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Alt 9. April 2014, 11:41   #1
dakota
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Benutzerbild von dakota
 
Registriert seit: 20.09.12
Ort: Region Stuttgart
Beiträge: 191
Standard Erwerbsstreckungsgebot für Jäger

- oder: Wie viele Langwaffen braucht ein Waidmann??

Hallo Leute,
ich will mal etwas zur Diskussion stellen, das mir u.a. bei der täglichen Arbeit aufgefallen ist. Da es für die Jäger kein Erwerbsstreckungsgebot gibt, fallen einige, die es sich leisten können, wieder zu den "Jägern und Sammlern" zurück. Es gibt Kunden, die stehen quasi alle Woche bei mir in der Amtsstube und lassen sich eine neue Waffe eintragen.
Ich halte es im Vergleich zu den Sportschützen zu einer ungerechtfertigten Ungleichbehandlung. Sollte man nicht eher auch bei den Jägern von einem "Grundkontingent" ausgehen, so von 3 Langwaffen, danach sollte dann das Erwerbsstreckungsgebot, also nur 2 Langwaffen im Halbjahr, gelten? Oder benötigt ein Jäger wirklich 15 Langwaffen?

Gruß,
dakota

Geändert von dakota (9. April 2014 um 11:42 Uhr). Grund: Tippfehler, Tippfehler...
dakota ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 9. April 2014, 11:48   #2
derda
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Registriert seit: 11.08.12
Ort: Außerhalb Deutschlands!
Beiträge: 1,527
Standard

Ähm, warum nicht auch andersrum sehen?
Warum sollte ein Sportschütze nicht auch die Freiheit bekommen wie Jäger? Ein Mensch wird mit mehr Waffen nicht gefährlicher und warum sollte ich etwas beführworten, wo noch weitere Einschränkungen durchgesetzt werden sollen?

e:/
Und warum braucht man überhaupt Waffen? Oder auch nur eigene Waffen? Schießen geht ja auch so...

P.S.: Hab jetzt endlich meine CZ mit nach Hause nehmen dürfen, Zeit gelassen beim Reinigen und bekomme demnächst Langwaffen-Zuwachs. Also bitte nicht auf falsche Gedanken kommen.
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Alt 9. April 2014, 12:43   #3
Michael
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Beiträge: 9,093
Standard

Ich habe da einen ganz anderen Gedankengang dazu:

Meiner Meinung nach ist immer die erste Waffe, die „gefährlichste“ Waffe und nicht die fünfte, die zehnte oder zwanzigste Waffe, ganz ehrlich, wer zuverlässig für eine einzige scharfe Waffe ist, der ist auch zuverlässig für 50 scharfe Waffen, da braucht es gar kein Erwerbsstreckungsgebot. Ein Irrer mit einer einzigen scharfen Waffe richtet genügend Unheil an, während es bei einem ganz normalen Mensch, mal sowas von egal ist, ob er nun 5 oder 50 Waffen im Schrank stehen hat und von daher finde ich jegliche Gedanken um diesbezügliche Einschränkung absolut sinnlos.

Mal im Ernst: Wir leben ja nicht mehr im Zeitalter von Einzellader Schwarzpulverwaffen, wo man sich vielleicht 5 Steinschlosspistolen in den Gürtel gesteckt hat und jeder Mensch hat nun mal nur 2 Hände, da ist einfach kein „Gefährdungspotential“ durch viele Waffen in den Händen eines Einzelnen gegeben, lässt sich auch nicht mit irgendwelchen Argumenten „hindiskutieren“. Der Waffenbesitzer soll gefälligst zuverlässig sein und dafür Sorge tragen, dass er sein Zeug anständig und gesetzeskonform verwahren kann und der Rest ist für mich persönlich dann sowas von belanglos. Wird wohl kaum Jemand die Bewaffnung für seine „Terrorzelle“ oder „Wehrsportgruppe“ auf Jagdschein oder WBK anschaffen, wenn mir hier ein wenig Sarkasmus erlaubt ist…

Demnach finde ich es jetzt auch nicht unbedingt zielführend, wenn ich nun anfange, hier irgendwelche Sachargumente gegen Einschränkungen aufzulisten, zudem bin ich kein Waidmann, aber denk mal logisch darüber nach -> 3 Langwaffen Grundkontingent für den Jäger?

