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Alt 8. November 2008, 17:22   #1
Michi
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Standard Das Sturmgewehr 57

Bereits ab mitte der 40er Jahren trieb man in der Schweiz die Entwicklung einer neuen Waffe für die Truppe voran. Dass es kein Halbautomatisches Gewehr sondern eine Seriefeuertaugliche Waffe sein sollte, war schon von Anfang an klar, Die allgemeinen Richtlinien des EMD für einen neue Infanteriewaffe lauteten daher ab 1946 wie folgt.

- Seriefeuerwaffe mit hoher Kadenz
- Gute Präzision und Wirkung auf Distanzen bis 400m evtl. bis 600m
- Maximal 5kg schwer
- Nicht länger als 100cm

Verwendet werden sollte die neue Waffe als Ersatz sowohl für den Karabiner und die Maschinenpistolen, als auch für das leichte Maschinengewehr Mod.25.

Während man der Waffenfabrik Bern den Auftrag erteilte eine Waffe mit den geforderten Eigenschaften in einem neuen kleineren Kaliber (Angelehnt an die deutsche Kurzpatrone) zu entwickeln, trieb man bei der SIG die Entwicklung einer Automatenwaffe für die altbewährte GP11 voran.
Im laufe des Jahres 1954 wurde an höherer Stelle des EMD, sowohl aus logistischen Gründen als auch im Hinblick auf genügende Leistung bei Grossen Entfernungen vorgeschlagen, bei der leistungsfähigen Einheitspatrone GP11 zu bleiben. Diesem Vorschlag schloss sich im Juni 1955 die eidgenössische Landesverteidigungskommission an, was folglich dann zu der Empfehlung für das von der SIG vorgelegte Sturmgewehrmodell führte. Dieses wurde dann Ende 1956 von den zuständigen Behörden als neue Einheitswaffe ausgewählt, und nach kleineren Anlaufschwierigkeiten konnte die Produktion des Stgw.57 im Jahr 1958 eingeleitet werden.

Produziert wurden zwischen 1958 und 1983 fast eine Million Sturmgewehre 57. Auch als halbautomat (PE57) wurde die Waffe für den Zivilmarkt gebaut, allerdings nur in sehr geringer Stückzahl.

Die sowohl in Grösse als auch Gewicht etwas überdimensionierte Waffe (110cm lang und ungeladen 5.7kg schwer) ist wohl besonders bei der Truppe nicht nur auf Begeisterung gestossen. Das Gewehr ist aber äusserst robust und widerstandsfähig, weswegen man der Waffe oft nachsagt, sie sei untödlich.
Zumindest bei Sportschützen erfreut sich das Stgw.57 seit ein paar Jahren wieder grosser Beliebtheit da es mit gewissen Technischen Hilfsmittel durchaus als Sportgerät mithalten kann.
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Alt 8. November 2008, 17:31   #2
Michi
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Bild 1:
Schiessdemonstration mit Vorserienmodellen anlässlich der Vorstellung des neuen Sturmgewehres (07.Februar 1957)

Bild 2:
Die Wiederlager für die Rollen des Verschlusses liessen sich ohne Aufwand durch lösen der Spannringe wechseln, sollten diese einmal Verschlissen sein.

Bild 3:
Da nach dem letzten Schuss der Verschluss nicht offen gehalten wird, sorgt ein Ladestandsanzeiger für die nötige Sicherheit.

Bild 4:
Das Dioptervisier lässt sich sowohl in der Seite als auch in der Höhe präzise justieren, was auch beim sportlichen Schiessen von Vorteil ist.

Bild 5+6:
Der Rollenverschluss ist ähnlich massiv ausgeführt wie jener des MG42

Bild 7:
Dank des Winterabzugs lässt sich die Waffe auch mit Handschuhen abfeuern, für den Sportschützen hat er den Vorteil eines angenehmeren Abzugsverhaltens.

Bild 8:
Die Skala auf den Zweibeinstüzen diente als Zielhilfe beim Verschiessen von Gewehrgranaten. Mit Hilfe einer Schnur und des Taschenmessers konnte der Wehrmann ein Senkblei herstellen welches er am Bajonetthalger zu befestigen hatte. Damit konnte dann ungefähr die Schussdistanz und der Schusswinkel ermittelt werden.
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Alt 8. November 2008, 19:23   #3
Gunner
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ICH LIEBE DIESEN BEITRAG!

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Alt 8. November 2008, 19:26   #4
Gunner
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Nachtrag zu Bild drei:
Ladestandsanzeiger ist das runde Teil über dem Schweizerwappen. Es steht vor, wenn eine Patrone im Lager ist, bei leerem Lager ist es bündig mit dem System.

...und daß man Hilfsmittel benötigt, um das 57'er sporttauglich zu machen, ist üble Nachrede...

