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Hilfe: Altes Luftgewehr gefunden (Alter? Hersteller? Tipps?)

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    Hilfe: Altes Luftgewehr gefunden (Alter? Hersteller? Tipps?)

    Tach zusammen,

    vielleicht kann mir hier Jemand bei diesem Luftdruckgewehr helfen.

    Es handelt sich um ein Fundstück ohne Beschriftung. Leider weiß ich nicht, wie ich herausfinden kann, um was für ein Luftgewehr es sich handelt und was für einen Wert es besitzt. Kann man abschätzen, wie alt dieses Gewehr ist? Lohnt es sich, es wieder herzurichten?

    Zum "Laden" wird der Lauf etwas nach unten geklappt - die Feder für den Luftdruck wird mit dem Hebel hinten gespannt (siehe unteres Bild - der Hebel wird bis nach hinten gezogen und dann wieder übern den Abzug geklappt...) Gibt es einen Namen für diese Bauform?

    Hier noch ein paar Fragen.

    Es scheint ein 4,5er zu sein - aber die Diabolos bleiben nicht "stecken" sondern rutschen direkt durch, wenn man den Lauf nicht Waagerecht hält. Ist das normal? Oder ist es vielleicht ein anderes Kaliber?

    Kann man irgendwie selber herausbekommen, wie viel "Joule" dieses Gewehr besitzt? Zumindest um es einmal abzuschätzen? Natürlich gibt es kein "F" zeichen. Sollte ich dieses Gewehr melden (Waffenbesitzkarte etc.)?


    Vielen Dank schon mal,

    lg,

    amorphic

    P.S. Mir ist bewusst, dass man mit solchen Gewehren nicht im Garten oder Keller schießt...
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    Zuletzt geändert von Gunner; 30.03.2012, 19:12.

    #2
    Definitiv ein interessantes Stück das du dort hast

    Ich push den thread mal ein wenig nach oben, weil eine Antwort auf deine Fragen würd ich auch gerne lesen.
    ECRA

    Patronensammlervereinigung

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      #3
      Also, das gute Stück dürfte aus den Jahren um 1920 herum stammen.

      Häufig wurde mit solchen Luftbüchsen in Kneipen auf Scheiben geschossen. Leider sind Kraft und Präzision dieser Stücke nicht so berühmt.

      Das Kaliber dürfte 5mm sein (kein Druckfehler), es gibt z.B. bei H&N noch Diabolos dafür.
      Über das Gelenk im Schaft wird eine Doppelschraubenfeder im Kolben gespannt. Es ist eine eigentümliche Technik, die sich nicht in die Gegenwart retten konnte.

      Man sieht diese Gewehre nur noch sehr selten und ein vorsichtiges Überarbeiten bringt Dir ein interessantes Stück.
      Mein Vater hat vor einiger Zeit ein solches Gewehr geerbt und wieder aufgearbeitet, trotz neuer Dichtungen bleiben Reichweite und Treffgenauigkeit eher bescheiden. Anbei mal ein paar "vorher"-Fotos.

      Um die rechtliche Seite brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, das Alter des Gewehres befreit es von jeder technischen und rechtlichen Einschränkung, der Besitz ist auf jeden Fall fei ab 18 Jahren.
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      Zuletzt geändert von Gunner; 15.03.2012, 16:56.
      Sie sind unbewaffnet! Das ist gegen die Vorschrift! !(Aeryn Sun zu John Crichton in Farscape)

      Nichts ist gut in Afghanistan! (Margot Käßmann, Heiligabend 2009
      , aktueller denn je)

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        #4
        Ja,
        es handelt sich tatsächlich um eine Doppelschraubenfeder. Vielen Dank für den Tipp mit den Diabolos. Natürlich habe ich versucht das Kaliber auszumessen und kam auch immer auf ~5mm - habe gehofft, dass ich nur nicht genau genug gemessen habe...

        Werde es wohl mal komplett zerlegen und alles überarbeiten Zumindest sieht es wirklich interessant aus.

        lg!

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          #5
          Google mal nach Luftgewehren der Marke Will, die dürften dem Modell zumindest sehr ähnlich sein.
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            #6
            Zitat von Gunner Beitrag anzeigen
            Mein Vater hat vor einiger Zeit ein solches Gewehr geerbt und wieder aufgearbeitet, trotz neuer Dichtungen bleiben Reichweite und Treffgenauigkeit eher bescheiden. Anbei mal ein paar "vorher"-Fotos.
            @Gunner:
            Gibt es auch "nachher"-Fotos?
            Hier kommt auch schon meine nächste Frage. Wie entroste ich das ganze und womit behandle ich am besten den "Kolben"? Hab gehört, dass das gute alte Schmirgelpapier bei sowas eine Todsünde sei. Außerdem hab ich irgendwo gelesen, dass Vaseline noch das beste für solchen alten Gewehre wäre... Gibts da vielleicht ein paar Erfahrungswerte?

            lg

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              #7
              Vaters Gewehrchen war ursprünglich mal vernickelt und hat dann 80 Jahre lang Rost ansetzen dürfen, also wurde es brutal überarbeiten, indem es bis auf den Stahl abgeschliffen, poliert und neu brüniert wurde.

