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Alt 13. December 2010, 13:53   #1
John Wayne
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Standard Mein Henry Rifle

A MAN ARMED WITH ONE OF THESE RIFLES CANNOT BE CAPTURED

Alles begann mit der Konstruktion der Volcanic Pistol (Bild 1). Horace Smith & Daniel Wesson entwickelten diese Waffe 1854 und patentierten diese, mit einem unter dem Lauf liegenden Röhrenmagazin und hülsenloser Munition verschießende, Pistole.

Das Nachladen erfolgte über den Abzugbügel, ähnlich den heutigen Unterhebelrepetieren.

Die Produktion lief über die neu gegründete Firma VOLCANIC REPEATING ARMS COMPANY, deren Präsident Oliver Winchester war. Die Waffen (es gab auch eine Langwaffenversion mit diesem System) ließen sich aber, aufgrund von Konstruktionsmängeln, schlecht verkaufen.

Ende der 1850er Jahre benannte O.Winchester die Firma um in NEW HAVEN ARMS Co. Ein langjähriger Mitarbeiter, der schon die Entwicklung der ersten Experimentiermodelle von Vorläufern der Volcanic Pistol bei HUNT AND JENNINGS begleitete, entwickelte ein Repetiergewehr (Bild 2) das er am 16. Oktober 1860 patentieren ließ. Er war bei O.W. Betriebsleiter. Sein Name war Benjamin Taylor Henry.

Das neu entwickelte Henry Rifle verschoss Randfeuer Hülsenmunition im Kaliber .44 Flat (Anfangs mit Schwarzpulverladung). Die Magazinkapazität der Waffe betrug 16 Schuss, die mit unglaublicher Geschwindigkeit abgefeuert werden konnten. Der Henry war der schnellste Repetierer seiner Zeit.

Weitere Konstruktionsmerkmale waren das unter dem Lauf liegende halboffene Röhrenmagazin, dass mit dem Lauf aus einem Stück gefertigt war.
Das Magazin wurde von der Laufmündung her geladen. Die Zubringerfeder, die den Transport der Munition zum Patronenlager ermöglichte, war gleichzeitig zum Auslösen der Magazinsperre eingerichtet, die durch Vordrücken in Mündungsrichtung die Magazinsperre auslöste. Nun konnten etwa 15cm. des Magazinrohres im Mündungsbereich seitlich abgeschwenkt werden und das Magazin mit den Patronen (Patronenboden zuerst) befüllt werden. Unterhebel und Kniegelenksystem besorgten den Rest (Bild 3). Ein eigentlich von der Konstruktion her simples, aber revolutionäres Prinzip.

Die U.S. Army kaufte etwa 1800 Henry`s , entschied sich dann aber später für den als robuster geltenden Spencer-Carbine.

Es wurden ca. 13000 Henry gebaut, zu einem damaligem Preis von 45$. Ab beginn des 20. Jahrhunderts war der Preis unter Sammlern schon auf 14000$ gestiegen. Heute liegt der Auktionspreis weit über 100000$.

Als die U.S. Filmindustrie für den Film Winchester 73 einen Aufruf (1950) an die U.S. Bürger zum erlangen einer Originalwaffe startete, tauchten noch eine ganze Menge sehr gut erhaltene Henry Rifles auf, deren Besitzer um das Model und dessen Wert ihrer Waffe nicht wussten.

Ich besitze eine Henry Replik von Hege im Kal. .44-40. Dieser Henry war die erste Waffe meiner Waffensammlung und der Auslöser meiner Sammelleidenschaft.

Das erlangen des Zippo Feuerzeuges (Bild 4) war ein absoluter Zufall. Ich sah es in einem Schaufenster eines Zigarettenladens, den ich daraufhin lautschreiend stürmte und den sofortigen Verkauf des Feuerzeuges an mich verlangte. Das ich bei dieser Aktion meine Tochter samt Kinderwagen vor dem Schaufenster stehen ließ und meine Frau Vogelzeigend durch dieses mit mir kommunizierte, werde ich wohl nie vergessen.

