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Hallo liebe Waffen-Welt Nutzer,

wie sicher die Meisten mitbekommen haben dürften, war das Forum einige Zeit nicht erreichbar.
Der Auslöser hierfür war ein defektes Update. Ich musste hier einige Dinge per Hand korrigieren, wozu ich allerdings vor Weihnachten keine Zeit mehr hatte.

Des weiteren bitte ich darum, dass alle Nutzer ihr Passwort neu setzen, bzw. ändern.
Grund hierfür ist ein Hacker-Angriff welcher schon eine Zeit zurück liegt. Hier wurde eine Sicherheitslücke in der vBulletin Software ausgenutzt.
Betroffen davon waren so ziemlich alle existierenden vBulletin Foren weltweit.
Dank einiger Nutzer wurde mir mitgeteilt dass auch von uns hier EMail-Adressen und die verschlüsselten Passwörter gestohlen wurden.
Um hier also auf Nummer sicher zu gehen, bitte ich darum eure Passwörter zu ändern.
Laut vBulletin sollen die Sicherheitslücken nun geschlossen sein.

Euer Passwort könnt ihr hier ändern: https://waffen-welt.de/settings/account

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
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Ohne Glanz und Gloria…

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    Ohne Glanz und Gloria…

    startete Smith und Wesson 1992 mit der 3.Generation von halbautomatischen Pistolen auf der Basis des Models 59, speziell dem Modell 5904, die DA Pistolenserie 900 (Bild 1).

    Die Entwicklung dieser Waffe fußte auf dem „Economy“ Gedanken, der die neue 900er VALUE SERIES auf den Markt brachte.

    Das erste Model stellte sich dem „Preisbewussten“ Käufer als schnörkellose, abgespeckt spartanische Pistole im Model 915 dar (Bild 2).

    Trotzdem erfreute sich das Model 915, auch nach großer anfänglicher Skepsis und einiger Unzulänglichkeiten, starker Beliebtheit bei Polizei und zivilen Schützen. Sie erwies sich auf den zweiten Blick als sehr zuverlässige Selbstladepistole mit einer Magazinkapazität von 15 Schuss.

    Alle Modelle aus der 900er VALUE SERIES waren für das Kaliber 9x19mm eingerichtet und mit einem Aluminium Griffstück, einem Karbonstahlverschluss, Schlagbolzensicherung, Magazinsicherung sowie einteiligen Griffschalen aus einem PET/PC-Mix, die den Griffrücken mit umschlossen, ausgestattet.

    1994 wurde die Produktion des Mod. 915 nach nur knapp 2 Jahren Herstellungszeit eingestellt. Die Produktionseinstellung des Models 915 kann in Zusammenhang mit dem Gesetzentwurf „Assault Weapons Ban“, der 1994 von Bill Clinton unterzeichnet wurde, gebracht werden.

    Das Gesetz beinhaltete, dass Angriffswaffen mit bestimmten Kriterien (z.B. eine Magazinkapazität von mehr als 10 Schuss) in den USA verbot. Eine Liste mit 18 unterschiedlichen Waffen, dessen Verkauf und deren Herstellung für den Zivilen Markt verboten wurde, wurde erstellt….und….

    ….der illegale Handel u.a. mit Magazinen höherer Kapazität für voll- und halbautomatischen Waffen stieg enorm an. Sie waren nach wie vor verfügbar, da staatlich bewaffnete Dienststellen nicht vom Herstellungsverbot betroffen waren.

    Die Gesetzgebung zum Verbot / bzw. zur Einschränkung von voll- und halbautomatischen Waffen („Assault Weapons Ban“) wurde 10 Jahre später wieder aufgehoben. Mehrere Versuche dieses Gesetz in 2004 wieder zu aktivieren scheiterten.…

    Es folgten dann im Jahr 1995 die Modelle 909 und 910. Das Model 909 war mit einem 9 Schuss, dass Model 910 mit einem 10 Schuss Magazin ausgestattet.