Der Jäger braucht eine Flinte, der Jäger braucht Langwaffen in diversen Kugelkalibern für unterschiedliche Wildarten, je nach bejagtem Wild kann das von recht kleinen Kalibern bis hin zu recht großen Brummern gehen, hinzu kommen eventuell weitere Langwaffen für jagdliche Wettkämpfe, genauso wie Waffen für unterschiedliche Witterungsbedingungen oder Jagdsituationen. Die repräsentative und reich verzierte Büchsenmacheranfertigung wird wohl eher bei einer Gesellschaftsjagd zum Einsatz kommen, während man bei Matsch und Schneeregen wohl eher auf ein schlichtes und robustes Modell im Allwetterschaft setzen wird, ebenso wird man für die Nachsuche im Dickicht wohl eine kompakte Waffe bevorzugen, die eine Jagdart erfordert offene Visierung oder Leuchtpunktvisier, für die nächste Jagdart braucht man ein flexibles Glas mit leichter Vergrößerung und bei der nächsten Jagdart dann wieder ein möglichst stark vergrößerndes Zielfernrohr, usw., usw.

Wie will man hier ein Grundkontingent festlegen und vor allem warum denn? Siehe meine Eingangsüberlegungen dazu, denn 10 Gewehre machen einen Menschen nicht gefährlicher, als es ein Gewehr tut! Solche Gedankengänge erinnern mich an die Pressehysterie, wo dann berichtet wurde, dass Sportschützen mehrere hundert Schuss Munition in ihren Schränken horten… Um Gottes Willen, wenn ich in manchen Kalibern nur noch ein „paar hundert Schuss“ im Schrank habe, dann werde ich unruhig und weiß, dass es dringend Zeit zum Munition kaufen, bzw. Patronen laden ist!

Ist ebenso, wie der 2 Waffen pro Halbjahr Quatsch beim Sportschützen, wo wird hier denn die Sicherheit erhöht oder welchem Sinn dient das denn überhaupt? Wenn ich nun ein kranker Mensch bin, dann nehme ich eine (!) Waffe und richte damit Unheil an, ich kann mit 5 Waffen nicht mehr Unheil anrichten, als ich es mit einer Waffe kann. Auch diese ganze Mehrklassengesellschaft bei Waffenbesitzern ist so ein Quark, der Schütze darf dieses, der Jäger jenes und der Sammler und Sachverständige dann wieder ganz was anderes… Warum? Macht keinen Sinn! Ein halbautomatisches Gewehr ist ein halbautomatisches Gewehr, ganz egal wie es aussieht oder ob der Lauf nun 38cm oder 42cm lang ist, das ändert nichts an dem Umstand, dass es ein halbautomatisches Gewehr ist und kein Hexenwerk, welches man dem einem gibt und dem anderen nicht. Man könnte ja gerade meinen, dass es nun Zauberei wäre einen Jagdschein oder eine Sammler-WBK zu erhalten, ist es aber nicht, das nötige Interesse und die nötige Lernwilligkeit vorausgesetzt, also was soll eigentlich diese Ungleichbehandlung der verschiedenen Waffenbesitzergruppen überhaupt?

Augenmerk auf Reife, Zuverlässigkeit und Unbescholtenheit, sowie die sichere Aufbewahrung, der Rest ist doch sowas von für die Katz. Sorry, aber das ist mein Standpunkt zum Thema…

Gruß

Michael
__________________


“The 10mm Auto retains more kinetic energy at 100 yards than the .45 ACP has at the muzzle”
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Alt 9. April 2014, 13:57   #4
Major Tka
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Besser hätte ich das auch nicht ausführen können.

