewaffnet! Das ist gegen die Vorschrift! !(Aeryn Sun zu John Crichton in Farscape)

        Nichts ist gut in Afghanistan! (Margot Käßmann, Heiligabend 2009 )

        I like the shiny steel and the polished wood ! (Steve Lee: I Like Guns)

        Kommentar


          #5
          Zitat von Gunner Beitrag anzeigen
          .......doch etwas nach Overkill...
          Hi Gunner,
          das obliegt letztendlich immer dem Besitzer. Ich warte mal auf den Patronenbodenstempel, ggf. kann man daraufhin weiter im lfb SV Bereich recherchieren.
          Gruß
          J.W.
          Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
          und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
          J.W.

          Kommentar


            #6
            Hier mal ein Bild von der passenden Munition. Eine Verpackung gibt es nicht mehr. Hülsenlänge wie bei lfB nur die Patrone insgesamt ist nicht 25,0 mm lang sondern 23,3 mm und passt in das Bernardelli - Magazin.
            You do not have permission to view this gallery.
            This gallery has 1 photos.

            Kommentar


              #7
              Hi Vektor,
              vielen Dank für das Bild. Der Bodenstempel ist von dem Hersteller Hirtenberger..... jetzt heißt es suchen... und ein wenig Glück haben.
              Ich habe eine SK Schönebeck Flatnose gefunden. Angaben über die Gesamtlänge habe ich aber nicht gefunden. Vielleicht mal ins Waffengeschäft und vor Ort die Länge messen.
              Von HP habe ich noch nichts außer .22WMR....
              Zuletzt geändert von John Wayne; 02.02.2022, 18:12.
              Gruß
              J.W.
              Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
              und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
              J.W.

              Kommentar


                #8
                Hallo John Wayne,

                danke für Deine Mühe. In den nächsten Tagen werde ich mal beim Büma. vorbeischauen.

                Kommentar


                  #9
                  Hallo John Wayne,

                  die KK Munition habe ich gestern von Baumann erhalten. Leider sind die ansich kürzeren Geschosse immer noch einige 10 tel zulang aber schnell gekürzt. Nun ja, es ist ja nicht die einzige schießtüchtige Waffe. Nochmal danke für Deine Bemühungen.

                  Kommentar


                    #10
                    Hallo Vektor,
                    keine Ursache. Schön das du Dich noch mal gemeldet hast. Ich habe natürlich fest damit gerechnet das diese Patronen peferkt passen... Ich bin ein wenig enttäuscht.
                    Aber aufgeben gibt es nicht. Irgendwann stolpern wir mal über die richtigen
                    Gruß
                    J.W.
                    Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
                    und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
                    J.W.

                    Kommentar


                      #11
                      Die Aguila .22 lr Super Colibri 20 grs.
                      ist von der Länge sicherlich das gewünschte und keine reine Zimmerpatrone mehr, aber ob die 590 fps bei dem leichten Geschoss die Bernardelli repetieren lassen?

                      https://www.aguilaammo.com/products/...ic-lead-bullet

                      Mit rein rechnerisch 21 Joule (Hersteller: 16 ft•lb) also etwa 1/4 der Mündungsenergie einer .22 long wird die Pistole sicherlich nicht repetieren. Da bietet ja sogar eine .22 kurz mehr Dampf.
                      Zuletzt geändert von Olympia; 19.03.2022, 11:23.

                      Kommentar


                        #12
                        ...... danke für die Info.

                        Kommentar

                        Lädt...
                        X