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Alt 19. April 2016, 22:23   #16
K98K_243
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Beiträge: 32
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...oder unter den Ringen nachsehen. Selbst bei arsenalgepflegten Stücken oder im Arsenal eingelagerten neuen Stücken ist die Brünierung unter den Ringen dunkler als im offenen Bereich, so meine Erfahrung mit verschiedenen Mauser-Modellen.

Ansonsten echt schön, mir allerdings für ein Militärgewähr zu glänzend.

War dieser die ganzen Zeit eingelagert und ungeschossen?
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Alt 19. April 2016, 23:23   #17
Treffhaltnix
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Beiträge: 104
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Die korrekte Bezeichnung für den "Korntunnel" lautet "Kornschutz" und die Umstellung fand nicht Ende 1938 statt.

Seltsam , da frage ich mich wieso mein Nummerngleicher 1939er Borsingwalde bereits einen " Kornschutz" hat .
Mal von der Tatsache abgesehen dass in diverser Fachliteratur beschrieben wird
dass die Einführung bereits vor dem Krieg erfolgte ( vergl. z.B. die bereits erwähnte Studie vom Graf Seite 21 " Der Kornschutz wurde bereits vor dem Krieg eingeführt ...") , und der begann ja wohl 1939 , also das ist zumindest mein letzter Kenntnisstand
1941 wurde die Abnahmevorschrift für das Teil geändert

Gruß Treffhaltnix
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Alt 20. April 2016, 02:27   #18
J.P. Sauer
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Beiträge: 94
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Zitat:
Zitat von Treffhaltnix Beitrag anzeigen
Die korrekte Bezeichnung für den "Korntunnel" lautet "Kornschutz" und die Umstellung fand nicht Ende 1938 statt.

Seltsam , da frage ich mich wieso mein Nummerngleicher 1939er Borsingwalde bereits einen " Kornschutz" hat .
Mal von der Tatsache abgesehen dass in diverser Fachliteratur beschrieben wird
dass die Einführung bereits vor dem Krieg erfolgte ( vergl. z.B. die bereits erwähnte Studie vom Graf Seite 21 " Der Kornschutz wurde bereits vor dem Krieg eingeführt ...") , und der begann ja wohl 1939 , also das ist zumindest mein letzter Kenntnisstand
1941 wurde die Abnahmevorschrift für das Teil geändert

Gruß Treffhaltnix
Daran ist nichts seltsam, denn der Kornschutz wurde oft während des Krieges nachgerüstet und so ist es sicherlich auch bei deinem "243 1939" geschehen, das hat nichts mit der Nummerngleichheit deiner Waffe zu tun. Stell doch dein schönes Stück mal vor, diese sind nummerngleich auch relativ selten zu finden.

Das der 2. Weltkrieg 1939 begann, zumindest die Kriegshandlungen, da haben wir beide die identischen Informationen. Evtl. meint der Fachbuchautor mit "dass die Einführung bereits vor dem Krieg erfolgte", den Kalten Krieg, Koreakrieg oder eine Exportvariante? Darauf habe ich keine Antwort, diese Frage müsste der Herr Graf in seinem Fachbuch beantworten.

Zum Beispiel das Modell 1935 vom Chile Kontrakt und auch der M937-A vom Portugal Kontrakt hatten einen Kornschoner, die aber beide völlig anders konstruiert waren im Vergleich zum Kornschutz des Karabiner 98k der Wehrmacht und vielleicht ist einer dieser Kornschoner gemeint gewesen.
Vergleiche dazu die Konstruktionszeichnung der Mauser-Werke A.-G. Oberndorf a.N. mit der Zeichnungsnummer 3MD7107-10, sie behandelt den Kornschoner des M937-A, gezeichnet am 11.08.1937.

Vor dem Jahre 1940 gab es definitiv keinen Kornschutz in der Serienproduktion des Karabiner 98k, denn der Entwurftag war der 30.05.1940. Vergleiche dazu die Konstruktionszeichnung der Mauser-Werke A.-G. Oberndorf a.N. mit der Zeichnungsnummer 3ME6907-11.
Bei J.P. Sauer & Sohn z.B. gab es die ersten Karabiner 98k mit Kornschutz in der Serienproduktion etwa ab November 1940, beim 147 1940 im "v" Block.