J.W.
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Gruß
J.W.
Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
J.W.
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Alt 13. December 2010, 16:37   #2
Egbert
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Danke Dir, schöner Beitrag. Vieles davon wußte ich noch nicht.
Meine erste Waffe war auch ein UH-Repetierer. Nichts besonderes nur eine 22er.
Aber ich besitze auch eine Winchester 94. Die lange mit dem Pistolgriff. Kliber .357mag. Es soll ja zum Revolver passen.
In unseren Schützenverein gibt es einen Starken Hang zum Westernschießen.
( http://www.bautzener-schuetzenverein-1875ev.de/ )
Gruß Egbert
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http://www.messer.monsto.de/
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Alt 13. December 2010, 17:45   #3
John Wayne
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Standard Hi Egbert,

ich habe u.a. auch einen starken Hang zu Westernschießen. Vor allem die open stages, also nicht nach DSB-Regeln.
Aber es ist immer sehr zeitaufwendig, da die Westernschießen so verstreut in der Republik stattfinden. Ich hab mal einen tollen Wettkampf in Gimmen (MVP) u. in Philipsburg geschossen, die wirklich gelungen waren. Mit Zeltlager, Band und Grillen.... echt spitze. Was mir aufgefallen war, die Niederländer sind da auch groß im Kommen.

Die Klingen habe ich mir angeschaut. Allerdings (leg Dir schon mal n`Taschentuch zurecht ) ich mag keinen Damststahl... wohlwissend wie aufwendig seine Herstellung und hoch sein Wert ist.

Ich bin ein Freund der einfachen, blanken Klinge... so wie bei Deiner Machete z.B.

Wir werden sehen.

Gruß
J.W.
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J.W.
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Alt 13. December 2010, 18:58   #4
lukas-h
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Ja, das ZIPPO mit dem Motiv besitze ich auch seit 1995 (Markierung E = Mai, XI = 1995) Seit ich nicht mehr rauche liegt es in der Schublade.
lukas-h ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13. December 2010, 19:29   #5
Michi
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In der aktuellen Visier ist ebenfalls ein interessanter Artikel zur obigen Waffe zu lesen. UHR-Gewehre haben wohl für jeden Mann etwas faszinierendes. Mein Vater hat zum Beispiel noch nie freiwillig einen Schiess-Stand betreten, trotzem besitzt er seit seinem 40.Geburtstag eine Winchester 94.
Ich selber hatte mal die Möglichkeit mit einer Uberti Replika eines solchen Henry-Gewehres zu schiessen und war davon ebenfalls ganz angetan. Trotzdem konnte ich mich bisher noch nicht dazu überwinden ein Replik zu erstehen obwohl ich nach dem Film Wincherster 73 kurz davor war.
__________________
Bleiben wir ruhig - stark - einig. Auf diese Art werden wir freie Menschen bleiben
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Alt 13. December 2010, 22:38   #6
John Wayne
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Zitat:
Zitat von lukas-h Beitrag anzeigen
Ja, das ZIPPO mit dem Motiv besitze ich auch seit 1995 (Markierung E = Mai, XI = 1995) Seit ich nicht mehr rauche liegt es in der Schublade.
@ lukas-h
ich hatte mich damals nicht für Zippo Feuerzeuge interessiert. Umso mehr war ich überrascht das es ein Feuerzeug (ebenfalls mit Kultstatus) mit dieser Gravur gibt. Darum auch mein wilder Aktionismus. Das von Dir angegebene Kaufjahr ist fast identisch..... Also-halte es in ehren.

@ Michi
Win 73 ist wirklich ein toller Film. Schaue ich immer wieder gerne. Wenn Du aber mal ein Henry Rifle in Aktion sehen willst, schaue "Der mit dem Wolf tanzt" dort führt Kevin Kostner über weite Strecken eine solche Waffe mit sich. Ich befürchte aber fast, dass er um die historische Bedeutung dieser Waffe nicht aufgeklärt war...
Ich weis allerdings auch nicht, was genau der Suchtfaktor bei UHR-ist.. ich kann einfach nicht aufhören sie zu kaufen

Gruß
J.W.
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Alt 14. December 2010, 13:35   #7
FMJ
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Zitat:
Zitat von John Wayne Beitrag anzeigen
Die U.S. Army kaufte etwa 1800 Henry`s , entschied sich dann aber später für den als robuster geltenden Spencer-Carbine.