Weidmannsheil

Thomas
__________________
Was gefällt sollte man kaufen, sonst bereut man es später!
Major Tka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 9. April 2014, 18:42   #5
Frodo
Mitglied
 
Registriert seit: 01.12.13
Beiträge: 92
Standard

Zitat:
Zitat von dakota Beitrag anzeigen
- oder: Wie viele Langwaffen braucht ein Waidmann??

Da es für die Jäger kein Erwerbsstreckungsgebot gibt, fallen einige, die es sich leisten können, wieder zu den "Jägern und Sammlern" zurück.
Soll das eine Neiddebatte werden? Die Idee (zahlenmäßige Beschränkung) wurde doch schon vor zwölf Jahren verworfen.

Wer mit der jeweils optimalen Waffe zur Jagd gehen will, braucht Flinten, Büchsen und kombinierte Waffen, als Einzellader, Selbstlader und Repetierer. Die Waffen werden jeweils in verschiedenen Kalibern, in verschiedenen Laborierungen und mit verschiedenen Optiken jeweils fertig eingeschossen benötigt. Die wenigsten Jäger sind optimal ausgerüstet, eigentlich machen alle Kompromisse - vermutlich aus Kostengründen. Wenn ein paar Jäger etwas weniger Kompromisse machen müssen, ist das doch für eine tierschutzgerechte und erfolgreiche Jagd nur begrüßenswert.

Geändert von Frodo (9. April 2014 um 18:55 Uhr).
Frodo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 9. April 2014, 19:36   #6
Sandmann
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Registriert seit: 22.04.08
Ort: Oberbayern
Beiträge: 1,951
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Mich kennt man auf dem Amt mittlerweile auch schon gut, ich lasse auch regelmäßig was eintragen. Das meiste davon brauch ich auch:
-Ne Bockflinte zum Tontauben und Kipphase schießen, Vorderschaftrepetierer
sind da nicht gern gesehen oder nicht erlaubt
-Vorderschaftrepetierer für die Jagd
-Ne 8x68S für schweres Wild oder weite Schüsse
-Ne 308 zum sonstigen Gebrauch und zum üben
-22 WMR für Raubzeug
-Ne Glock zum führen
-Sig 210 für den Stand


Dann noch ein par andere Waffen da ich noch in diversen sportlichen Vereinen Mitglied bin und dort auch viel schieße. Dafür beantrage ich keine Sportschützen WBK, erst falls ich noch mal ne Kurzwaffe brauche. Ich finde auch dass es unfair gegenüber Sportschützen ist. Aber meiner Meinung nach werden Sportschützen überhaupt schikaniert, die sollten es ähnlich einfach wie die Jäger haben. Schon alleine der Schießnachweis würde mich nerven, obwohl ich 1-2x die Woche am Stand bin. Empfinde ich irgendwie als Zwang, ich will schießen gehen wenn ich Lust hab und nicht weil ich muss.
__________________
.22LfB; .22 WMR; 9x19; 40S&W; .357 Magnum; 5,56x45; 7,5x55; 7,62x51; 7,62x54R; 30-06; 308 Norma Mag; 8x57IS; 8x68S; 16/70; 12/76
Sandmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 9. April 2014, 22:12   #7
Thomas223
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Benutzerbild von Thomas223
 
Registriert seit: 26.12.10
Ort: Kreis Heilbronn
Beiträge: 400
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Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
(...)
Ist ebenso, wie der 2 Waffen pro Halbjahr Quatsch beim Sportschützen, wo wird hier denn die Sicherheit erhöht oder welchem Sinn dient das denn überhaupt?
(...)
Erstens kann ich dem Post 100%ig zustimmen.

