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    #16
    Mein letzter Senf dazu:
    Was mich äusserst befremdlich stimmt, ist das erneute aufflammen der Politik gegen legale Waffenbesitzer und das dumme Geschrei nach KW Verboten und Datenspeicherung. Der Staat hat einfach Angst vor dem Bürger mit Waffe. Das ist alles. Scheibchenweise wird ein Verbot geschaffen und versucht einen Überwachungsstaat par Excellence zu gründen. Freiheit und persönliche Entfaltung; quo vadis? Man wird jetzt als Waffenbesitzer sogar schon mit Nazis in eine Ecke gestellt. Das währe jetzt eigentlich ein Fall für das Anti- Diskriminierungsgesetzt. Das ist Verleumdung der übelsten Art und hat mit Demokratie nicht mehr das geringste zu tun. Neuerdings wird jetzt auch wieder scharf gegen Rechts popularisiert. Der Attentäter wurde von den Medien ebenfalls als Nazi hin gestellt. Er war aber keiner. Interessanter weise war er selber gegen Nazis und wollte diese bekämpfen. Das Pamphlet vom Attentäter wurde auch schleunigst aus dem Netz entfern, weil dies auch darin vom Attentäter vermerkt war. Es ist haarsträubend wie nur noch populistische Politik betrieben wird, auf Kosten anständiger Bürger. Reine Polit- Profilierung sonst nichts. Helfen tut dies niemandem. Am wenigsten den Opfern und deren Familien. Norwegen trauert aufrichtig, erwägt aber keine Gesetzesverschärfung, auch nicht im Waffengesetz. Man hat vermutlich Angst davor, dass es hier im Lande zu Szenen wie in Griechenland kommen könnte. Und dann noch Bürger mit Waffen. No go!

    @MICHAEL: veröffentliche bitte die Postanschriften der jeweiligen Politiker bez. Anschreiben.
    Bitte vernünftig und intelligent schreiben. Auf die Pauke hauen bringt nichts. Ihr müsst sachlich argumentieren und Euren Standpunkt mit Fakten darstellen.
    Dann hat man evtl. Glück eine "fundierte" Antwort zu erhalten, und die Damen und Herren zum Nachdenken zu bewegen.... vielleicht.

    http://www.pro-legal.de/

    Infomail (nicht von mir verfasst):
    Die Opfer von Anders Breivik sind noch nicht einmal beerdigt, schon möchten einige deutsche Politiker die Gunst der Stunde nutzen und das Entsetzen um die Wahnsinnstat in (innen)politische Münze umwandeln. Während das norwegische Parlament zur Ruhe und Besonnenheit mahnt, der norwegische Ministerpräsident zu mehr gesellschaftlicher Offenheit und Toleranz aufruft, ergehen sich einige deutsche Politiker in dem was sie am Besten können. Sie wollen die Welt belehren was in der Folge solcher Terroranschläge zu tun ist und ergehen sich in populistischen Schnellschüssen, die samt und sonders auf Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten hinauslaufen. Gegen die von den betroffenen Norwegern vorgelebte bewundernswerte Haltung setzen sie Verbote, Einschränkung und Überwachung.

    Weit über das Ziel hinaus schoss der innenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der GRÜNEN, Wolfgang Wieland. Von den betroffenen Waffenbesitzern so empfundenen Kreuzzug gegen legalen Waffenbesitz in Deutschland, nahm er den Terroranschlag von Oslo zum Anlass um erneut ein innenpolitisches Ziel der GRÜNEN, nämlich das Verbot großkalibriger Waffen für den Schießsport in Erinnerung zu bringen. Er begründet das mit einer „besonderen Gefährdung“ durch diese Waffen und schreckt in gleicher Argumentation nicht davor zurück, gesetzestreue, mehrfach behördlich überprüfte Waffenbesitzer auf einen Stufe mit gemeingefährlichen Kriminellen zu stellen.

    Wieland kündigte die Wiedervorlage einer auch in Expertenkreisen umstrittenen und bereits 2009 abgelehnten Bundesratsinitiative (1) mit dem Ziel des Verbotes großkalibriger Waffen für den Schießsport an. Der Bundesvorsitzende der GRÜNEN Cem Özdemir erteilte diesem und weiteren Ansinnen eine Absage: „Forderungen wie die nach der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung seien pietätlos und unanständig“ sagte er im ZDF-Morgenmagazin.

    Die Entwaffnung friedlicher Bürger durch den Staat ermöglicht es Tätern wie Anders Breivik erst, solche Massaker unter verteidigungsunfähig gemachten Opfern anzurichten. Die Täter wissen das, warum sonst suchen sie sich für ihre Taten Schulen, Omnibusse, Marktplätze oder eben Ferieninseln aus? Terroristen, Bombenleger und so bezeichnete Amokläufer wählen bewusst Ziele, an denen sie mit Sicherheit keine Gegenwehr erwarten müssen.

    Im Umkehrschluss heißt das Prinzip Abschreckung. Allein die Möglichkeit, dass potentielle Opfer bewaffneten Widerstand leisten könnten, kann im Vorfeld der Anschlagsplanung abschreckend auf den oder die Täter wirken. Das funktioniert aber nur wenn ein Staat seinen Bürgern vertraut und ihnen das Recht auf Waffenbesitz zugesteht.

    Es ist ebenso ein Trugschluss, dass die Polizei sofort und überall effektiv präsent sein kann. Anders Breivik zündete zuerst im Osloer Regierungsviertel eine 500kg Bombe, fuhr im Anschluss zur Insel Utöya und konnte dort über eine Stunde Wehrlose ermorden bis endlich die Polizei eintraf.

    Ein einziger ihm entschlossen gegenübertretender bewaffneter Bürger hätte das Morden beenden können. Hätte es denn einen gegeben.

    Sicher ist, dass der Täter gut organisiert und vorbereitet war. Kein noch so restriktives Waffengesetz hätte ihn im Vorfeld stoppen können. Die Umgehung der mit einem Gesetz verbundenen Beschränkungen ist für einen zu allem entschlossenen Täter lediglich ein abzuarbeitender Punkt seiner Vorbereitungen.

    http://www.youtube.com/watch?v=7rZbvi6Tj6E

    __________________________________________________ _________

    (1) http://www.fvlw.de/wp-content/upload...ht_DS57709.pdf
    Zuletzt geändert von SUdR; 28.07.2011, 18:37.
    Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten.
    Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott!
    Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
    dann richtet das Volk, dann gnade Euch Gott!
    (Theodor Körner 1791-1813)

    DIE GRÜNEN NEIN DANKE
    Direkte Demokratie
    Ich bin Tolerant

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      #17
      Lesenswert:

      http://www.welt.de/debatte/kommentar...Tragoedie.html


      Gruß

      Michael
      sigpic

      “The 10mm Auto retains more kinetic energy at 100 yards than the .45 ACP has at the muzzle”

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        #18
        Gutes Lied! Funktioniert aber nicht von der Fernsehcouch aus, wie viele Leute denken.

