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Hallo liebe Waffen-Welt Nutzer,

wie sicher die Meisten mitbekommen haben dürften, war das Forum einige Zeit nicht erreichbar.
Der Auslöser hierfür war ein defektes Update. Ich musste hier einige Dinge per Hand korrigieren, wozu ich allerdings vor Weihnachten keine Zeit mehr hatte.

Des weiteren bitte ich darum, dass alle Nutzer ihr Passwort neu setzen, bzw. ändern.
Grund hierfür ist ein Hacker-Angriff welcher schon eine Zeit zurück liegt. Hier wurde eine Sicherheitslücke in der vBulletin Software ausgenutzt.
Betroffen davon waren so ziemlich alle existierenden vBulletin Foren weltweit.
Dank einiger Nutzer wurde mir mitgeteilt dass auch von uns hier EMail-Adressen und die verschlüsselten Passwörter gestohlen wurden.
Um hier also auf Nummer sicher zu gehen, bitte ich darum eure Passwörter zu ändern.
Laut vBulletin sollen die Sicherheitslücken nun geschlossen sein.

Euer Passwort könnt ihr hier ändern: https://waffen-welt.de/settings/account

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
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Wer wandert durch die dunkle Kammer…

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    Wer wandert durch die dunkle Kammer…

    Vor wenigen Wochen habe ich die Treibladung meiner handgeladenen .44 Magnum Patronen erhöht, um den geforderten Mindestimpuls von 450 für die Teilnahme an der DSB-Disziplin Gebrauchsrevolver Kaliber .44 Magnum zu erreichen. Dabei stellte ich durch einen Zufall fest, dass das Geschoss der 6. Patrone sichtbar aus der Hülse gewandert war…..dieser Sache wollte ich auf den Grund gehen.

    Komponente *Ursprungslaborierung / *MIP-Laborierung
    Hülse : CBC MagTech / CBC MagTech
    Geschoss : 240grs (15,55gr.), H&N Pb, CU, HP / 240grs (15,55gr.), H&N Pb, CU, HP
    Treibladung : 6,4grs N320 / 8,9grs N320
    Zündhütchen : CCi LP / Murom LP
    OAL der Patrone : 40,25mm / 40,25mm
    Geschwindigkeit V2 : 275m/s / 305m/s
    Mündungsenergie E0 : 587 Joule / 724 Joule
    Impuls : 428 / 474
    *Persönlich ermittelte Laborierungsdaten. Nachahmung auf eigene Gefahr!!

    Der Mindestimpuls für die jeweilige DSB-Disziplin errechnet sich aus:
    0,1 x Geschossgewicht in grs x 0,0648 x Mündungsgeschwindigkeit in m/s

    Um nun zu erfahren, wer wohin wandert wenn die Trommel geschlossen ist und die Patronen sich völlig unbeobachtet im Dunkeln der Kammern befinden, habe ich wahllos 30 Patronen aus dem Gesamt LOS meiner hergestellten Munition genommen.

    Zu Beginn des Tests beschriftete ich 3 x 5 Patronen von 1-5 und bei 15 weiteren Patronen 3 mit der 5.

    Die durchschnittliche Länge der Patronen war : 40,25mm

    Als erstes schoss ich die 150Sek. Serie der Disziplin und machte nach jedem Schuss eine „Vermessungs“ - Pause. Das Ergebnis stellte sich wie folgt dar:

    Schuss 1
    Patronenlänge 2 - 40,30mm / Schuss 2
    Patronenlänge 3 - 40,30mm / 40,37mm / Schuss 3
    Patronenlänge 4 - 40,35mm / 40,40mm / 40,56mm / Schuss 4
    Patronenlänge 5 - 40,35mm / 40,40mm / 40,59mm / 40,70mm

    Als zweites schoss ich die 20 Sek. Duellserie und vermaß nur die 5. Patrone, um festzustellen ob sich die schnelle Schussfolge anders auf die Geschosswanderung auswirkt.