              Zur Schaftbehandlung (Kolben?!?) gibt es bereits diverse Restaurationstipps, hier z.B., ich denke nicht, daß wir das hier wieder neu aufrollen müssen.

              Nachherfotos kann ich besorgen, dauert nur etwas....
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                #8
                Zitat von Gunner Beitrag anzeigen
                (Kolben?!?)
                Okey ^^ Mit Kolben meinte ich eigentlich die "Luftpumpe" Ich wollte wissen, womit ich am besten die Feder, Dichtung usw. im innern des Gewehr am besten behandel - deshalb auch die Frage über die Vaseline...

                Danke noch mal für die Tipps...

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                  #9
                  Jedes Säurefreie Fett ist gut... Vaseline gehört z.B. dazu

                  Mach aber nicht zuviel! Öl solltest Du ganz vermeiden...
                  Verbietet Hartschalenfrüchte! Jedes Jahr werden weltweit 150 Menschen von Kokosnüssen erschlagen!

                  Mitglied im Komitee gegen die Entführung von Kühen durch Ausserirdische.

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                    #10
                    Habe mir jetzt ziemlich teure 5mm Diabolos bestellt :/ Die scheinen aber auch nicht zu passen. In den Lauf bekomm ich sie nur mit erheblichen Kraftaufwand und das auch nur, weil sie dadurch wohl etwas kleiner werden ^^ Ein Schuss ist natürlich nicht möglich. Gab oder gibt es etwas noch eine andere Größe? 4,9mm oder sowas? Also 4,5mm ist es auch nicht (die sind wie bereits erwähnt zu klein).

                    lg

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                      #11
                      Hst Du den Lauf versuchsweise mal gereinigt?
                      In 80 Jahren kann sich viel Dreck ansammeln.
                      Ich habe ein Ende, vorzugsweise die Mündung, mit 'nem Weichholzpfropf verschlossen und Öl (WD40, Caramba, Ballistol, Brunox o.ä.) randvoll eingefüllt und über Nacht stehen lassen. Anschließend 'nen Putzstock durchgeschoben (oder 'nen Q-Tip mit entsprechender Stange) und es kam ein Haufen Schmand heraus. Vielleicht paßt dann auch der 5'er Diabolo.
                      Sie sind unbewaffnet! Das ist gegen die Vorschrift! !(Aeryn Sun zu John Crichton in Farscape)

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                        #12
                        Also mein Lauf macht grade eine WD-40 Kur bzw, Rehabilitationsmaßnahme. Da wird ordentlich was bei rauskommen. Bin mal gespannt.
                        Kann natürlich auch sein, dass das ganze Blei von den kleineren Diabolos den Lauf immer weiter verkleinert hat. Mit dem Gewehr wurde anscheinen über Jahre mit 4,5er geschossen (es lagen ein paar leere 4,5er Dosen neben dem Gewehr)...

                        Aber noch mal eine andere Sache:

                        Ich würde gerne das ganze Gewehr gerne demontieren... Leider komm ich nicht wirklich weiter. Allein schon die Schraube im Schaft (hinten - siehe Bilder) ist mit einem normalen großen Schraubenzieher nicht lösbar. Jetzt habe ich Angst, dass ich da was Falsch verstehe. Auf der Rückseite sieht man einen 6-Kant, der komplett im Holz versenkt ist. Ich dachte es wäre sowas wie eine Mutter, in die die Schlitzschraube führt... Ist das richtig? Also müsste ich nur einmal mit richtig viel Kraft die Schreibe lösen. Gibt es da einen Trick? Ich würde nur sehr ungern die Schraube zerstören.


                        Das nächste Problem ist vorne die "Laufhalterung". Da ist ein kleiner Bolzen (die eine Seite ist etwas dicker und liegt auf dem Holz -> also wie ein Nagel. Dieser Bolzen bewegt sich auch keinen Millimeter. Wollte sie eigentlich mit einen kleinen Bolzen und Hammer raus treiben... Ist das richtig oder gibt es da auch eine bessere Methode? Ich bin für jeden Tipp dankbar!

                        lg
                        Angehängte Dateien
                        Zuletzt geändert von amorphic; 30.03.2012, 22:12.

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                          #13
                          Du hast in beiden Fällen recht, die Schlitzschraube läuft in den Sechskantkopf, dieser sorgt im Holz für den richtigen Halt, also nicht den Sechskantkopf drehen !
                          Besorge dir unbedingt eine exakt passenden Schraubendreher, der in Länge UND Breite zum Schlitz paßt, man muß einiges an Kraft aufwenden um die Schraube zu lösen. Jeder Zehntel Millimeter zu wenig schadet der Schraube. Ist der Schlitz mal ruiniert, geht garnichts mehr...