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          #19
          Bring den Couchpotatoes erst mal bei, was Denken ist
          Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten.
          Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott!
          Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
          dann richtet das Volk, dann gnade Euch Gott!
          (Theodor Körner 1791-1813)

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            #20
            Viel lesenswerter Text !

            http://www.danisch.de/blog/2011/07/2...s-in-norwegen/

            "Seit den Attentaten von Anders Behring Breivik geht mir die Frage durch den Kopf, was den Mann dazu veranlaßt hat – und ob man darüber überhaupt offen schreiben darf (und sollte). Immerhin wird einem doch die offizielle Interpretation von allen Medien vorgegeben – wozu also noch eine eigene?

            Wie immer in solchen Fällen geht die politisch korrekte und gesellschaftliche Bewertung durch die Presse, daß der Mann ein Irrer, ein Geisteskranker, ein Wahnsinniger, ein nicht Zurechnungsfähiger ist, dessen Motive völlig unverständlich seien, der in einer anderen Welt lebt. Das sei alles unfassbar, jenseits jeglicher Nachvollziehbarkeit, jede inhaltliche Auseinandersetzung zwecklos und unmöglich.

            Damit macht man es sich natürlich verdammt einfach, weil man sich der Pflicht enthebt, über die Ursachen nachzudenken. Man erklärt das einfach für außerhalb der Rationalität und des Untersuchbaren, und hat damit die perfekte Ausrede, nicht in Ursachen graben zu müssen, die man nicht antasten will.

            Sicher, keine Frage, wer so agiert wie dieser Mann, der hat einige ernsthafte Schäden an Verstand und Sozialverhalten, vielleicht könnte dem auch eine ernsthafte Krankheit zugrundeliegen. Es ist aber ein verheerender Fehler, mit dieser Begründung den Aktendeckel zu schließen, denn auch solche hochgradig gestörten Leute brauchen meist irgendeinen Anlaß, irgendeine Motivation mit einer inneren Schlüssigkeit und Logik, sei sie auch noch so abstrus. Die mag uns vielleicht nicht auf den ersten Blick als solche erscheinen, aber irgendwo muß sie sein. Und da geht es auch nicht darum, irgendetwas gutzuheißen, zu rechtfertigen, zu entschuldigen. Es geht darum, wie ein kriminalistischer Profiler zu verstehen, was da vor sich gegangen ist, um es künftig zu verhindern. Eine solche Handlung fällt nicht einfach vom Himmel, sie entsteht nicht aus dem Nichts. Die Gedankengänge des Täters mögen krank und kaputt sein, aber sie müssen da sein und subjektiv zu dieser Handlung führen.

            Die wesentliche Frage, die sich mir da aufdrängt, ist die: Der Mann sagt, seine Motivation hätte darin bestanden, ein „starkes Signal” gegen die Islamisierung Europas zu setzen. Es sei ihm nicht um Morde, sondern darum gegangen, das Thema in die öffentliche Aufmerksamkeit zu bringen. Er tötete aber nicht muslimische Immigranten (was ja auf den ersten Blick die Konsequenz hätte sein müssen), sondern Norweger, die einer sozialdemokratischen Partei angehören. Warum? Welchen Sinn ergibt das?

            Ich glaube nicht, daß es weiterhilft, das als unbegreiflich abzutun. Ich glaube, daß sich die tiefe Gefährlichkeit dieser Tat erst dann ergibt, wenn man der Sache eine rationale Motivation unterstellt. Seit vier Tagen überlege ich, ob man darüber überhaupt schreiben kann, ohne zerfleischt zu werden.

            Warum hat dieser Mann in seinem Privatkrieg gegen den Islam eine norwegische sozialdemokratische Partei als den noch größeren Gegner angesehen?

            Warum sagt der, er wolle ein deutliches Signal senden, das nicht mißverstanden werden könne? (Ich könnte mich nicht erinnern, jemals bei einem Verbrechen von so einer Formulierung gehört zu haben.)

            Wie regelmäßige Leser meines Blogs wissen, halte ich in unserer Gesellschaft die Gesellschaft selbst für den größten Zensor, den größten Unterdrücker der Meinungsfreiheit. Ich beobachte es seit Jahre hier im eigenen Blog immer wieder, daß gewisse Meinungen, gewisse Themen, gewisse Diskussionen sehr schnell in sehr aggressiver Weise attackiert werden, und habe darüber auch schon öfters berichtet. Es ist ein gesellschaftliches Phänomen, daß sich so gewisse „political correctness”-Positionen festgefressen haben und als quasi verpflichtend und selbstverständlich für jeden aufgeschlossenen Menschen angesehen werden, und daß jede Abweichung davon reflexartig als verwerflicher Tabubruch eingestuft (und meist mit Schimpfworten, die auf -ist enden, belegt) wird:

            Wer auf Unterschiede zwischen Mann und Frau eingeht, Frauen kritisiert oder von der Normansicht abweicht, daß Frauen immer und überall ungerecht und trotz gleicher Leistung benachteiligt werden und daher gefördert und bevorzugt werden müssen, ist ein Sexist.
            Wer was ordentliches gelernt hat und ordentlich arbeitet, und sich dann ein schönes Auto oder eine schöne Wohnung leistet, ist ein Kapitalist.
            Wer die Meinung äußert, daß etwas militärisch durchzusetzen wäre oder man überhaupt Streitkräfte haben müsse, ist ein Militarist.
            Wer einen Nutzen in der Vorratsdatenspeicherung sieht und diese nicht pauschal verdammt, ist ein gefährlicher Schuft. Dazu haben sie zwar noch kein Schimpfwort gefunden, das auf -ist endet, aber dafür das ebenso denkterminierende Buzzword „Generalverdacht”. Steht in fast jedem Artikel über die Vorratsdatenspeicherung, und ersetzt immer das Denken, das Argumentieren, das Begründen. Man muß nur das magische Schlüsselwort nennen, und schon muß reflexartig jeder der vorgegebenen Meinung sein, ohne daß es noch was zu diskutieren gibt.
            Wer irgendwas kritisiert oder nicht gut findet, was mit dem Thema Migration oder Migranten (das Wort Ausländer selbst ist schon geächtet) zu tun hat, der ist ein Rassist und ein Rechtsextremist.
            Wer Muslime kritisiert – egal ob es dabei um die Eigenschaft als Muslim geht oder nicht – ist ein Antiislamist und auch ein Rechtsextremist. Gelegentlich wird die Kritik auch zum Krankheitsbild, der Islamophobie, stilisiert.
            Und wenn sonst nichts mehr greift, dann ist man eben ein Faschist, weil das das immer passende Universalschimpfwort für jede beliebige andere Meinung als die eigene ist. Faschist geht immer.

