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Alt 29. April 2008, 19:53   #1
Michael
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Standard Stechkin APS

Kaliber: 9x18 Makarow
Länge: 225 mm
Höhe: 152 mm
Lauflänge: 140 mm
Visierlinie: 187 mm
Gewicht, leer: 1020 g
Gewicht geladen: 1210g
Magazinkapazität: 20 Patronen
Kadenz: 700 – 750 Sch./min.


Die russische Stechkin APS (awtomatischeskij pistolet Stetschkina) Schnellfeuerpistole ist eine Konstruktion von Igor Jakowlewitsch Stechkin. Die Waffe wurde strukturmäßig von 1951 bis 1956 bei den sowjetischen Streitkräften geführt, ursprünglich als Gewehrersatz für Offiziere, Artilleristen und Fahrzeugbesatzungen gedacht. Daher besitzt die Waffe einen Anschlagkasten der gleichzeitig als Futteral für die Waffe dient, und eine verstellbare Visierwalze für die Entfernungen 25m, 50m, 100m und 200m. Die APS hat eine Dauerfeuereinrichtung, welche sich am Sicherungshebel befindet. In der Dauerfeuerstellung schießt die Waffe so lange bis der Abzug wieder losgelassen wird oder das doppelreihige Magazin leer ist.

Die Stechkin wurde zeitgleich mit der Makarov Pistole eingeführt, mit Ihr verbinden sie viele gemeinsame Merkmale. Beide Waffen haben Konstruktionsmerkmale der Walther PP/PPK-Baureihe, z.B. Feder-Masse-Verschluss mit feststehendem Lauf und auf dem Lauf geführter Rückholfeder, Sicherung der Waffe durch eine Walze im Verschluss und besonders auffällig der Zerlegemechanismus mittels Abklappen des Abzugs / Abzugsbügels.

Da die Waffe mit dem Anschlagkasten recht sperrig und schwer ist, konnte sie sich für den eigentlich gedachten Zweck nicht wirklich durchsetzen. Besonders Panzerbesatzungen hatten Probleme beim Ein- und Aussteigen mit der sperrigen Stechkin an Koppel und Leibriemen. Zudem gab es zu diesem Zeitpunkt auch schon die Kalaschnikow-Varianten mit klappbarer Schulterstütze, welche als Gewehr einfach besser geeignet waren.

So verschwanden die APS-Pistolen relativ schnell wieder in den Arsenalen und auch in den Waffenkammern auf Kriegsschiffen der Marine.
Dort verblieben die Waffen bis in die 70iger Jahre, als dann der Ruf von Spezialeinheiten nach handlichen Maschinenpistolen laut wurde. Viele der noch vorhandenen APS wurden darauf zur Konstruktion des neuen Modells APB / 6P13 verwendet. Daher ist es gar nicht so einfach eine original belassene APS zu bekommen. Die APB wurden mit neuen Läufen versehen, die an der Mündung überstanden und ein Gewinde zur Aufnahme eines Schalldämpfers haben. Zeitgleich wurden die sperrigen Anschlagkästen aus Holz und Bakelit gegen ausziehbare Drahtschulterstützen getauscht. In dieser Konfiguration wurde die Waffe von Einheiten wie der Spetsnatz eingesetzt, besonders für verdeckte Operationen im Afghanistan Konflikt. In den letzten Jahren sah man diese Waffen auch in den Händen von Polizei Spezialeinheiten wie OMON und SOBR.

Die Stechkin wurde zwar nicht in Lizenz bei anderen sozialistischen Staaten gebaut, trotzdem gelangte sie als Waffenhilfe auch an andere Mitgliedsländer des Warschauer Pakts. In die DDR gelangte die Waffe über die Lieferung von Kriegsschiffen, welche die APS Pistolen in den Waffenkammern hatten. Die DDR-Marine sah für die Waffe keine Verwendung, aber das MfS und MdI. Beide Ministerien beschafften später auch weitere Waffen über Russland und führten diese strukturmäßig in Ihrer Bewaffnung. In der DDR wurde die Stechkin als Pistole S oder APS bezeichnet. In der Waffenliste des MfS wurden 300 Stück der APS gelistet, bevorzugt wurden sie für Kurieraufgaben und Personenschutzzwecke verwendet, bei denen laut Vorschrift die Mitnahme einer Maschinenpistole nötig war. Dafür gab es in der DDR auch entsprechende Schulterholster aus Leder.

Meine Waffe ist eine DLP Ausführung im Kaliber 4,5 mm von der Firma Transarms, dazu wurde eine scharfe Stechkin mit deaktivierter Reihenfeuereinrichtung umgebaut. Von der Bestempelung der Stechkin gibt es zwei Varianten, einmal mit und einmal ohne Baujahr. Ich habe leider die Variante ohne Baujahr, da sie aber einen gerundeten Griffrücken im Bereich der Anschlagschaftschiene hat, muss es sich um eine frühe Fertigung handeln. Die Waffe selbst ist weitestgehend nummerngleich, wurde wohl schon mal neu brüniert, da die Stempel zum Teil nur noch schwach zu erkennen sind, darauf deutet auch ein russischer Überarbeitungsstempel hin. Der Anschlagkasten aus Bakelit ist das spätere Modell und nicht nummerngleich zur Waffe. Hersteller der Waffe war das russische Vyatskie Polyany Arsenal, auch bekannt unter dem Markennamen Molot.