Zweitens sag ich euch was ich für den Grund für das Erwerbsstreckungsgebot halte: Der potentielle Käuferkreis für die vielen Erbwaffen wird klein gehalten, damit mehr Stücke in den Ofen kommen.
Nur um unserer Sicherheit wegen, versteht sich.
Thomas223 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 9. April 2014, 23:02   #8
Dzilmora
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Registriert seit: 11.10.11
Ort: Darmstadt
Beiträge: 885
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Die Anzahl der Waffen stellt mit Sicherheit bei einem Einzelnen keine Gefahr dar. Ich denke eher, dass es darum geht, dass die Waffen klein gehalten werden sollen um, im Falle eines Aufstandes, zu verhindern, dass man sein "Arsenal" verteilt. Nach dem Grundsatz "je weniger Waffen im Volk...".
Dzilmora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10. April 2014, 01:36   #9
Sonnengott
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@Michael:
Danke für die Ausführung

@dakota:
auf fränkisch: etz werst fei a weng komisch

(die Regelwut in D ist eh schon viel zu hoch)

P.S. daher stufen wir das jetzt noch mal als netten Aprilscherz ein

Geändert von Sonnengott (10. April 2014 um 09:14 Uhr).
Sonnengott ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10. April 2014, 09:51   #10
Dzilmora
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Registriert seit: 11.10.11
Ort: Darmstadt
Beiträge: 885
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*gelöscht wegen falschem Zusammenhang, sorry dafür*

Geändert von Dzilmora (10. April 2014 um 11:15 Uhr).
Dzilmora ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10. April 2014, 11:03   #11
dakota
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Ort: Region Stuttgart
Beiträge: 191
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Zitat:
Zitat von Sonnengott;114667@dakota:
auf fränkisch: etz werst fei a weng komisch
Nein, hatte ich nicht vor, komisch zu werden. Ich habe keine mir bekannte Art von Humor

Im Ernst, es ging mir um keine Neiddebatte oder ähnliches, auch kann ich Michael vollkommen zustimmen. Ich wollte dies nur offen zur Diskussion stellen, ohne jemanden zu diskriminieren oder anzufeinden. Bin ja nicht nur Amtsschimmel, auch Sportschütze.

Da aber auch Jäger mitdiskutieren, hatte ich um Erleuchtung gehofft, inwieweit das tatsächlich noch einen jagdlichen Zweck beinhaltet, wenn man so viele Waffen besitzt.

Aber bevor es wirklich zu Postings kommt, die ich nicht beabsichtigt habe, hervorzurufen, tät ich mal sagen: Etzet langts, mache mer zu die Hüttn!

Gruß,
dakota
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Alt 10. April 2014, 11:58   #12
Col. Breytenbach
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Zitat:
Zitat von dakota Beitrag anzeigen
... Oder benötigt ein Jäger wirklich 15 Langwaffen? ...
Ja!


by the way, typische Frage für einen teutschen Beamten. Was über den eigenen beschränkten Horizont (auch bekannt als "Brett vor dem Kopf") hinausgeht versteht man nicht.
Col. Breytenbach ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10. April 2014, 12:05   #13
Vincent
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Als Jäger schließe ich mich der Meinung von Michael an und plädiere auch dafür, den Quatsch mit dem Grundkontingent für Sportschützen zu kippen.

Mir tun meine Vereinskameraden schon immer leid, die für jede neue Selbstladebüchse das ganze Bedürfnisprozedere durchmachen und mehrfach zum Amt dackeln müssen.

Im Übrigen: wer sich, bzw. seine "Wehrsportgruppe"/"Terrorzelle"/wasauchimmer mit Waffen eindecken will, wird dies garantiert nicht mit zivilen Selbstladern tun, sondern holt sich wesentlich brisanteres Material aus Süd-Ost/Ost-Europa.

In der Ukraine soll ja jetzt einiges an Kriegswaffen verschwunden sein. Wenn ich von der Polizei wäre, würde ich jetzt Muffensausen kriegen, weil einiges davon bestimmt nach Westeuropa gelangt. Ganz ohne Bedürfnisbescheinigung, Aufbewahrungsvorschriften, usw.
Vincent ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10. April 2014, 12:09   #14
Michael
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Zitat:
Zitat von dakota Beitrag anzeigen
Nein, hatte ich nicht vor, komisch zu werden. Ich habe keine mir bekannte Art von Humor

Im Ernst, es ging mir um keine Neiddebatte oder ähnliches, auch kann ich Michael vollkommen zustimmen. Ich wollte dies nur offen zur Diskussion stellen, ohne jemanden zu diskriminieren oder anzufeinden. Bin ja nicht nur Amtsschimmel, auch Sportschütze.