            Und solche Reflexe und Correctnessfilter haben sich tief in das Bewußtsein unserer Gesellschaft gefressen. Wir haben die Streit- und Diskussionskultur verloren. Es wird nicht mehr verifiziert oder falsifiziert. Eine Meinung oder Äußerung kann nicht mehr einfach nur falsch oder richtig, ablehnens- oder zustimmenswert sein. Und das wäre wichtig, weil die Meinungsfreiheit und die Intellektualität einer Gesellschaft es zwingend voraussetzen, auch falsche, schlechte, unrichtige, dumme Meinungen äußern zu können, weil sich erst durch den Disput, durch die Falsifizierung der Fortschritt ergibt. Es hat sich aber so ein Schubladendenken etabliert, das zu gewissen Themen eine politisch korrekte und allein akzeptable Normansicht vorgibt, und jede Abweichung davon als schwere Tabuverletzung von vornherein verurteilt und ablehnt, ohne sie dem Disput zuzuführen. Beispielsweise wird als das Alter der sexuellen Mündigkeit und das Ende der strafbaren Jugendpornographie usw. das eher willkürlich gewählte Alter von 18 Jahren gesetzt. Das oder etwa die Schädlichkeit von Kinderpornographie in Frage zu stellen, wäre ein Tabubruch, den man gesellschaftlich kaum überleben könnte, obwohl das Thema durchaus eine vertiefende Diskussion verdient hätte. In unserer vermeintlich intellektuellen und überlegenen westlichen Gesellschaft gibt es verblüffend viele Tabus. Und das erstaunliche ist, daß diese Tabus gar nicht mal so versteckt oder peinlich sind, wie den Namen Voldemorts – Du weißt schon, wer – auszusprechen. Im Gegenteil gilt es bei uns paradoxerweise sogar als modern, intellektuell, aufgeklärt, sich alle diese Tabus anzueigenen und sie vorbehaltlos zu übernehmen. Es ist einfach modern, die Gleichheit von Mann und Frau, die Unterdrückung der Frau, die Kritiklosigkeit gegenüber anderen Religionen, eine mindestens leicht linke Weltsicht, und so weiter als feste Positionen zu übernehmen. Umweltschutz, Ozonloch gehören dazu, und neuerdings sind wir synchron gegen Kernkraft. Man ist jetzt einfach gegen Kernkraft.

            Und diese Tabuisierung wird sehr aggressiv durchgesetzt. Ich habe es selbst mehrfach erlebt, daß wenn man in einem Blog eines dieser Tabus verletzt, sofort selbsternannte Sittenwächter angaloppieren und einen direkt (per Mail und Kommentaren) oder indirekt (über andere Foren, Newsgruppen usw.) böse beschimpfen und verunglimpfen. Da hat sich so eine regelrechte Blockwart-(oder sollte ich sagen Blogwart-?)Mentalität entwickelt. Gewisse normativ vorgegebene Standpunkte dürfen nicht angerührt und nicht in Frage gestellt werden, sonst rückt die Meinungspolizei aus wie die Ameisen aus dem Ameisenhaufen, den man beschädigt hat. Dabei fällt mir immer wieder auf, daß da Leute ankommen und brüllen, von denen ich vorher noch nie etwas gehört habe. Ich habe daher den starken Eindruck, daß manche Leute regelrecht die Blogosphäre überwachen, um sofort auf jede unerwünschte Meinung loszugehen und Foren durch Flutung zu sabotieren, sobald eine unerwünschte Diskussion aufkommt.

            Deshalb bin ich schon lange der Auffassung, daß in unseren westlichen Ländern und besonders in Deutschland der größte und gefährlichste Zensor nicht der Staat, sondern die Gesellschaft selbst ist. Man hat die Tabuisierung als Mittel politischer Agitation entdeckt und perfektioniert. Ist ja auch so bequem. Wir ersparen der Erde mindestens 1,5 Grad globale Erwärmung allein durch das CO2, das wir mit diesen vorgefertigten Meinungen durch das weniger Denken weniger erzeugen und ausatmen. Deutschlands Beitrag zum Klimaschutz, wir sparen nicht bei den Automotoren sondern beim Hirn.

            Und dabei fällt mir immer wieder auf, daß die Standpunkte, die mit diesem Mittel durchgesetzt werden, fast immer linken Positionen entsprechen. Bei mir verfestigt sich zunehmend die Erkenntnis, daß es Standardwerkzeug linker Propaganda ist, mit Tabuisierungen und Schlüsselwörtern zu arbeiten. Oder anders gesagt: Rechte sind ausländerfeindlich, Linke sind meinungsfeindlich.

            Und diese Tabuisierung findet in sehr starker Form auch um die Themen Ausländer, Muslime, Islam statt.

            Wann immer jemand auch nur ansatzweise Kritik an Muslimen äußert, geht sofort diese Rassismus- und Antiislamismussichtweise an. Was paradox ist, denn bei Licht betrachtet richtet sich die Kritik häufig gar nicht gegen den Islam selbst, sondern gegen kulturelle „Mitbringsel” aus gewissen Ländern und Kulturen, aus denen halt gerade besonders viele der eingewanderten Muslime kommen. Bemerkenswerterweise machen alle drei beteiligten Gruppen denselben Fehler:

            Die Kritiker assoziieren das, was sie kritisieren oder ablehnen, mit dem Islam oder dem Muslim, weil man dafür das Hirn am wenigsten anstrengen, die wenigste Denkzeit aufwenden, die geringste Bildung haben muß, es die hervorstechendste Eigenschaft des Kritisierten ist und damit die plakativste Aussage treffen kann. Ist halt soviel einfacher als zu sagen, daß es anatolische oder pakistanische oder sonstwelche Sitten sind, auf die man abzielt.

            So ganz falsch ist das nicht, weil der Islam nach seinem Selbstverständnis mehr als eine Religion ist und alle Lebensbereiche erfaßt, und damit auch den jeweiligen Kulturen verschmilzt. Aber für richtig reicht es dann meistens auch nicht.
            Die Gegenseite, nämlich die Kritiker der Kritiker, sind auch nicht schlauer und arbeiten nach dem gleichen fehlerhaften Prinzip. Jede Form von Kritik assoziieren sie mit Kritik am Islam (oder der Rasse), weil halt die Schimpfwörter wie Antiislamist, Rechtsextremist, Rassist so wohlfeil griffbereit liegen und in ihrer Abstoßungswirkung auf Dritte eingeübt sind.