    Patronenlänge nach 4 Schuss in ca. 15Sek. : 40,65mm

    Den gesamten Test führte ich 3x durch um hier Durchschnittswerte zu erreichen. Die Entscheidung nur jeweils 5 Schuss in einer Folge zu testen basiert auf der DSB-Übung selbst, da diese pro Durchgang nur max. 5 Schuss zulässt. Davon können natürlich Disziplinen anderer Schießsportverbände abweichen.

    Mein Fazit:
    Die Patronen sind in der Trommel in der 150Sek. Serie um rund 0,5mm aus der Hülse gewandert. In der Duellserie nach 4 Schuss innerhalb von ca. 15Sek. um rund den gleichen Wert. Somit hat die schnelle Schussfolge wohl keinen Einfluss auf die Geschosswanderung bei einer Schussfolge von 4 Schuss.

    Bezüglich der Treffpunktlage, bei Veränderung des Verbrennungsraumes um 0,5mm, habe ich keinen Unterschied bemerkt. Somit hat die Verbrennungsraumvergrößerung um 0,5mm keinen ermittelbaren Einfluss auf das Schießergebnis bis 25mtr.

    Dennoch sollte man, wenn man solche Grenzladungen lädt, die Geschosswanderung im Auge behalten. Lässt es sich an der Präzision auch nicht bemerken, so kann eine Veränderung des Verbrennungsraumes durchaus gefährliche Gasschwankungen erzeugen, dessen Folge eine Waffesprengung sein kann. Und diese ist, wie allgemein bekannt, nicht nur für den Schützen gefährlich.

    Ich empfehle:
    Wenn ihr eine stake Laborierung herstellt, bewaffnet euch mit einer Schieblehre, Block und Bleistift, seht zu das ihr allein auf dem Stand seid und prüft das hergestellte LOS auf Herz und Nieren. Das bedeutet Sicherheit für euch und alle anderen Schützen.
    Zuletzt geändert von John Wayne; 16.01.2013, 17:50.
    Gruß
    J.W.
    Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
    und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
    J.W.

    #2
    N Abend JW,

    ich bin kein WL, aber werden die Patronen nicht gecrimpt ?

    Wenn nein, warum ned ? das würde das Wandern des Geschosses verhindern.
    MfG aus der schönen Pfalz

    Eins ist sicher - die Rente ( Norbert Blüm, anno die 90er, )
    Wir schaffen das ( Angela Merkel 2015, Und wen meint sie mit "wir" ?

    "Bevor isch misch uffreg, is mers egal ....." oder auch "Äner vun uns zwä is bleeder wie isch....."

    Kommentar


      #3
      Hi Matthias,

      Zitat von Pfälzer Beitrag anzeigen
      ich bin kein WL, aber werden die Patronen nicht gecrimpt ?
      recht hast Du, die Patronen werden gecrimpt. Man unterscheidet bei den Geschossen welche mit Crimprille und ohne Crimprille (siehe Bild).

      Bei Geschossen mit Crimprille kann man den Hülsenmund in eine im Geschoss befindliche Rille crimpen (Roll-Crimp genannt).

      Vorteil:
      Man hat dadurch einen wesentlich festeren Sitz des Geschosses in der Hülse. Gerade bei stärkeren Ladungen.

      Nachteil:
      Durch den Roll-Crimp wird mittelfristig der Hülsenmund der Hülse beschädigt und eine mehrfache Verwendung ist dann eingeschränkt. Weiterhin ist man mit der Setztiefe des Geschosses durch die Crimprille gebunden.

      Bei Geschossen ohne Crimprille kann man den Hülsenmund nur an den glatten Geschossrand crimpen (auch Taper-Crimp genannt).

      Vorteil:
      Man ist an keine Setztiefe, mit der man die Leistungsdaten einer Patrone noch variieren kann, gebunden und der Hülsenmund der Hülse wird nicht beschädigt.

      Nachteil:
      Der feste Sitz des Geschosses ist eingeschränkt und man kann in diesem Fall nur Patronen bis zu einer bestimmten Leistungsdichte Laden. Bei meiner .44 Magnum Laborierung mit Geschossen ohne Crimprille habe ich wohl gerade diese Grenze erreicht.