Da aber auch Jäger mitdiskutieren, hatte ich um Erleuchtung gehofft, inwieweit das tatsächlich noch einen jagdlichen Zweck beinhaltet, wenn man so viele Waffen besitzt.

Aber bevor es wirklich zu Postings kommt, die ich nicht beabsichtigt habe, hervorzurufen, tät ich mal sagen: Etzet langts, mache mer zu die Hüttn!

Gruß,
dakota

Nun ja, die Sachargumente dagegen, bzw. die Gründe, wofür der Jäger eben diverse, spezialisierte Waffen benötigt, hast du ja im Beitrag erhalten, natürlich nicht abschließend aufgezählt, aber zumindest soweit, dass du dir selber Gedanken dazu machen kannst. Man sollte dabei im Hinterkopf behalten, dass die Jäger erwachsene Menschen sind und demnach selber am besten wissen, was sie zur zweckmäßigen Ausübung ihrer Passion benötigen, hier irgendwelche Beschränkungen zu fordern nach der Maxime „So wenig Waffen, wie möglich im Volk“, macht einfach keinen Sinn. Der Jäger schießt ja auf Lebewesen und nicht auf Pappscheiben, da sollte er dann auch die Freiheit haben, dass er sich dazu exakt die Waffen in den Schrank stellt, mit denen er das Wild sicher und möglichst ohne unnötiges Leid bejagen kann und welche ihm zusätzlich auch persönlich am besten liegen.

Ansonsten gebe ich zu bedenken, dass in Deutschland der Großteil aller waffenrechtlichen Zugangsvoraussetzungen auch für jeden unbescholtenen Bürger erreichbar sind, sofern er über das nötige Kleingeld und den nötigen Willen, sowie die nötige Geduld verfügt. Hatte ich im anderen Beitrag bereits angedeutet und mal im Ernst, geht jetzt die Welt davon unter, wenn sich jetzt z.B. ein Jäger oder ein Sportschütze mal eine zusätzliche Waffe in den Schrank stellt, nur weil sie ihm z.B. gut gefällt oder er sich technisch dafür interessiert? Ich kenne jagende Sportschützen, Jäger, die IPSC schießen oder Sportschützen mit roter Sammler-WBK, ich kenne auch Sammler mit roten WBKs für mehrere Sammelgebiete, usw. Wenn es Geldbeutel und Freizeit mitmachen, dann gibt es da eigentlich kaum Grenzen, was die rechtlichen Erwerbsmöglichkeiten angeht, einer der Gründe, warum ich Diskussionen um irgendwelche mengenmäßigen Beschränkungen einzelner Waffenbesitzergruppen nicht nachvollziehen kann. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und wer wirklich will, der wird immer den entsprechenden Weg gehen.

Persönlich bin ich auch einer von der Sorte, der mal vor vielen Jahren etwas blauäugig auf dem Amt nachgefragt hatte, bezüglich des Erwerbes eines halbautomatischen Gewehres und dem dann erklärt wurde: „Ja, da gibt es keine Disziplin in ihrem Verband…blabla“ Nun gut, es gibt ja mehrere Schießsportverbände und irgendwann ist man dann Mitglied in diversen Verbänden und / oder Vereinen, schießt dort seine Disziplinen und Wettkämpfe und auf einmal hat man nun doch ein „Bedürfnis“ für die jeweilige Waffenart, was man vorher ja nicht hatte. Ist man nun deswegen ein anderer Mensch geworden? Wird man mit Jagdschein ein anderer Mensch oder mit der Sammler-WBK? Das ist der Gedankengang, den ich dazu habe…

Lustig finde ich dann z.B. im Zusammenhang mit Sammler-WBKs wieder, dass man nun auf einmal so Dinge hört, dass von Amtswegen eine rege Sammeltätigkeit erwartet wird und es durchaus schon mal Nachfragen gibt, wenn über längere Zeiträume hinweg, keine weiteren Waffen für die Sammlung angeschafft worden sind, während man sich bei anderen Waffenbesitzergruppen Sorgen darum macht, dass nicht „zu viel“ angeschafft wird. Solche Dinge verstehe, wer will, ich tue es nicht!