            Stellt Euch einfach mal vor, jemand würde Kritik wegen anatolischer oder kurdischer Besonderheiten üben, und man würde ihn deshalb als „Antianatolist” oder „Antikurdist” verurteilen – würde nicht funktionieren, die Rabulistik läuft so nicht. Das Publikum würde sich nur wundern oder amüsieren, der Schuß könnte nach hinten losgehen. Es gehört durchau zum Werkzeug und der Arbeitsweise, Kritik auch bewußt und absichtlich als Generalkritik am Islam mißzuverstehen.
            Und erstaunlicherweise tritt derselbe Fehler auch bei den kritisierten, den Muslimen selbst auf. Einmal, weil sie in ihrer Abwehrsituation natürlich auch zu der zweiten Kategorie gehören, aber eben auch Empfänger der Kritik. Das macht es eben soviel leichter, Kritik als unberechtigt abzutun, wenn man sie erst mal bewußt falsch versteht.

            Teilweise – und das überrascht – ist es aber auch mangelnde Bildung und mangelndes Wissen über den Islam und den Koran – genauer gesagt das Zustandekommen von Religion allgemein – was Muslime dazu bringt, Kritik nicht auf ihre persönliches Verhalten oder ihre Landeskultur, sondern auf den Islam zu beziehen. Das ist natürlich eine Folge der monopolisierten und unkritischen Religionsausbildung in den Koranschulen, denen jede Selbstkritik und Begrenzung fremd ist. Deshalb sind auch viele Muslime entsetzt, wenn sie sich in der Erwartung weiteren Religionsunterrichtes für ein Islamstudium immatrikulieren und dann mit Kritik und sachlicher Betrachtung konfrontiert sind.

            Eines der Hauptprobleme vieler Muslime ist, daß sie sich selbst und ihre mitgebrachte Erziehung und Kultur als zutiefst islamisch auffassen und den Islam als das gesamte Leben erfassende Weltanschauung ansehen – und damit notwendigerweise jede Form von Kritik nicht als Kritik an sich, sondern Kritik am Islam, Fremden, Migranten usw. auffassen.

            Und natürlich hat es auch wieder mit der Denkfäule und Argumentationsschwäche zu tun. Es ist natürlich so viel einfacher, wenn man nicht seine eigene Meinung vertreten muß, sondern das alles auf Gott und den Koran und damit in den Bereich des nicht zur Dispositionen stehenden verschieben und sich selbst jeglicher Verantwortung für den eigenen Standpunkt entledigen kann. Muslim zu sein hat halt auch immer was damit zu tun, daß man die Verantwortung für die eigene Meinung und das eigene Handeln ach so bequem auf nicht greifbare und unangreifbare Dritte wie Gott und seinen Propheten zu verlagern. Darin liegt auch eine sehr billige Verleugnung von Realität und Eigenverantwortung, und es spart wieder CO2, weil das Ergebnis schon vorgegeben ist.

            Die Folge dessen ist, daß sich die Kritik an vielen Migranten – gerade denen, deren kultureller Hintergrund sich von unserem besonders stark unterscheidet und die quantitativ besonders stark in Erscheinung treten – fast immer als Kritik am Islam oder Muslimen hingestellt, ausgelegt, verstanden wird, obwohl sie das eigentlich nicht ist. Und damit die Islamschutz-Reflexe anspringen, obwohl sie nicht passen.

            Gestern abend kam die hochinteressante und sehenswerte Dokumentation „Verlorene Ehre – Der Irrweg der Familie Sürücü”. Die kurdischstämmige Deutsche Hatun Sürücü war von ihrer eigenen Familie ermordert worden, weil sie „lebte wie eine Deutsche”. Man interviewte den jüngsten Bruder, der sie erschossen hatte, und der seitdem im Gefängnis sitzt, und den mit internationalem Haftbefehl gesuchten, aber in der Türkei frei lebenden älteren Bruder. Deren Standpunkte sind sehr aufschlußreich.

            Einerseits sagen sie, daß die Schwester gegen die „Familienehre” verstoßen habe. Vor allem der jüngere Bruder erklärt, daß er aus seiner Sichtweise nicht herauskonnte, daß das in ihrem Dorf so war, daß er keine Möglichkeit hatte, es anders zu lernen. Wenn man da mal genau zuhört, hat das mit dem Islam eigentlich gar nicht so viel, eher wenig zu tun, sondern einfach nur mit einer Erziehung, die mit unserer Gesellschaftsform nicht kompatibel ist. Wer mit nichts anderem als der Erziehung mit dem Hintergrund eines anatolischen Bergdorfes aufgewachsen ist, kann sich nicht in unsere Gesellschaftsform einfügen, und ist hier eigentlich auf dem falschen Dampfer. Beide Brüder fielen aber von selbst auf die Islam-Argumentation zurück. Der Islam würde zwar die Selbstjustiz verbieten – aber die Unzucht eben auch. Und weil die Schwester in islamischen Ländern bestraft worden wäre, sei es legitim und zwingend, die Strafe in Deutschland eben selbst zu vollstrecken. Ein solches Verhalten sei für einen Muslim einfach nicht hinnehmbar.

            Das ist ein überaus wichtiger Aspekt, denn ein Konflikt, der primär mit der speziellen Kultur und Erziehung zu tun hat, wird von den Leuten selbst – zur Rechtfertigung und Einordnung in ihr Weltbild – auf die Islam-Schiene und damit ins fundamental-unumstößlich-grundsätzliche gebrachte. Möglicherweise sogar absichtlich oder zur Schuldbewältigung. Denn irgendwo sieht man beiden Brüdern an, daß ihnen mit dem Mord an der Schwester doch nicht mehr so ganz wohl ist, und der jüngere spricht ja sogar davon, daß er im Knast erstmals Kontakt zu Deutschen – und damit anderen Sichtweisen – bekommen hat. Ich hatte bei diesen Interviews durchaus den Eindruck, daß die Tat aus dem Einfluß der Erziehung heraus erfolgte, an der nun Zweifel aufkamen, und deshalb der Islam als Rechtfertigung – auch gegenüber sich selbst – an deren Stelle treten muß. Zum Zeitpunkt des Mordes war es noch die beschmutzte Familienehre. Zum Zeitpunkt des Interviews war es dann der Islam.

            Und das halte ich für ganz typisch. Kulturelle Konflikte und Zweifel an der eigenen Erziehung, der eigenen Herkunft, den eigenen Wertmaßstäben werden dadurch „geheilt”, daß man den Islam als Stellvertreter einsetzt. Wenn es im Koran steht, wenn es der Mullah lehrt, wenn es in muslimischen Ländern so gehandhabt wird, wenn Allah einem dafür später Eintritt ins Paradies gewährt – dann kann es ja nicht falsch sein, und man ist selbst der Verantwortung und der Schuld enthoben. Diese Verlagerung der Verantwortung ist immerhin ein elementares Konstruktionsprinzip des Islams.