Es wurden ca. 13000 Henry gebaut, zu einem damaligem Preis von 45$.
Die meisten Henrys wurden während des Bürgerkrieges von US-Soldaten privat beschafft - wobei man bedenken muss, dass der monatliche Sold $13 war! Und Munition musste man für so eine Waffe auch selbst beschaffen.

Anbei ein recht bekanntes Bild - die Fahnenwache des 7th Illinois Infantry Regiments. Von der offiziellen Henry-Website.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg henry_soldiers_800x600.jpg (28.9 KB, 107x aufgerufen)
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Alt 14. December 2010, 16:12   #8
John Wayne
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Stimmt, wobei es in den offiziellen Truppen der U.S. Army den Mannschaften und Unteroffizieren untersagt war eine andere Waffe zu führen als die derzeit offizielle Dienstwaffe.
Den Offizieren der U.S. Army war es freigestellt, welche Waffe sie führen wollten (ich glaube das ist heute noch so).

Die größte Einheit im Bürgerkrieg mit privat beschafften Henry´s, war die 7th Illinois Volunteer (Freiwilligen) Infantrie mit über 500 Waffen.
Die zweitgrößte war die 66th Illinois Volunteer Infantry mit über 200 Henry´s.

Somit fallen diese Henry´s nicht unter die offiziell beschafften ca. 1800 (genau 1731).

Die Produktion der Henry´s lief erst 1862 richtig an. Vorher waren nur kleine Stückzahlen erhältlich. Im Zeitraum Juni 1863 bis May 1865 kaufte die U.S. Regierung die offizielle Anzahl an Henry´s. Wohl sich auch dem Druck beugend, der von der Schlagkraft dieser Waffe ausging.

Offiziell waren u.a. folgende Einheiten mit dem Henry ausgestattet :

1st D.C. Cavalry
58th Indiana Infantry
10th Michigan Cavalry
7th Illinois Infantry
23rd Illinois Infantry

Gruß
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Alt 9. February 2011, 15:10   #9
FMJ
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Zitat:
Zitat von John Wayne Beitrag anzeigen
Den Offizieren der U.S. Army war es freigestellt, welche Waffe sie führen wollten (ich glaube das ist heute noch so).
Auf jeden Fall mussten sich die Offiziere zur Zeit des Bürgerkriegs komplett selbst ausstatten bzw. selbst Uniform, Waffen, etc. bezahlen.
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Alt 24. August 2011, 14:13   #10
Murmelgießer
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Im Prinzip ist die "Jennings Rifle" der Großvater aller Winchester bzw. Unterhebelrepetiergewehre.
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Alt 25. August 2011, 23:50   #11
Gunner
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Was wollen uns diese Worte sagen ?

Ich dachte, der Krieg sei Vater aller Dinge !
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Alt 26. August 2011, 13:41   #12
Murmelgießer
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Zitat:
Zitat von Gunner Beitrag anzeigen
Was wollen uns diese Worte sagen ?
http://www.nramuseum.com/the-museum/...inchester.aspx
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Der einzige Gegner den man besiegen muß ist man selbst.
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Alt 26. August 2011, 13:50   #13
Götterbote
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Sehr interessanter Link , aber von dem Schrifttyp bekommt man Augenkrebs.
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"Wenn man sieht, was der liebe Gott auf der Erde alles zulässt, hat man das Gefühl, dass er immer noch experimentiert."
Peter Ustinov
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Alt 25. October 2011, 00:25   #14
Dzilmora
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http://www.rarewinchesters.com/

wer Henry's oder/und Winchester liebt sollte sich mal den Link oben anschauen: auch Lecker .

Geändert von Dzilmora (25. October 2011 um 10:16 Uhr).
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Alt 25. October 2011, 14:34   #15
John Wayne
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Standard Hi Dzilmora,

...not bad man...

kannte ich noch nicht. Danke!!

Lese- und Schwärmstoff für die dunkle Jahreszeit .

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