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Alt 30. April 2008, 22:12   #1
Michael
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Benutzerbild von Michael
 
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Beiträge: 9,143
Standard Tokarev TT 33

Kaliber: 7,62x25 Tokarev
Länge: 195 mm
Höhe: 123 mm
Lauflänge: 116 mm
Visierlinie: 156 mm
Gewicht, leer: 854 g
Gewicht, geladen: 938 g
Magazinkapazität: 8 Patronen

Die russische Tokarev TT 33 des Konstrukteurs Fjodor Wassiljewitsch Tokarew ist eine Vereinfachung des Ursprungsmodells TT 30. In den zwanziger Jahren wurde von der Armeeführung ein Konstrukteurswettbewerb zur Entwicklung einer neuen Pistole angesetzt, mit dem Hintergrund die Nagant Revolver Modell 1895 durch eine Selbstladepistole aus russischer Eigenproduktion zu ersetzen. An diesem Wettbewerb beteiligten sich unter Anderem auch Korowin und Prilutzki, deren Modelle waren für Patronen im Kaliber 7,65 eingerichtet. Ende der zwanziger Jahre erwog man auch die Einführung einer neuen Patrone mit dem Vorbild der 7,63 Mauser. Eine Neuentwicklung war die Patrone 7,62x25 von Tokarev, die letztendlich als Patrone M 1930 eingeführt wurde. Nun wurde das Pflichtenheft für die neue Selbstladepistole geändert, sie sollte für die neuentwickelte Patrone eingerichtet werden. Korowin und Prilutzki rüsteten Ihre Modelle zwar auf die Tokarev Patrone um, letztendlich war Ihnen aber kein Glück beschieden. Nach einem Vergleichsschießen in Tula entschied sich die Kommission 1930 für die Übernahme des Modells 30 von Tokarew.

In die strukturmäßige Bewaffnung der Sowjetarmee wurde die Waffe im Februar 1931 übernommen, eingeführt wurde sie unter der Bezeichnung TT 30. Die Bezeichnung TT 30 entstand aus den Anfangsbuchstaben des Herstellungsortes und des Konstrukteurs: Tula Tokarev.

Die Tokarev kann Ihre konstruktiven Anleihen bei der Colt 1911 Pistole wirklich nicht verleugnen, dies hat nicht nur optische Gründe. Im Prinzip hat Tokarev die Funktionsweise der 1911 kopiert, inklusive der Verschlussverriegelung nach dem System der Browning Kippläufe. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass die Tokarev keinen Spannabzug hat, somit muss der Hahn der Waffe vor Schußabgabe von Hand gespannt werden.

Die Waffen verfügen über keine schützenabhängige Sicherung, sie haben lediglich eine Sicherungsrast für den Hammer.

Durch einige Modifikationen und Vereinfachungen entstand letztendlich das Modell TT 33, welches rund 2 Jahrzehnte in der Sowjetarmee geführt wurde, bis zur Ablösung durch die Pistolen Stechkin APS und Makarov PM im Jahre 1951. Das Modell 33 unterscheidet sich vom Modell 30 durch eine vereinfachte Form der Verriegelung und der Fertigung von Griffrücken und Rahmen aus einem Stück. Die Produktion des Modells TT 33 in der Sowjetunion endete im Jahre 1954.

Man kann Vor- und Nachkriegsmodelle gut durch die Form der Spannrippen am Ende des Verschlusses unterscheiden. Frühe Modelle haben grobe und spätere Modelle feine Rippen.

Die Tokarev Pistolen galten als sehr robust und zuverlässig, und waren auf Grund ihres geringen Gewichtes und Handlichkeit sehr beliebt. Die Patrone 7,62 Tokarev war zu ihrer Zeit eine sehr starke Pistolenpatrone, sie wurde auch in den bekannten Maschinenpistolen der PPS / PPSH-Reihe verwendet.


Die Tokarev-Pistolen wurden nach Ende des zweiten Weltkriegs von vielen sozialistischen Staaten geführt, sowohl in Form von Hilfslieferungen als auch in Lizenzfertigung. So gibt es auch einige Abwandlungen der ursprünglichen Konstruktion, beispielhaft genannt seien hier die Modelle M 48 aus ungarischer Fertigung im Kaliber 9x19, welche auch unter der Bezeichung „Tokagypt“ nach Ägypten geliefert wurden. Oder die jugoslawischen Modelle M57, M60 und M70, ebenfalls im Kaliber 9 mm Parabellum.

In der DDR wurde die Tokarev TT 33 bis zum Ende der 50iger / Anfang der 60iger Jahre verwendet, allerdings gab es dort keine Lizenzfertigung, lediglich Lieferungen aus der Sowjetunion und Polen.

Meine Waffe ist eine russische Nachkriegsfertigung aus dem Jahr 1948, sie wurde offensichtlich in einem Arsenal überarbeitet und neu brüniert. Darauf deuten schwach lesbare Stempelungen und ein russischer Überarbeitungsstempel hin. Die Waffe wurde von der Firma Transarms auf das Kaliber 4,5mm DLP umgebaut.

Gruß

Michael
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