Gruß

Michael
__________________


“The 10mm Auto retains more kinetic energy at 100 yards than the .45 ACP has at the muzzle”
Michael ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10. April 2014, 12:28   #15
derda
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Registriert seit: 11.08.12
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Beiträge: 1,527
Standard

Zitat:
Zitat von dakota Beitrag anzeigen
Da aber auch Jäger mitdiskutieren, hatte ich um Erleuchtung gehofft, inwieweit das tatsächlich noch einen jagdlichen Zweck beinhaltet, wenn man so viele Waffen besitzt.
Neben dem Text von Michael, dem ich mir hier nur anschließen kann, möchte ich nochmal wiederholen, bzw. anders ausführen:

Technische Argumente sind ja schon genannt worden, aber warum versteifst du dich denn generell auf eine Beschränkung? Wo liegt der Sinn dahinter und was sind die Hintergedanken?
Wo erhöht sich denn das Gefährdungspotential, wenn einer mehr als eine KW und LW hat? Welchen Sinn hätte es denn, hier eine Einschränkung zu fordern?

Ich möchte nochmal auf das Verhältnismäßigkeitsprinzip (siehe Grundgesetz) anspielen, welche bei Einschränkungen jeder Art, das eine Prüfung der Verhältnismäßigkeit und Geeignetheit der Maßnahme erfordert. Sprich, was sind deine Ziele, sind die mit deinem Verbotsvorschlag/Regulierungsvorschlag erreichbar oder ginge das mit bereits vorhandenen Mitteln?

Also, was ist dein Ziel? Ein einfaches "wozu braucht man" gilt nicht, denn wozu braucht ein Sportschütze überhaupt Waffen, wenn man doch auch sich jedes Mal Vereinswaffen ausleihen könnte, wenn es soweit sein sollte? Weil Schießen ginge damit ja noch...

Ich persönlich verstehe da den Gedankengang nicht, wo das Problem liegen könnte. Ich sags ganz pragmatisch: Gefährdet es irgendwen? Nö? Tja, warum dann beschränken? Warum nicht dann für Sportschützen den Blödsinn dieser dummen Regulierungen nicht abschaffen?

Warum nicht brutal vereinfachen? Warum brauchts diese Bedürfnisregelung, warum brauchts den blöden §6 Anscheinswaffengedöhns, wenn es keinerlei Sicherheit bringen KANN, den beizubehalten?

Sind doch alles Halbautomaten? Ja? Gibt also keinen Unterschied in der Gefährdung, also Regelungen abschaffen, die nur Bürokratie und somit Kosten verursachen! Kriegswaffen, die nie Vollauto waren, sondern nur Halbautomaten und auch nicht einfach umbaubar wie ein Garand oder SKS? Also, Halbautomat und erlauben! ... Du siehst, worauf ich hinauswill.

Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Maxime „So wenig Waffen, wie möglich im Volk“, macht einfach keinen Sinn.
Jo.

Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Lustig finde ich dann z.B. im Zusammenhang mit Sammler-WBKs wieder, dass man nun auf einmal so Dinge hört, dass von Amtswegen eine rege Sammeltätigkeit erwartet wird und es durchaus schon mal Nachfragen gibt, wenn über längere Zeiträume hinweg, keine weiteren Waffen für die Sammlung angeschafft worden sind, während man sich bei anderen Waffenbesitzergruppen Sorgen darum macht, dass nicht „zu viel“ angeschafft wird. Solche Dinge verstehe, wer will, ich tue es nicht!
Ich verstehe das so: Wer bei einer Roten nicht sammelt, verliert quasi das Bedürfnis und dann können alle Sammelgegenstände weggenommen werden... Also das wäre meine Interpretation, die vllt etwas voreingenommen ist, da ich diese Interpetation mit dem Hintergedanken an die Grünen und andere Parteien gemacht habe.
derda ist offline   Mit Zitat antworten
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