      Ich habe meine Patronen, nachdem ich bemerkt hatte das sich ein Geschoss fast aus der Hülse herausgeschlichen hat, mit der Taper-Crimp Matrize noch mal nachgecrimpt. Deshalb auch wohl nur die 0,5mm lange Wanderschaft bei meinem Test. Damit kann ich leben. Eine weitere, ungefährliche, Steigerung mit diesen Geschossen ist wohl nicht mehr drin.
      Angehängte Dateien
      Gruß
      J.W.
      Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
      und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
      J.W.

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        #4
        Interessant. Wieder etwas gelernt.

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          #5
          Hallo,

          das ist der gleiche Effekt wie mit dem Entladehammer! Mir ist da ein namhafter Schütze bekannt welcher auf der DM auch mit verklemmter Trommel da stand weil die Pillen aus den Hülsen gerutscht sind. Die Ursache war dann eine lockere Crimpmatrize in seiner Mehrstationenpresse.

          Dieser Effekt findet manchmal sogar bei Pistolen statt wenn nicht sauber gecrimpt wurde, dann werden die Pillen im Magazin länger! Allerdings mögen manche Laborierungen keinen zu starken Crimp, weshalb man da manchmal einen Mittelweg zwischen rutschenden Geschoßen und präziser, funktionierender Munition finden muß.

          Gruß
          Turrican
          Gestern standen wir am Abgrund!
          Heute sind wir einen Schritt weiter....

          Kommentar


            #6
            Hi Dzilmora, Hi Turrican,

            Zitat von Dzilmora Beitrag anzeigen
            Interessant. Wieder etwas gelernt.
            @Dzilmora
            Vielen Dank.
            schön das ich Dir etwas neues aufzeigen konnte...aber nicht, dass wir Dich hier noch zum Abitur durchschleppen...

            @Turrican
            Natürlich ist das Wiederladen von Patronen wesentlich komplexer. In meinem Beitrag habe ich nur eine Essenz aus einer der größten Philosohien geliefert.
            Das was Du ansprichst, trifft gerade einen sehr sensiblen Bereich, der von allen Wiederladern stets mit eigener Rezeptur beseelt wird.
            Gruß
            J.W.
            Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
            und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
            J.W.

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              #7
              Zitat von John Wayne Beitrag anzeigen
              ...aber nicht, dass wir Dich hier noch zum Abitur durchschleppen...
              Der Spruch ist aber fies!
              "Wenn man sieht, was der liebe Gott auf der Erde alles zulässt, hat man das Gefühl, dass er immer noch experimentiert."
              Peter Ustinov

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                #8
                Hier ein paar Tips zum Crimpen

                Hatte bei meinen Casulls in .454 und 500 Wyoming Express auch das Problem mit sich verändernden Patronen während des Schusses.
                Lösung: Verwende jetzt nicht mehr die LEE Factorycrimp, welche übrigens von H/N empfohlen wird, sondern die Profile Crimp von Redding. Seitdem ist Schluß mit Streukreisen um die 40cm weil das Geschoß aus der Hülse wanderte.
                Das Problem gibts übrigens auch bei der 50AE, auch da gibt es eine tolle Crimpmatrize von Redding. Erhältlich bei Henke, Johannsen oder Grauwolf.
                Grüße aus Franken!

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                  #9
                  Hi Classiccaster,

                  Zitat von Classiccaster Beitrag anzeigen
                  Lösung: Verwende jetzt nicht mehr die LEE Factorycrimp......
                  Ich hab das Problem bis auf 0,5mm schon mit dem LEE Tapercrimp gelöst, Factorycrimp hab ich gar nicht verwendet. Diese 0,5mm rechne ich auf meine Meßgerät- und Setztiefentoleranz an und schon bin ich bei 0,0mm Wanderung bei einer V2 von rund 310m/s mit H&N verkupferten Bleigeschoss ohne Crimprille.

                  Zitat von Classiccaster Beitrag anzeigen
                  ....sondern die Profile Crimp von Redding
                  Ich habe vor Jahren mal mit Reddingprodukten gerbeitet, die liegen nun alle schön neben Deiner RCBS-Presse.....
                  Gruß
                  J.W.
                  Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
                  und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
                  J.W.

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