            Nicht wesentlich anders ist das mit den Kopftüchern, Nikabs, Burkas, und was es sonst noch an Helmen, Visieren und Säcken so gibt. Das meiste davon ist nicht islamisch, sondern rein kulturell. Und hier in Deutschland mit verschleiertem Gesicht herumzulaufen, ist nichts anderes als schlechtes Benehmen (und vielleicht ein durch kaputte Erziehung gestörtes Selbstwertgefühl verbunden mit einer indoktrinierten Männerneurose), weil es gegen unsere Kultur verstößt. Wer das dringende Bedürfnis verspürt, mit einem Sack über dem Kopf durch die Stadt zu laufen oder anderen Leuten zu begegnen, der ist nicht religiös, sondern der hat ein ernstes Problem. Und das wird nicht dadurch geringer, daß man es als Religion oder Eigenidentität ausgibt. Es ist nicht normal und nicht gesund, sich zur Begegnung mit anderen Menschen einen Sack über den Kopf stülpen zu wollen. Es ist ein kaputte Erziehung anerzogenes Problem. Was würde man von mir halten, wenn ich nur dann mit anderen Leuten zusammen sein könnte, wenn ich mir eine Papiertüte über den Kopf ziehe? Na? Der Konflikt – und die manchmal daraus resultierende Unsicherheit, die Scham oder schlicht das Gefühl, hässlich oder lächerlich herumzulaufen – wird aufgelöst, indem es dem Islam zugeschrieben und zum religiösen Gebot erhoben, die Verantwortung für eigenes Handeln dem Unkritisierbaren zugeschoben wird.

            Viele Muslime machen den Fehler und unterliegen dem Irrtum, daß sie ihre Religion weiter fassen, als sie eigentlich ist, und viele rein kulturelle Traditionen fälschlich der Religion zuordnen. Beispielsweise sind die islamischen Waschvorschriften, die Ächtung von Schweinefleisch, auch die jüdischen Zubereitungsvorschriften für Lebensmittel damals sinnvolle, aber ganz gewöhnliche Hygienevorschriften, die mit Religion eigentlich nichts zu tun haben, aber da mit eingesickert sind. Und überzeugte Stinkstiefel waschen sich eben bereitwilliger, wenn man ihnen sagt, daß Gott das so will und sie sonst in die Hölle kommen. Den allermeisten Muslimen (auch den Christen) fehlt schlichtweg die Fähigkeit, zwischen dem religiösen Kern und den eingesickerten kulturellen, sozialen und hygienischen Geboten zu differenzieren. Und der Islam will das in seinem Universalanspruch auch gar nicht.

            Die fatale Wirkung all dessen ist, daß jeder Konflikt, der seinen Ursprung auf der individuellen Herkunft und Erziehung, der Kultur, der Sprache, der Sitten usw. hat, von allen Beteiligten – Kritikern, Gegnern, Muslimen – auf die geistig einfache und streitförderliche Schiene Ungläubige gegen Islam gebracht wird. Was übrigens auch eine Form der Beleidigung ist, weil sie jedem Kritiker unterstellt, daß er nicht mehr könne als rechte Fremden- und Islamfeindlichkeit. All diejenigen, die so eilfertig jede Kritik als Fremdenfeindlichkeit abfertigen, unterstellen dem anderen ja pauschal, daß er gar keinen rationalen Gedanken finden könnte. Eigentlich eine ziemliche Frechheit.

            Und damit schlägt der oben erwähnte Tabu-Mechanismus bei fast allen Kritik- und Konfliktpunkten zu. Da ergibt sich ein ganz böses Zusammenwirken all dieser Effekte.

            Vor ein paar Tagen ging durch die Presse, daß man Thilo Sarrazin in Kreuzberg auf Druck anderer Gäste aus einem Lokal geworfen hat. Ich mag weder Sarrazin noch seine Thesen, und halte ihn für einen Idioten. Trotzdem ist es Teil unserer Kultur (was offenbar auch viele Deutsche nicht begriffen haben), daß man verschiedene Meinungen und Ansichten, auch dumme und falsche – in den Ring zur Diskussion werfen kann, weil die Diskussion darüber, auch das Falsifizieren der Meinung, die Gesellschaft voranbringt. Und dazu gehört eben auch, daß man etwas verspotten oder Karrikaturen zeichnen kann – Religion eingeschlossen. Das ist zutiefst bildender Bestandteil unserer Kultur. Und wer das nicht verstanden hat, der ist hier falsch. Sarrazins Buch ist (ich hab es nicht gelesen, sondern nur darüber) Mist. Aber es ist nur ein Buch. Eine geäußerte Meinung. Man kann sie für falsch und Sarrazin für einen Dummkopf halten, das ist legtim. Aber man darf sie nicht tabuisieren. Man darf nicht, wie das bei uns passiert, den Islam und die Muslime (und auch sonst jede Gruppe) von jeder Kritik befreien.

            Und genau diese Tabuisierung ist bei uns häufig, immer wieder, zu beobachten. Wenn irgendwer irgendetwas gegen Muslime (oder Frauen oder Hartz-IV-Empfänger oder irgendeine andere durch Tabu geschützte Personengruppe), gehen sofort die Beschimpfungsmechanismen los, wird nicht die Meinung, sondern das Haben einer Meinung zu einem verbotenen Thema angegriffen.

            Nun haben wir eine Menge muslimischer Migranten, die wunderbar nette, intelligente, aufgeschlossene, umgängliche Leute sind, mehr als integriert, gut gebildet, ein Vorteil und Nutzen für unsere Gesellschaft. Viele sind längst deutscher als deutsch. Ich hätte liebend gerne mehr von der Sorte (und würde dafür im Tausch gerne die unbrauchbarsten 10% der Deutschen rauswerfen, dann ging’s uns nämlich wirklich gut).

            Es gibt aber auch welche (und warum sollte es sich bei Muslimen anderes verhalten als bei jeder Bevölkerungsgruppe), die sich nicht benehmen können und wollen, die sich aufführen wie Sau. Viele die einen familiären Hintergrund irgendwo zwischen Analphabetismus und Bergdorf haben, und hier mit so einem Scheiß wie ihrer Familienehre daherkommen, und glauben das würde ihne erlauben, gegen unsere Gesetze zu verstoßen, oder so eine Parallelgesellschaft aufzubauen. Die unserer Kultur meiden oder gar verachten, die ihre Töchter nicht zum Schwimmunterricht lassen, sie in Säcke verpacken oder sie am Ende gar umbringen, weil sie leben „wie Deutsche”. Die Straßengangs bilden, die ganze Schulen unter ihre Kontrolle bringen, die kriminell werden. Oder anders gesagt: Die Anlaß zu – berechtigter – Kritik geben. Und das ist eben nicht das gleiche Kriminalitätsmaß wie bei Deutschen, sondern ein deutlich erhöhtes, weil eben dieser „Migrationshintergrund” häufig große Unterschiede in Kultur und Erziehung mitbringen, die letztlich für Konflikte und Kriminalität kausal sind.