Gruß

Michael
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Dateityp: jpg Stechkin offen rechts.JPG (62.6 KB, 35x aufgerufen)
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Alt 15. October 2011, 01:54   #2
imi-uzi
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noch über ein Bild gestolpert
da sieht man auch gut den SD-Lauf
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"The best way to improve the AR-15 is to unscrew the front sight, and put a new gun under it."
Zitat:
Zitat von Kerkermeister Beitrag anzeigen
Aber der Deutsche ist und bleibt ein Denunziant.
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Alt 15. October 2011, 19:31   #3
John Wayne
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Beiträge: 758
Thumbs up Hi Michael,

sehr schön...endlich hab ich mal was zum lesen.

Anhand Deiner technischen Beschreibung kann man auch sehr gut parallelen zur H&K VP 70 ziehen.

Gruß
J.W.
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Gruß
J.W.
Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
J.W.
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Alt 19. October 2011, 17:48   #4
Michael
Co-Admin
 
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Ort: Mittelfranken, (Bayern), Deutschland
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Da habt ihr aber einen alten Beitrag von mir ausgegraben.

Meine LEP-Umbauten (Stechkin, Makarov, TT33 und den Nagant Revolver) habe ich nach wie vor in meinem Bestand, da werden sie auch sicherlich bleiben, denn dank der Gesetzesänderung 2008 sind diese Waffen quasi finanziell entwertet worden, da man sie nur noch an entsprechend Berechtigte verkaufen darf. Der Kreis der Berechtigten ist sehr klein, somit ist für diese umgebauten Waffen kein Markt mit realistischen Preisen mehr vorhanden. Aber was soll´s, sie werden ja nicht schlecht im Tresor und von Zeit zu Zeit schaue ich mir die Waffen an und erfreue mich daran. Wobei ich der Ehrlichkeit halber dazu sagen muss, dass mir funktionierende Waffen deutlich lieber sind.

Gruß

Michael
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“The 10mm Auto retains more kinetic energy at 100 yards than the .45 ACP has at the muzzle”
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Alt 19. October 2011, 20:52   #5
John Wayne
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Beiträge: 758
Standard Hi Michael,

Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Da habt ihr aber einen alten Beitrag von mir ausgegraben.
ich hätte diesen Beitrag auch nicht unbedingt in den LEP-Themen versteckt.

Hätte imi-uzi nicht noch mal "nachgewühlt" hätte ich ihn nie gefunden. Nicht weil ich mich nicht für LEP interessiere, aber eine solche Waffentechnik hätte ich dort nicht vermutet.

Ausserdem ist es nicht schlecht wenn so ein Beitrag ab u. an mal reanimiert wird.

Mit wiederbelebenden Gruß
J.W.
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Gruß
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Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
J.W.
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Alt 19. October 2011, 21:05   #6
mp40
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Habe noch 3 4mm M 20 Pistolen,1 Jugo Tok 1 Husqvarna 1907 und 1 Erma,alle im Absoluten Top Zustand,die bleiben bei mir auch wo sie sind,weil der Markt ebenfalls hinüber ist.Haben mal richtig Kohle gekostet und zum Verschrotten zu schade.
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Nur Tote Fische schwimmen mit dem Strom : DSU & Kyffhäuser Kameradschaft Pro Legal Mitgl. German Rifle Association
mp40 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19. October 2011, 21:21   #7
John Wayne
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Standard Hi mp40,

Zitat:
Zitat von mp40 Beitrag anzeigen
Habe noch 3 4mm M 20 Pistolen,1 Jugo Tok 1 Husqvarna 1907 und 1 Erma....
wäre doch schön, wenn Du da mal ein wenig drüber schreibst und ein paar Bilderchen einstellst. Die Waffen können ja nichts für ihre Kaliberveränderung. Technisch und optisch sind sie doch noch wie immer oder?

Interessant ist das immer finde ich.

Mit recyceltem Gruß

J.W.
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Alt 20. October 2011, 23:05   #8
mp40
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Ja,ich mach mal ein paar Bilder,aber wo stell ich sie ein?möchte den Tread nicht verändern,da Michael mit Stechkin APS begonnen hat.
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Alt 20. October 2011, 23:23   #9
John Wayne
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Standard Hi mp40,

logisch. Dieser Thread steht.
Sofern Du zu den Bildern etwas schreibst, vielleicht sogar darüber wie so eine Kaliberveränderung vor sich geht, musst Du ein neues, dem Model entsprechendes Thread öffen....

...und egal wo, imi-uzi buddelt das dann schon aus.

Gruß
J.W.
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Alt 21. October 2011, 08:43   #10
imi-uzi
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@mp40:
Du kannst auch eigene Threads erstellen
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Alt 3. June 2012, 13:03   #11
brione
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Beiträge: 1
Standard Stechkin

Frage zur Waffe:

Ist der Schlagbolzen Federbelastet heißt im Detail
Befindet sich im Verschluß zwischen Stoßbodenrückwand und Schlagbolzen eine Schlagbolzenfeder. Ist bei meiner Neueerwerbung nicht vorhanden
Sollte nach meinem Verständnis aber dort hingehören.

Gruß
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Alt 3. June 2012, 16:07   #12
imi-uzi
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gemäß der Anleitung hat es anscheinend auch keine
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Zitat:
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Alt 3. June 2012, 23:43   #13
kakerlake
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Registriert seit: 11.07.08
Ort: Mars
Beiträge: 15
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DLP und LEP das waren noch Zeiten...hatte vor der Gesetzesänderung alles verkauft. Nannte mehrere P.08 und eine Kommer Mod.2 mein eigen. Schade drum.
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