    1996 folgte dann das Kompaktmodel 908 mit einem 8 Schuss Magazin, 3 ½ Zoll Lauf, Kompaktrahmen mit kürzerem Griffstück, sowie Hahn ohne Hahnsporn (Bobbed Hammer).

    In der Reihe meiner persönlichen Schusstests begleitete mich diesmal die Pistole:
    Smith & Wesson Model 915 im Kaliber 9x19mm, Baujahr 1993.

    Technische Daten Model 915:
    Kaliber: 9mm Luger
    Lauflänge: 102mm (4 Zoll)
    Gewicht: 810gr.
    Gesamtlänge: 190mm
    Gesamthöhe: 140mm
    Gesamtbreite: 33mm
    Magazinkapazität: 15 Patronen

    Die oben erwähnten Unzulänglichkeiten fanden sich u.a. in einem scharkantigen Sicherungshebel, dessen Form beim Sichern der Waffe oftmals Schnittverletzungen hinterließ. Der Verschlussfanghebel an der linken Waffenseite ist ebenfalls etwas scharfkantig. Auch sollte das gefüllte Magazin nur schwer in die Waffe einführbar sein. Mir persönlich aber machten mehr die kantige Griffschale und das schmale Federdruckblech für den Verschlussfanghebel Verletzungssogen (Bild 3 a+b).

    Die 900 Serie war mit einer nur von einer Seite zu bedienenden Sicherung versehen. Während der Pate (5904) mit einer beidseitig zu bedienenden Sicherung ausgestattet war.

    Die starre Visierung ist an den Kimmenaußenseiten abgerundet. Das Korn trägt einen White Dot. Beide Visierteile sind per „Schwalbenschwanznut“ eingeschoben. Somit wäre eine seitliche Verstellung der Kimme und des Korns oder der Anbau einer verstellbaren Visierung, unter zu Hilfenahme von Werkzeug, möglich (Bild 4).

    Das Zerlegen der Waffe gestaltet sich Anfangs als etwas schwierig. Man muss erst einmal die Motorik erlernen. Mit einer recht verkrampften Handhaltung wird der Verschluss um ca. 3cm nach hinten geschoben. Nun steht der Verschlußfanghebel vor der Aussparung auf der linke Verschlussseite, jetzt muss die Achse des Verschlussfanhebels (die gleichzeitig als Verriegelungsachse dient) von der rechten Verschlussseite mit dem Finger (oder dem Kaffeelöffel, der gerade hilfreich zur Hand liegt) durchgestoßen und auf der linken Verschlussseite herausgezogen werden.

    Als nächstes kann nun der Verschluss von der Waffe geschoben werden, dieses geht aber nur im entsichertem Zustand. Verschlussrückholfeder, Führungsstange und Lauf lassen sich nun leicht aus dem Verschluss entnehmen.

    Erstaunlich kurz ist der nur ca. 30mm lange Verschlussführungsteil auf dem Rahmen (Bild 5a+b).

    Die Verriegelung der Pistole erfolgt nach einem modifiziertem FN – Prinzip. Auf dem Lauf befindet sich eine Verriegelungsnocke, die sich mit dem Verschluss verriegelt. Der Verschlussfanghebel dienst als Achspunkt für den Verschlussrücklauf. Interessant ist hierbei, dass sich in der Führungsstange der Verschlussfeder ein Pin in Richtung Griffstück befindet, der die durch den Rahmen geführte Achse des Verschlussfanghebels am Laufblock fixiert und somit eine geschlossene oder offene Steuerkurve entfallen lässt. Auch wird ein Kettenglied oder eine einfache Bohrung hierbei nicht benötigt (Bild 6).

    Eine weiteres feature an der Waffe ist, dass der Abzugmechanismus bei gesicherter Waffe, oder bei entnommenen Magazin (Magazinsicherung) außer Betrieb gesetzt ist. Das bedeutet das neben der Schlagbolzensicherung, die ein entspannen über den Sicherungsmechanismus ohne Schussauslösung der geladenen Waffe zulässt (Walther Prinzip), absolute Bediensicherheit.