            Und ob man es hören will oder nicht, die islamische Erziehung mit ihrer Festlegung auf die über den weltlichen stehenden islamischen Gesetze und die Ausrichtung allein am Eintritt ins fiktive Paradies im Jenseits unter völliger Vernachlässigung des Diesseits, sind nun einmal ein Auslöser für Verhalten, das mit unseren Kulturkreis nicht verträglich ist. Es wird immer die Legende aufrechterhalten (und durch Tabus geschützt), daß der Islam quasi orthogonal zu unserer Gesellschaftsform steht und deshalb aus gesellschaftlicher Hinsicht irrelevant, unbeachtlich und unantastbar wäre, zudem der Religionsfreiheit unterliegt, und deshalb jedes Abstellen auf den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Normverletzungen und muslimischer Religion unstatthaft wäre (und damit tabuisiert wird). Das basiert auf Unwissen und ist so nicht haltbar. Der Islam beansprucht Wirkung weit über die reine Religionsausübung hinaus zur Gesellschaftsform, und überschreitet damit das, was durch die Religionsfreiheit geschützt ist (die übrigens auch nur den Staat verpflichtet, aber die Religion nicht vor Kritik Privater schützt) bei weitem. Im Gegenteil stehen viele dieser Aspekte des Islams unserer Gesellschaftsform – je nachdem, wie weit sie tatsächlich ausgeübt werden – diametral entgegen und sind unverträglich. Und müssen als solche auch kritisiert und diskutiert werden (was durchaus auch auf eine Falsifizierung der Kritik hinauslaufen kann). Beispielsweise ist der Islam selbst eine permanente Verletzung der Religionsfreiheit, denn der Islam beruht – auch durch sein Zivil- und Strafrecht – darauf, daß man nicht das tut und läßt, was man selbst glaubt, sondern das tun und lassen muß, woran andere glauben. Viele Länder führen aufgrund islamischen Rechts harte Bestrafungen wie Auspeitschungen für Biertrinken oder Händchenhalten durch. Der Islam muß sich damit Kritik gefallen lassen, mit unserer Auffassung von Religionsfreiheit unverträglich zu sein. Es kann nicht angehen, daß ein Bruder seiner volljährigen Schwester vorschreibt und durch Gewalt durchsetzt, wie sie sich zu verhalten, wie sie sich zu kleiden, mit wem sie Umgang zu pflegen hat. Jeder, der solches Verhalten dadurch protegiert, daß der die Kritik daran tabuisiert und bekämpft, macht sich mitschuldig und verletzt zudem gerade die Religionsfreiheit (nämlich die der Schwester), die zu schützen er vorgibt.

            Und wie bei allem anderen im Leben muß die Meinungsfreiheit es auch erlauben, solche Verhaltensweise zu kritisieren und zu sagen, ob man das hier haben möchte oder nicht.

            Ich halte diese Tabuisierung, die sich in unserer Gesellschaft gebildet hat, daß man jede kritische Meinung sofort in das äußere rechte Spektrum verlagert und verdammt, für allerhöchst gefährlich. Nicht jeder, der Kritik an solchem anderskulturellen Verhalten äußert, ist rechtslastig. Manchmal hat er auch nur das Hirn eingeschaltet und nicht die ideologisch vorgeschriebenen Sichtweisen kritiklos übernommen. Es ist auch so eine Zeitgeisterscheinung, daß man jeder kritischen Meinung unlautere Absichten unterstellt, und die völlige Meinungs- und Kritiklosigkeit zum Maß der Dinge macht. Bei vielen Leuten habe ich längst den Eindruck, daß es für sie schon gar keine Rolle mehr spielt, woran man Kritik äußert, weil sie schon Kritik selbst für verwerflich halten. Das hängt ganz eng damit zusammen, daß in unserer Gesellschaft heute die Mainstream-Schwimmer und Opportunisten favorisiert werden, die niemals einen eigenen Weg gehen. Sogar im Wissenschaftsbereich ist es heute ganz enorm wichtig für die Karriere, niemals an irgendetwas Kritik geäußert zu haben, weil einem das als karrieretödlicher und unkollegialer Nonkonformismus ausgelegt wird. Das auch dazu führt, daß niemand mehr Kritik übt, weil niemand mehr bereit ist, das Risiko der Kritik einzugehen – schließlich kann Kritik ja auch mal falsch sein (oder richtig, aber nicht akzeptiert werden), und damit kann heute auch niemand mehr umgehen. Wer Kritik übt und darin nur einen winzigen angreifbaren Teil hat, der wird von alldenjenigen, die sich selbst nie zu einer Kritik trauen würden, zerrissen und als unglaubwürdig hingestellt. Wir sind eine Gesellschaft, die von Feiglingen, Speichelleckern und Wadenbeißern regiert wird und daher deren Lebensformen übernommen hat. Den Umgang mit Kritik, den Disput, haben wir nicht verlernt. Wir haben ihn nie gelernt. Gelernt haben wir nur den Aufbau und das Respektieren von Tabus.

            Zurück zum Anschlag in Norwegen:

            Warum hat ein Islam-Hasser nicht Muslime, sondern sozialdemokratische Norweger angegriffen?

            Und warum sagt er, daß er eigentlich nicht töten, sondern ein Signal senden wollte?

            Und das nicht spontan oder im Affekt, sondern exakt nach mehrjähriger Planung?

            Und warum will der eine öffentliche Anhörung?

            Bei aller gebotenen Sachlichkeit und Unvoreingenommenheit hört sich das für mich so an, als wollte der nicht unmittelbar Muslime bekämpfen, sondern primär seine Meinung darstellen. Natürlich in krankhaft und kriminell weit überhöhter Form, denn objektiv hat er ja jede Menge Möglichkeiten gehabt und genutzt (auch im Internet). Aber zweifellos ist der Täter nicht einfach nur pauschal „geisteskrank”, wie man verschiedentlich liest, sondern war subjektiv davon überzeugt, seine Meinung nicht in der nötigen Weise und mit der erwünschten Wahrnehmungsbreite äußern zu können. Und zweifellos sah er die Schuld dafür bei den Sozialdemokraten.

            Könnte es am Ende sein, daß in der norwegischen Gesellschaft eine ähnliche Tabuisierung des Themas stattgefunden hat, wie ich sie hier in Deutschland sehe, und daß die dort ebenfalls aus dem linken politischen Lager betrieben wird?

