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Alt 10. August 2008, 10:37   #1
Michi
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Standard Die Infanteriegewehre und wie man sie auseinanderhält

Da sich hier wohl doch ein paar leute für die Gradzügler zu interessieren scheinen, möchte ich mal die wichtigsten Infanteriegewehre und ihre Unterscheidungsmerkmale zeigen.

Begeinnen tut die ganze Geschichte mit dem IG89 welches am 26.Juni 1889 offiziell eingeführt wurde.
Das Gewehr verfügte über ein 12Schuss fassendes Kastenmagazin welches auch deaktiviert werden konnte (mittels einem Hebel rechtsseitig des Magazins.).
Allerdings wusste die technische Gewehrkommission über die kleinen Schwächen des IG89 bescheid.
Hauptsächlich ging es um die Länge des Verschlusses und deren hinten liegenden Verschlusswarzen. Der Verschluss war damit nur im hintersten drittel geführt und verriegelt, die vorderen zwei drittel lagen "frei" im System und waren beim Schuss somit grossen Vibrationen ausgesetzt. Zudem führte dies dann anscheinend häufig zu Klemmern und das System liess sich im heissen Zustand nur schwergängig Repetieren.
Der damalige Direktor der Waffenfabrik, Rudolf Schmidt, wischte diese Mängel aber vom Tisch indem er ganz einfach erklärte das System liesse sich nicht umkonstruieren.
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Alt 10. August 2008, 10:41   #2
Michi
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Standard IG89/96

Ein IG 89/96 liegt mir leider nicht vor, denn die meisten Exemplare wurden nachträglich zu IG96/11 umgebaut.
Optisch unterscheidet es sich aber nicht vom IG89. Lediglich die oben genannten "Mängel" wurden dabei ausgemerzt.
So wurde der Gesamte Verschluss um 18mm gekürzt. Die neue kürzere Verschlusshüle wies nun die gewünschten vorneliegenden Veschlusswarzen auf.
Das ganze System wurde somit stabiler, das Reptieren ging leichter von der Hand, Brüche der Verschlusswarzen wurden seltener und durch die grössere Stabilität verbesserte sich auch die präzision.
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Alt 10. August 2008, 10:45   #3
Michi
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Standard IG96/11

Mit der Einführung des K11 und des IG11 lag es dann auf der Hand, dass auch die alten IG89/96 auf den neusten Standard umgerüstet wurden. So wurden auch diese auf die neue Gewehrpatrone umgerüstet, das Kastenmagazin viel Weg, in den Gewehrschaft wurde nun ein Pistolengriff wie beim IG 11 eingesetzt und die Visierung wurde ebenfalls an die neue Patrone angepasst.
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Alt 10. August 2008, 10:55   #4
Michi
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Standard Das IG11 und die wesentlichen Unterschiede

Das IG11 und das IG96/11 sehen einander zum Verwechseln ähnlich. Von aussen lassen Sie sich nur an zwei Merkmalen am Schaft unterscheiden.

Siehe Bild 1
Oben: IG89 mit Gewehrschäftung
Mitte: IG89/11 mit eingesetztem Pistolengriff und flachem Schaftrücken
Unten: IG11 runder Schaftrücken und Pistolengriff


Auf Bild 2 sind die deutlichen Unterschiede bei den Verschlüssen zu erkennen.

Oben: IG89 Verschluss mit hinten liegenden Verriegelungswarzen, langer Verschlusshülse und langem Verschlussstück

Unten: IG96/11 Verschluss mit vorne liegenden Verschlusswarzen, kurzer Hülse und kurzem Verschlussstück.
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Alt 13. August 2008, 13:12   #5
Michi
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Eine kleine Ergänzung noch zu den Schaftrücken er Infanteriegewehre. Ein IG96/11 muss nicht zwingen einen flachen Schaftrükcken haben. Wurde beispielsweise der Schaft bei einem 96/11 beschädigt, hat man in der Regel das System einfach in den identischen 11er Schaft gebettet. So kann man eigentlich nur anhand der Seriennummer mit Sicherheit auf das Modell schliessen.
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Alt 14. February 2013, 18:12   #6
Pat Pilgrim
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Hi Michi, bin auf der Suche nach meinem Modell. Die Seriennummer lautet 122476 mit einem P33 darüber. Kannst du mir näheres und evt. auch einzelheiten dazu mitteilen?. Wäre dir sehr dankbar für Informationen.
LG
Pat
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Alt 14. February 2013, 19:27   #7
imi-uzi
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http://www.radix.net/~bbrown/schmidt_rubin.html

P33 bedeutet vermutlich, dass der Karabiner im 1933 privatisiert wurde

by the way:
1 Thread hätte gereicht!
Danke
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"The best way to improve the AR-15 is to unscrew the front sight, and put a new gun under it."
Zitat:
Zitat von Kerkermeister Beitrag anzeigen
Aber der Deutsche ist und bleibt ein Denunziant.

Geändert von imi-uzi (14. February 2013 um 22:48 Uhr).
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Alt 10. August 2013, 05:49   #8
Astorga
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Hallo mein Nickname ist Astorga, ich komme aus der Schweiz und ich lese schon seit einiger Zeit mit, nun hätte ich eine Frage: Ist es auch möglich das ein 89er nur der Verschluss umgerüstet wurde? Also ich bin in Besitz eines 89er und bei diesem Befinden sich die Veriegelungswarzen im vorderen Drittel.

Gruss

Astorga
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Alt 10. August 2013, 16:20   #9
Götterbote
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Beiträge: 4,464
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Dann solltest du ein IG1889/96 dein Eigen nennen.
__________________
"Wenn man sieht, was der liebe Gott auf der Erde alles zulässt, hat man das Gefühl, dass er immer noch experimentiert."
Peter Ustinov
Götterbote ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10. August 2013, 17:34   #10
Michi
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Verbindliche Aussagen lassen sich eigentlich nur anhand der Seriennummer am besten noch in Kombination mit ein paar aussagekräfitgen Bildern machen.
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Alt 10. August 2013, 20:58   #11
Astorga
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Registriert seit: 10.08.13
Beiträge: 2
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Ein 1889/96 Interessant, danke für die schnelle Auskunft.

Also die Seriennummer ist P. 1398, Bilder mache ich Morgen in aller Ruhe.
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