Die Information stimmt, 1941 wurde die Abnahmevorschrift für den Kornschutz geändert und zwar am 01.07.1941 um genau zu sein.
Diese Abnahmevorschrift bezieht sich auf die Prüfung der Federkraft vom Kornschutz. Anfangs durfte das Größtmaß nach 6 stündiger Spreizung auf 8 mm noch 3,5 mm betragen. Ab dem 01.07.1941 durfte das Größtmaß nach dieser Prozedur nur noch 2,5 mm betragen.

Gruß Stephan
J.P. Sauer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22. April 2016, 20:23   #19
Big-Joe
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Registriert seit: 03.04.16
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ich werde am Wochenende noch weitere Fotos von der Brünierung, von der Unterseite des Laufes und von der rechten Hülsenseite (Weimarer Stempel und weiter vorn am Lauf WaA Abnahmestempel) einstellen. Bis hierher aber vielen Dank für die aufschlussreichen und sehr informativen Erleuterungen
Big-Joe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24. April 2016, 12:16   #20
Big-Joe
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hallo Freunde, noch ein paar Fotos
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg kar14.jpg (1.19 MB, 70x aufgerufen)
Dateityp: jpg kar15.jpg (2.08 MB, 62x aufgerufen)
Dateityp: jpg kar16.jpg (1.68 MB, 62x aufgerufen)
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Alt 26. April 2016, 15:19   #21
J.P. Sauer
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Zitat:
Zitat von Big-Joe Beitrag anzeigen
hallo Freunde, noch ein paar Fotos
Vielen Dank für die weiteren Fotos.

In meinen vorherigen Beiträgen hatte ich eigentlich schon alles wesentliche erwähnt und jetzt nur noch ein paar Details.

Meine zeitliche Einordnung passt, was auch die Laufstempelreihe belegt.
Der Stahl zur Herstellung des Laufes stammt von Ruhrstahl, er ist aus dem Lot 169. Aus diesem Stahl wurde der Lauf im Jahre 1938 bei BLM im Hause gefertigt.

Den Neubeschuss hat deine Waffe in München erhalten, im November 1976 und verkauft wurde sie von Frankonia Jagd.

Um nochmal auf die Brünierung zurückzukommen, anhand der Fotos ist es sehr schwer bis fast unmöglich, etwas zur Originalität zu sagen. Man müsste ihn in original sehen oder Fotos bei verschieden Lichtverhältnissen aufnehmen.
Aber wie ich bereits sagte, BLM ist für eine hochwertige Verarbeitung bekannt und auch die Brünierung wirkt oftmals eher dunkel, erscheint nahezu neuwertig. Ich habe zumindest ein gutes Gefühl, das es stimmig sein könnte.

Es wurde zu dieser Zeit sehr viel experimentiert.
Die Berlin-Lübecker Maschinenfabrik war bei der Weiterentwicklung tätig und zum Beispiel auch im Bereich Oberflächenveredelung, was in unserem Fall von Bedeutung ist.
Am 1. Dezember 1938 wurde bei BLM eine Konferenz über die Brünierungs Technik abgehalten. Anwesend war ein Amtmann, BLM Ingenieure, 22 Mitarbeiter der verschiedenen Herstellerfirmen des 98k und die Abnahmebeamten der Berlin-Lübecker Maschinenfabrik.
Verschiedene Brünierungsverfahren wurden vorgestellt, das übliche Tauchbrünierungsverfahren und auch das neue Persaltin-Verfahren, mit erhöhtem Phosphatzusatz.
Aus diesem Grunde findet man viele Lübecker mit verschieden Farbtönen der Brünierung.