            De facto ist es durchaus so, daß – an sich erstrebenswerte – Werte wie Diskriminierungsfreiheit, Vermeidung von Fremdenfeindlichkeit, Chancengleichheit, Offenheit, MultiKulti, Migration, islamische Einwanderung, typisch linke Themen sind, die aber dann, wenn sie ideologisch, aggressiv, törricht betrieben werden, zu eben jener Tabuisierung und Beschneidung der Meinungsfreiheit führen. Ich bin da vielleicht etwas vorgeschädigt, denn als ein eigentlich unpolitischer und neutral eingestellter Mensch habe ich mich als Student sehr massiv durch die Art und Weise angegriffen gefühlt, die die stark links durchwucherten Organisationen wie Fachschaft, Usta, und was da sonst noch alles unterwegs war, in äußerst aggressiver Form die für Studenten einzunehmende Standard-Meinung durchprügelten und jeden hemmungslos angriffen und an den Pranger stellten, der auch nur geringfügig davon abwich. Die haben regelrechte Hetzjagden auf Leute veranstaltet, die nicht ihrem ideologischen Meinungsprofil entsprachen.

            Und auch hier muß man ja nur mal die (nicht mal spezifisch linke, das ist inzwischen ins allgemeine Bewußtsein eingeflossen) Presse und die Politikerreden durchschauen, die triefen geradezu von diesen Tabureflexen.

            Vor einiger Zeit war ich mal im Theater. In der Pause kam ich mit einem Mann ins Gespräch, der zufällig neben mir saß, und der unbedingt etwas loswerden und erzählen wollte. Ein Deutscher, der vor 30 Jahren nach Schweden ausgewandert war. Er sagte, daß er Schweden lange Zeit geliebt habe, wie kein anderes Land auf der Welt, und nirgendwo sonst hätte leben wollen. Seit ein paar Jahren halte er es dort aber nicht mehr aus und nun bereite gerade seinen Umzug nach Deutschland vor, obwohl er eigentlich nie wieder nach Deutschland zurückziehen wollte. Schweden sei zu einem aggressiven Matriarchat geworden, in dem nicht nur die Frauen die tatsächliche Macht übernommen hätten – was ihn nicht störe – und die Gesetze alle zugunsten von Frauen umgenudelt hätten, der Mann quasi zum rechtlosen Wesen degradiert worden sei – womit er ebenfalls noch leben könnte – sondern auch ein übles Meinungsdiktat entstanden sei. Jede Form von Kritik würde in erbarmungsloser Weise bekämpft und verfolgt. Und das halte er nicht aus, er müsse deshalb so schnell wie möglich raus aus Schweden. Er habe da keine Hoffnung mehr. Dem Mann war sehr deutlich anzuspüren, wie wütend und verbittert er war.

            Ich kenne Schweden nicht und habe nicht die geringste Ahnung, ob das, was der da sagte, stimmt oder eingebildet war. Darauf kommt es aber nicht an, weil für die Motivation zur Kriminalität die subjektive Sicht ausschlaggebend ist, nicht der objektiv nachprüfbare Zustand. Und dieser Mann war sehr davon überzeugt. Und es hat gereicht, um ihn zu einer für ihn ungeheuerlichen Handlung zu bewegen, nämlich sein geliebtes Schweden zu verlassen und wieder in das verabscheute Deutschland zurückzuziehen. An diesen Mann aus dem Theater habe ich unwillkürlich denken müssen, als ich von den Hintergründen des Attentats in Norwegen und der Äußerungen des Täters hörte.

            Könnte es am Ende sein, daß die Tat von Norwegen – und vielleicht viele andere rechtsextreme Taten – letztlich nicht so sehr von rechter Politik und rechtsextremen Organisationen, sondern mehr von linker Rhetorik und einer in die Gesellschaft eingebrachten Tabuisierung der Kritik an der Einwanderung von Muslimen verursacht wurde? Daß da der Druckbehälter explodiert ist, weil man das Ventil verschlossen hat?

            Daß man die Tat also nicht wie kolportiert dem rechten Lager, sondern – indirekt, aber letztlich – dem linker Politik zuschreiben muß? Daß eine Tabuisierung mehr Druck aufgebaut hat als die frontale Fremdenfeindlichkeit? Und daß der deshalb auf die linksorientierte Regierungspartei losgegangen ist? Denn gerade die Diskussion wollte der Täter ja – vorgeblich – erreichen.

            Oder anders gefragt: Wäre es zu der Tat gekommen, wenn es eine öffentliche und offen geführte Debatte über die Einwanderungspolitik gegeben hätte, in der auch offen darüber diskutiert wird, warum manche Leute das nicht wollen, und ob das berechtigt oder unbegründet ist?

            [Nachtrag 1:] Diese Brachialkategorisierung in die verschiedenen -isten (Sexist, Rassist, Antiislamist, Faschist,…), die viele Linke ständig betreiben ist letztlich auch nichts anderes als tumber Rassismus, wie ihn das Nazi-Dummvolk vom Land betreibt, das seine Welt dann eben in Bimbos, Kanaken und sowas einteilt, nur daß sie eben statt körperlicher Äußerlichkeiten nach Gesinnungen einteilen. Der mentale Mechanismus ist aber der gleiche, weil er das Denken erspart und erlaubt, das Hirn nur auf eingeschränktem Notstrombetrieb zu lassen.

            [Nachtrag 2:] So gesehen könnte sich die – in der Presse als bewunderswerte Stärke und Reife ausgelegte – Haltung der Norweger, auf den Anschlag mit noch mehr Demokratie und noch mehr Offenheit zu reagieren, als fataler Fehler in die falsche Richtung erweisen. Wenn nämlich deren Verständnis von Demokratie und Offenheit bedeutet, Kritik (etwa an Migranten) im Sinne von Offenheit der Gesellschaft noch stärker zu tabuisieren, also das, was möglicherweise hier Auslöser dieser Extremhandlung war, noch mehr zu intensivieren, dann würde es die Sache noch verschlimmern, weil es die Situation noch weiter verschärfen würde. "
            Zuletzt geändert von KESSELRING; 30.07.2011, 16:19.
            ECRA

            Patronensammlervereinigung

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              #21
              Äusserst interessanter und nicht ganz unwahrer Text!
              Diese ähnlichen Gedanken hatte ich auch schon, aber spreche diese mal aus...
              Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten.
              Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott!
              Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
              dann richtet das Volk, dann gnade Euch Gott!
              (Theodor Körner 1791-1813)

              DIE GRÜNEN NEIN DANKE
              Direkte Demokratie
              Ich bin Tolerant

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                #22
                Zitat von SUdR Beitrag anzeigen
                Diese ähnlichen Gedanken hatte ich auch schon, aber spreche diese mal aus...
                Was uns zu seiner Theorie zurück bringt......