    Kein Novum bei Smith & Wesson (siehe Thread : http://www.waffen-welt.de/showthread.php?t=3264 ) aber auch keine Selbstverständlichkeit.

    Die einteilige Griffschale, die um das Griffstück der Waffe gelegt ist, weist im Griffrückenbereich ein Checkering auf. Die Seiten sind ebenfalls mit einer rutschhemmenden Oberfläche versehen. Der Magazinschacht ist für ein doppelreihiges Magazin vorgesehen. Aufgrund der „Economy“ Griffschalen ist der Griffumfang auch für kleinere Hände geeignet.

    Der vordere Teil des Griffrahmens und des Abzugbügels sind zusätzlich mit eingefrästen Rillen (Straps) zum verbessertem Gripp versehen. Ihr Fertigungsbild zeigt auch hier, dass nur das aller nötigste an Sorgfalt angewandt wurde (Bild 7 a-c).

    Zum Schusstest verwendete ich folgende Munition:
    Wiedergeladene Patrone; Hülse GECO; Zündhütchen Murom SP; Treibladung N320 – 4,2grain; Geschoss H&N Verkupfertes Bleigeschoss 124grain. Patronenlänge OAL: 29,5mm.

    Das Schussprogramm für die Pistole sah so wie folgt aus:
    5 Schuss durch´s Messgerät
    Entfernung 2 mtr.
    V2 = Æ 342m/s
    Eo = ca 465 Joule

    Entfernung 15 Meter:
    - 5 Schuss, Scheibenzentrum
    - Feststellung der Treffpunktlage ( 7 hoch)
    - 5 Schuss nach Haltepunkt

    Entfernung 15 Meter:
    15 Schuss (Präzisionsscheibe)

    Entfernung 15 Meter:
    4x5 Schuss in jeweils 20 Sekunden (Duellscheibe)

    Auswertung des Smith & Wesson Mod. 915:
    + Gewicht und Rückschlagenergie ausgewogen
    - trockener Abzug mit zu hohem Abzuggewicht für den Präzisionsschuss
    + kontrastreiche, starre Visierung, die eine schnelle Zielaufnahme ermöglicht
    + gute Handlage
    + Bedienelemente gut erreichbar
    + keine Probleme mit der verwendeten Munition oder einführen des Magazins

    Gesamtpunkte von 6 möglichen:
    Smith & Wesson Model 915: 5

    Persönliches Fazit:
    Trotz des ungewöhnlich schweren Abzuges, hat sich schon nach den ersten Schüssen bestätigt, dass das Mod.915 eine außergewöhnliche Waffe ist. Das fertigladen der Pistole ging hervorragend. Nichts war von dem doch recht kurzem Führungsteil auf dem Rahmen zu merken und der Verschluss lag völlig „Wackelfrei“ in seiner Führung. Gewöhnungsbedürftig ist, dass zwischen Rahmen und Verschluss ein Lichtspalt vorhanden ist.

    Von Verletzungsgefährlichen Bedienelementen keine Spur, auch das Magazin, das sich leicht füllen ließ, passte tadellos in die Waffe.

    Der schwergängige Abzug machte sich zwar beim Präzisionsschuss bemerkbar, bewies allerdings bei der DSB-Duelldisziplin hervorragende Qualitäten. Sollte er allerdings auch, da er ja in erster Line einer Zukunft als Dienstwaffe entgegenstand (Bild 8 & 9).

    Das Rückschlagverhalten mit der verwendeten Munition war mehr als zufriedenstellend. Schlug die Waffe zwar nach dem Schuss leicht nach links oben, so war doch die erneute, schnelle, Zielaufnahme kein Problem. Der Griff könnte im wahrsten Sinne des Wortes wohl etwas „griffiger“ sein, er fühlt sich recht leblos an und die Economy-straps am vorderen Griffrahmen sind wohl Grund für die Rückstoßbewegung. Mit einem einfachen Pachmayr Griffüberzug dürfte das aber in den „Griff“ zu bekommen sein.