Gruß Stephan

PS: Im Anhang zwei Fotos meiner 08, aufgenommen bei verschiedenen Lichtverhältnissen. Beim ersten Beispiel könnte man auch eine Neubrünierung annehmen, die zweite Aufnahme kommt der Realität am nächsten und man erkennt das sie im Originalzustand ist
Angehängte Grafiken
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Geändert von J.P. Sauer (26. April 2016 um 15:27 Uhr).
J.P. Sauer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26. April 2016, 19:40   #22
Big-Joe
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Vielen Dank Stephan für die aufschlussreichen Infos. Damit sind fast alle Fragen für mich beantwortet und ich habe ein gutes Gefühl bei der Waffe. Ich versuche mal bei Sonnenschein verschiedene Blickwinkel aufzunehmen, evtl kann man ja wie in deinen Beispielbildern (sehr schöne Waffe übrigens) es besser erkennen. Ich kann allerdings über die Jahre seit 38 nichts zu der Waffe sagen, da ich sie aus Nachlass habe dessen Besitzer verstorben ist und keine Antwort mehr geben könnte. Für eine Arsenalwaffe müsste aber der Schaft meiner Meinung nach besser erhalten sein, oder sehe ich das falsch ?
Big-Joe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 4. May 2016, 20:11   #23
Big-Joe
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bin ich richtig übrigens richtig informiert, daß für die k98 nie ein nummerngleiches Bajonett ausgegeben wurde oder kann man das wiederlegen ?
Big-Joe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 4. May 2016, 21:44   #24
J.P. Sauer
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Du bist richtig informiert, die Seitengewehre wurden nicht nummerngleich herausgegeben, jedenfalls nicht an die Wehrmacht. Seitengewehr und Karabiner Produzenten hatten jeweils ihre eigenen Seriennummern.

Die Seitengewehre für die "Portugiesen" wurden extra mit der SN der Waffe gestempelt.
J.P. Sauer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 9. May 2016, 20:06   #25
Big-Joe
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wie kann es eigentlich sein, dass einige Waffen, so wie diese, in den 70ern nicht nach KwKG umgebaut wurden, bzw. werden mussten ?
Big-Joe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11. May 2016, 14:17   #26
dcag99
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Zitat:
Zitat von Big-Joe Beitrag anzeigen
wie kann es eigentlich sein, dass einige Waffen, so wie diese, in den 70ern nicht nach KwKG umgebaut wurden, bzw. werden mussten ?
warum sollte sie?

https://www.jurion.de/Gesetze/KrWaff...925,2,20090611

hier findest du eine übersicht über die damaligen als "kriegswaffe" klassifizierten kampfmittel.

man beachte das vollautomatisch(gewehr) und halbautomatisch (gewehr) verboten war. jedoch keine repetiergewehre.
dcag99 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11. May 2016, 14:43   #27
derda
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Ich glaub er spielt auf die alte Gelbe WBK an, wo die Waffen entsprechend abgeändert werden mussten.
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Alt 12. May 2016, 10:35   #28
Götterbote
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Zitat:
Zitat von dcag99 Beitrag anzeigen

man beachte das vollautomatisch(gewehr) und halbautomatisch (gewehr) verboten war. jedoch keine repetiergewehre.
Du hast aber die Abänderungen vergessen, die damals vorgeschrieben waren, um verbotene Waffen in erlaubte Waffen nach dem WaffG zu überführen.
Auch bei ehemaligen Ordonnanzrepetierenr mussten eine Zeit lang Bajonetthalter und Visier abgeändert werden. Schau dir mal z.B. die eGun Auktionen mit No.5 MkI Jungle Carbine an.
__________________
"Wenn man sieht, was der liebe Gott auf der Erde alles zulässt, hat man das Gefühl, dass er immer noch experimentiert."
Peter Ustinov
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Alt 13. May 2016, 20:01   #29
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So galt es bis 1972 für Repetiergewehre und Halbautomaten.
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Dateityp: jpg kwkg ha 2.jpg (390.1 KB, 32x aufgerufen)
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Alt 11. June 2016, 11:39   #30
Big-Joe
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Danke für die erklärenden Grafiken. Die Frage die sich mir diesbezüglich nun stellt ist:
Wenn es das Gesetz bis 1972 doch so vorschrieb, daß also nur bis 300 m Visierung und Bajonetthalter entfernen Pflicht war, warum wurde das dann nicht bei allen durchgeführt ? Hat man da evtl. nur die genommen, welche den Neubeschuss vor 1972 bekommen haben ?
Big-Joe ist offline   Mit Zitat antworten
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