                          Der Bolzen zur Laufhalterung kann ohne Weiteres ausgetrieben werden. Auch dies bitte nur mit einem genau passenden Treiber, man hat damals relativ weichen Stahl verbaut.

                          Vorsichtig mußt du sein, wenn du die drei Schrauben der Deckplatte lößt, denn das System steht unter Federspannung. Der Zusammenbau ist etwas tricky, man darf da nicht zu hektisch rangehen.

                          Der Lauf ist ursprünglich übrigens mit Zügen versehen. Wirf mal 'nen Blick rein nach dem Reinigen.
                          Das Problem mit den stramm sitzenden Diabolos kenn Vater auch, er hat sich ein einem Milchdosenöffner ähnliches Setzeisen angefertigt, mit dem er die Diabolos gleichmäßig ca. 5mm tief in den Lauf schiebt, dann ging es ganz gut damit. Das alte Originalkaliber wird übrigens mit 5,05mm angegeben.

                          Und noch eine moderative Bitte: gemäß Forumsregel 2.7.1 keine Bilder von Fremdservern hochladen, sondern dies direkt im Forum erledigen => erweiterter Modus => Anhänge verwalten. Ich baue mal dern ersten Beitrag um, erledige Du bitte den neueren.
                          Angehängte Dateien
                          Zuletzt geändert von Gunner; 30.03.2012, 19:16.
                          Sie sind unbewaffnet! Das ist gegen die Vorschrift! !(Aeryn Sun zu John Crichton in Farscape)

                          Nichts ist gut in Afghanistan! (Margot Käßmann, Heiligabend 2009
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                            #14
                            Zerlegen eines Bügelspanners (Möglicherweise der Marke Will ~ 1920)

                            Hier ein kleiner Bericht über das Zerlegen meines ersten Bügelspanners. Könnte ja für den einen oder anderen ganz Hilfreich sein...

                            Zunächst habe ich den hinteren Schaft vom Gewehr entfernt. Hierbei wurde zunächst die Schraube des Querbolzen mit viel Kraft gelöst. Hierbei sollte man darauf achte, dass man einen großen, genau passenden Schraubenzieher findet, um den Schlitz nicht zu zerstören. Anschließend habe ich den Bolzen vorsichtige aus den Schaft geschlagen (Abbildung 1).

                            Ab hier sollte man ein wenig aufpassen. Nicht direkt alle schrauben entfernen, da das System unter Spannung steht.
                            Zuerst habe ich die beiden hinteren! Schrauben entfernt (Abbildung 2). Der Schaft ist jetzt im Prinzip locker – wir nur noch ein wenig eingeklemmt durch die beiden Halteplatten. Dann habe ich die Schraube der untere Platte (Abzug) gelöst. Die obere Platte hält dann die Spannung aufrecht, während man den Schaft entfernt (Abbildung 3).Danach habe ich die Schraube wieder rein gedreht, um auf Nummer sicher zu gehen. Abbildung 4 sehen wir diesen Zustand. Der rote Pfeil zeigt auf die Platte, die durch die Kolbenfeder unter Spannung steht. Danach kann man den Spannbügel und die Zugstange demontieren.

                            Nun zum vorderen Teil:
                            Der Lauf wird durch einen kleinen Bolzen gehalten. Der kann vorsichtig durch getrieben werden (nur in eine Richtung! Abbildung 5). Der Holzschaft vorne wird noch von einer Schraube gehalten.

                            Jetzt aber zum Spannenden Teil: Der Kolben.

                            Hier sollte man evtl. noch eine helfende Hand hinzuziehen. Die Platte, durch die die kleine Zugstange des Kolbens ragt, habe ich mit beiden Daumenballen kräftig nach unten gedrückt, während die beiden Halteplatten (Abzug und ober Halteplatte) von einem Helfer abgeschraubt und entfernt wurden… Danach nimmt man langsam den Druck weg, und die Feder entspannt sich (Abbildung 7). Die beiden Blattfedern und der Kolben können ganz einfach rausgezogen werden (Abbildung 8).

                            Abbildung 9 Zeigt alle Einzelteile (ohne Schaft).
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                              #15
                              Danke für die ausführliche Beschreibung.

                              Wie ist es denn mit der Laufreinigung weitergegangen, hat es etwas gebracht?

                              Ich habe mal ein Bild mit angehängt, auf dem der Ort der Beschriftung festgehalten ist, vielleich ist bei deinem Gewehr ja doch noch etwas zu finden.

                              Nach ein wenig Sucharbeit habe ich vom selben Hersteller eine LP gefunden.

                              Unsere "Will" hat die Seriennummer 462, deren Endziffern 62 sich auf verschiedenen Kleinteilen finden lassen, ist deine auch nummeriert?

                              neugierige Grüße vom
                              Gunner
                              Angehängte Dateien
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