    Eine Low Budget Pistole die es in sich hat. Sicherlich ein Gedanke diese Waffe auch als Sportwaffe einzusetzen mit der Option, die Visierung auszutauschen…
    Angehängte Dateien
    Gruß
    J.W.
    Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
    und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
    J.W.

    #2
    Auch wenn ich mich wiederhole: Erstklassig, John ! Ich hatte mich noch nicht mit dieser Waffe beschäftigt, aber jetzt......

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      #3
      Wenn man Deine Beiträge ausdruckt erhält man den Feuerwaffenleitfaden für Jedermann!

      Wobei mir seit einiger Zeit eine Frage auf den Lippen liegt: warum enden Deine Präzisionstets bei 15m ? Wir quälen uns mit unseren Eisen in der Regel auf 25m ab?!
      Sie sind unbewaffnet! Das ist gegen die Vorschrift! !(Aeryn Sun zu John Crichton in Farscape)

      Nichts ist gut in Afghanistan! (Margot Käßmann, Heiligabend 2009 )

      I like the shiny steel and the polished wood ! (Steve Lee: I Like Guns)

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        #4
        Zitat von Gunner Beitrag anzeigen

        Wobei mir seit einiger Zeit eine Frage auf den Lippen liegt: warum enden Deine Präzisionstets bei 15m ?
        Weil sein Garten sehr wahrscheinlich nicht länger ist.
        "Wenn man sieht, was der liebe Gott auf der Erde alles zulässt, hat man das Gefühl, dass er immer noch experimentiert."
        Peter Ustinov

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          #5
          Hi Motmeister23, Gunner & Götterbote,

          Zitat von Motmeister23 Beitrag anzeigen
          Auch wenn ich mich wiederhole: Erstklassig, John ! Ich hatte mich noch nicht mit dieser Waffe beschäftigt, aber jetzt......
          @Motmeister23
          Vielen Dank.
          ....eine Pistole für weit unter 600,00€.....(Du verstehst was ich meine..)

          Zitat von Gunner Beitrag anzeigen
          Wenn man Deine Beiträge ausdruckt erhält man den Feuerwaffenleitfaden für Jedermann! Wobei mir seit einiger Zeit eine Frage auf den Lippen liegt: warum enden Deine Präzisionstets bei 15m ? Wir quälen uns mit unseren Eisen in der Regel auf 25m ab?!
          @Gunner
          ..soll es ja auch werden, aber ich bin noch lange nicht fertig....

          Zitat von Götterbote Beitrag anzeigen
          Weil sein Garten sehr wahrscheinlich nicht länger ist.
          @Götterbote
          *lol* der Humor der Bourgeoisie....

          Aber nun mal im ernst. Auch ich schieße permanent auf 25mtr. (Siehe Anlage, vor ca.2 Std. Geschossen. Die Treffer sind noch warm. Links .357, rechts .44Magn.) ...aber ich quäle mich dabei nicht ab . Da musst Du was falsch machen mein lieber Gunner.......ich meine auch, dass Du auf Deinem Bild die Waffe schon recht zittrig hälst...

          Die 15 meter schieße ich deshalb immer, da mir die Waffen im Schuß allesamt fremd sind. Will sagen, dass ich in der Regel das aller erste mal damit schieße. Die große Unbekannte sind die Abzüge und Visiereinrichtungen. Somit wäre ein Ergebnis auf 25 Mtr. nicht aussagekräftig genug. Ausserdem sind es ja allermeist Verteidigungswaffen, deren Schußdistanz bei 7-10mtr. liegt.
          Mir ist es bei meinen Waffentests wichtig, dass ich vernüftige Schussgruppen zusammenbekomme, damit ein besserer Vergleich möglich ist.
          Angehängte Dateien
          Gruß
          J.W.
          Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
          und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
          J.W.

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