Voller Vorfreude aufs Treffen 09 grüßt
der Gunner
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Alt 8. November 2008, 22:10   #5
imi-uzi
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Zitat:
Zitat von E.HunteR Beitrag anzeigen
Bild 8:
Die Skala auf den Zweibeinstüzen diente als Zielhilfe beim Verschiessen von Gewehrgranaten. Mit Hilfe einer Schnur und des Taschenmessers konnte der Wehrmann ein Senkblei herstellen welches er am Bajonetthalger zu befestigen hatte. Damit konnte dann ungefähr die Schussdistanz und der Schusswinkel ermittelt werden.
Anmerkung:
dazu war noch ein spezielles Magazin nötig,
welches den Verschluss blockierte um so die volle
Leistung auf der Treibpatrone zu haben
Angehängte Grafiken
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Alt 8. November 2008, 23:46   #6
Michi
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Genau, und natürlich mussten spezielle Treibpatronen geladen werden.
@imi-uzi

Hast Du noch solche "Runggle" verschiessen dürfen? Ich kenne da nur noch die alten Geschichten vom Vater her was das für einen üblen Rums gemacht haben soll
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Alt 9. November 2008, 16:27   #7
imi-uzi
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nö, bei uns gabs das nicht mehr
ein Jahr vor unserer RS wurde auch das Sturmgewehr-Turnen abgesetzt
ein Kollege hat mal zum Spass eine abgeschossene "Runggle" nochmals
abgefeuert, und auch ohne Treibsatz erstaunlich weit geschossen
mit Treibsatz muss das schon gehörig gerummst haben. Das hat
dem vernehmen nach sogar den 57'ern geschadet.
imi-uzi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 9. November 2008, 17:05   #8
Michi
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Ich weiss von meinem Vater, dass nicht jeder mit seinem Gewehr solche Granantn verschiessen musst, sondern dass dafür teilweise speziell noch Gewehre aus den Zeughäusern geholt wurden um die persönlichen Waffen z schonen.
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Alt 3. August 2009, 14:01   #9
Misteredd
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Standard Import

Kann man das StGW 57 nach Deutschland importieren und hier auch als Jagdwaffe führen?

Wie teuer und wie kompliziert ist das?
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Alt 3. August 2009, 14:17   #10
Michi
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Zitat:
Zitat von Misteredd Beitrag anzeigen
Wie teuer und wie kompliziert ist das?
Legal wohl schlichtweg unmöglich, da diese Waffe in Deutschland wohl eine Kriegswaffe ist (egal ob umgebaut zum HA oder Werkshalbautomat).
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Alt 3. August 2009, 15:16   #11
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Zitat:
Zitat von E.HunteR Beitrag anzeigen
Legal wohl schlichtweg unmöglich, da diese Waffe in Deutschland wohl eine Kriegswaffe ist (egal ob umgebaut zum HA oder Werkshalbautomat).
Bei hiesigen Waffenhändlern und Büchsenmachern werden aber Ersatzteile dazu angeboten.
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Alt 3. August 2009, 15:34   #12
Michi
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Es werden auch Ersatzteile zu anderen Waffen angeboten welche in Deutschland im scharfen Zustand nicht besessen werden dürfen (MG42, MG34, diverse Maschinenpistolen, Sturmgewehre, Raketenwerfer usw.)
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Alt 3. August 2009, 16:17   #13
Misteredd
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http://www.schweizer-schuetzen.de/in.../ueber_uns.asp

Diese Schützen schiessen in Deutschland auf Deutschen Schiessbahnen mit dem StGW 57.

Das Gewehrschiessen findet auf der 300 m-Schiessanlage der Schiessleistungsgruppe Niederweimar im Bund der Polizei- und Militärschützen (http://www.slg-niederweimar.de) statt und wird mit von der Schweizer Armee leihweise zur Verfügung gestellten Sturmgewehren 57 und mit eigenen Karabinern 31 absolviert. Für das Pistolenschiessen nutzen wir die 25 m-Schiessanlage mit Duellscheiben des Schützenvereins Petersberg Bechtolsheim e.V. (http://www.schuetzenverein-bechtolsheim.de). Hier schiessen wir mit Ordonanzpistolen, hauptsächlich der Pistole 49 (SIG P210).

Das Nachfolgemodell gibt es als SIG-Sauer 550 neu bei Kettner. Warum das neuere erlauben aber das alte Gewehr verbieten?
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Alt 3. August 2009, 16:54   #14
Michi
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Die Leihwaffen der Armee im Ausland sind ein anderes Thema, die gibt es auch in Kanada, im Fürstentum Liechtenstein und in Norwegen. Diese Waffen sind aber Eigentum der Schweizer Armee welche schweizer Schützenvereinen im Ausland zur Verfügung gestellt werden (nur zur Ausübung des Schiess-Sportes gemäss den Regeln des SSV). Ob und wie das funktioniert, dass ausländische Behörden das genehmigen weiss ich nicht und habe ich bisher auch noch nie eine Auskunft diesbezüglich erhalten (warum auch immer).
Fakt ist, dass sowohl Stgw.57 wie auch das PE57 (gleiches gilt für Stgw.90 und PE90 ) in Deutschland verboten sind, da es sich im Kriegswaffen handelt.
Vom Stgw.90 gibt es aber Nachbauten für den Deutschen Markt welche sich aber in einigen Punkten vom schweizer PE90 und vom orginalen Stgw.90 unterscheiden. Diese Nachbauten (Hindelmair, Kempf, usw.) sind sozusagen Klone welche dem Deutschen WG konform sind und somit auch erworben werden dürfen.
Vom Stgw.57 gibt es (soll es geben) auch einen Deutschlandkonformen Umbau im Kaliber .308 von Schwaben Arms. Ob SAR die Waffe aber auch liefern kann bzw. überhaupt hergestellt hat, weiss ich nicht.
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Alt 8. December 2009, 09:56   #15
Piet
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Moin,
ich bin im Besitz eines STGW 57 PE.Wenn ich damit auf einem Stand auftauche
ist immer ein kleiner Auflauf ! in D.Es trifft ausgezeichnet,besser als der Schütze.ZF hat es auch.Man fragt mich immer wie ich das gemacht habe und das ist geheim.Alles Gesetzlich.
In der Schweiz habe ich ein privatisiertes.
MfG Piet
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