                Aber es ist diesbezüglich wirklich viel Wahres in seinen Überlegungen. Wer gegen die links gerichtete political corectness verstößt wird gnadenlos mundtot gemacht. Beispiele gibt es ja genug.
                Man selbst, auch in diesem Forum, merkt immer öfter wie oft man sich überlegt was und wie man es schreibt um keine Angriffsfläche zu bieten. Denn eins ist sicher, wenn man sich meinungstechnisch zu sehr aus dem Fenster wagt, kommt von irgendwo her die große Kelle auf dich zu......
                ECRA

                Patronensammlervereinigung

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                  #23
                  Da wir mit dem Artikel von Danisch in den Bereich der Vermutungen kommen, lasse ich auch mal hier eine Vermutung zu Wort kommen:

                  http://info.kopp-verlag.de//hintergr...DDEB9191CD047B

                  Zum anderen möchte ich darauf hinweisen, dass es dieses Muster des Norwegen-Anschlags schon häufiger gegeben hat. Erinnert euch an das Oktoberfest-Attentat in München, das kam auch wie aus dem heiteren Himmel und rund herum gab es eine ganze Menge, sagen wir mal, Ungereimtheiten, was den Täter und die Motive anging.

                  Es gibt da eine Doku, die sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, ich poste sie mal hier, da die darin getroffenen Aussagen vielleicht ein Schlüssel sind, um zu begreifen, was tatsächlich in Norwegen passiert ist.

                  http://www.youtube.com/watch?v=8fFNsTgauCE

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                    #24
                    @KESSELRING
                    Danke für den Text.

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                      #25
                      Der Text liest sich eher wie ein wortreiches "HALTET DEN DIEB !!!!!"

                      Wenn man über Radikalisierung im INet nachdenkt, kommt man um eine Betrachtung aller Extremismusformen irgendwie nicht herum. Und dazu gehört zweifelsfrei auch die rechte Seite.

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                        #26
                        Zitat von Matcher Beitrag anzeigen
                        Der Text liest sich eher wie ein wortreiches "HALTET DEN DIEB !!!!!"
                        Ich hab lang über den inhaltlichen Sinn dieser Aussage nachgedacht. Finden konnte ich ihn nicht....

                        Wenn man über Radikalisierung im INet nachdenkt, kommt man um eine Betrachtung aller Extremismusformen irgendwie nicht herum. Und dazu gehört zweifelsfrei auch die rechte Seite.
                        Eine Aussage die sicherlich richtig ist, der aber auch niemand wiedersprochen hat. Auch hier verstehe ich im Kontext den Zusammenhang nicht...
                        ECRA

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                          #27
                          Zitat von KESSELRING Beitrag anzeigen
                          Ich hab lang über den inhaltlichen Sinn dieser Aussage nachgedacht. Finden konnte ich ihn nicht....



                          Eine Aussage die sicherlich richtig ist, der aber auch niemand wiedersprochen hat. Auch hier verstehe ich im Kontext den Zusammenhang nicht...
                          Zu Quote 1:
                          Das ist schade aber nicht verwunderlich. Das Netz wird geradezu überschwemmt mit Spin-Pamphleten, die die Mitverantwortung an der Radikalisierung des Täters - wahlweise und in Kombination - den Linken, Muslimen, den Migrantenvertretungen, den 68ern, den Kirchenvertretern, den liberalen Politikern, dem Dalai Lama,... ... ... zuschieben. Nur eben nicht den Broders, Ulfkottes und Herres dieser verdrehten Welt.

                          Mach dir daher keine Gedanken über ein nicht verstandenes "Haltet den Dieb"

                          Zu Quote 2:
                          Versuch mal in dem geposteten Text eine differenzierte Auseinandersetzung zu den Gründen der Tat zu finden. Nix drin? Kein Wunder. Der Autor zeigt mit dem Finger auf andere und beschwert sich über die eigene gefühlte Diskriminierung.

                          Kommentar


                            #28
                            Zitat von Matcher Beitrag anzeigen
                            Zu Quote 1:
                            Das ist schade aber nicht verwunderlich. Das Netz wird geradezu überschwemmt mit Spin-Pamphleten, die die Mitverantwortung an der Radikalisierung des Täters - wahlweise und in Kombination - den Linken, Muslimen, den Migrantenvertretungen, den 68ern, den Kirchenvertretern, den liberalen Politikern, dem Dalai Lama,... ... ... zuschieben. Nur eben nicht den Broders, Ulfkottes und Herres dieser verdrehten Welt.
                            Ich musste gerade ein bisschen schmunzeln. Eben genau diese werden im Moment doch von den Medien geradezu hingerichtet, oder es wird zumindest versucht.
                            Dem einzigen dem ich die Schuld gebe ist der Mann selbst. Sonst gar niemandem. Schade, dass das nicht alle können und politischen Profit darausschlagen wollen ...
                            .22lr; 7,62x25; 9x19; .38 Special; .45ACP; 5,56x45; 7,5x53,5; 7,5x55; 7,62x39; 7,62x51; 7,62x54R; 12/70

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                              #29
                              Zitat von swizzly Beitrag anzeigen
                              Ich musste gerade ein bisschen schmunzeln. Eben genau diese werden im Moment doch von den Medien geradezu hingerichtet, oder es wird zumindest versucht.
                              Dem einzigen dem ich die Schuld gebe ist der Mann selbst. Sonst gar niemandem. Schade, dass das nicht alle können und politischen Profit darausschlagen wollen ...
                              Naja, ich bezog mich ja auch auf den geposteten Text und die vielen gleichlautenden Pamphlete, die gerade die Runde machen.

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                                #30
                                Zitat von Matcher Beitrag anzeigen
                                Zu Quote 1:
                                Das ist schade aber nicht verwunderlich.
                                Das ist richtig. Interpretationsansätze des Lesers bei einzeiligen Meinungsäußerungen halten sich immer in Grenzen.

                                Mach dir daher keine Gedanken über ein nicht verstandenes "Haltet den Dieb"
                                Meine Sorge hält sich ebenfalls in Grenzen


                                Zu Quote 2:
                                Versuch mal in dem geposteten Text eine differenzierte Auseinandersetzung zu den Gründen der Tat zu finden. Nix drin? Kein Wunder. Der Autor zeigt mit dem Finger auf andere und beschwert sich über die eigene gefühlte Diskriminierung.
                                Vorher fang du doch mal damit an, dich mit dem Begriff "Pamphlet" auseinander zu setzen. Dieser ist definiert durch, ich zitiere:

                                "ein Schriftstück, in dem sich der Verfasser auf häufig polemische Art und Weise zu einem Thema äußert"


                                Da du dich ja mit dem Text auseinandergesetzt hast, zeig mir doch mal bitte die polemischen Teile. Dann fange ich vielleicht darüber an nachzudenken ob er sich über seine eigene Diskriminierung beschwert....


                                P.S:

                                Ich finde es absolut diskussionsunwürdig, wenn eine angebliche Meinung mit Ein- und Zweizeilern zu Wort gebracht wird.

                                Keine Erklärungen, Begründungen, Analysen. Im Gegenteil, der Diskussionspartner soll sich die Begründungen auch noch selber heraussuchen......

                                Für mich sind solche Antworten, wie von dir Matcher, in dem Fall einfach nur wertloses Gebabbel!
                                Zuletzt geändert von KESSELRING; 02.08.2011, 15:13.
                                ECRA

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