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Alt 26. November 2011, 19:10   #6
Rottenburger1801
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Zitat von SHADOW Beitrag anzeigen
Da ich aus meiner Saiga auch russische MFS Suprlus-Munition verschieße, die korrosiv sein kann, halte mich an Michaels Reinigungsmethode mit seiner patentierten Trichterkonstruktion, die ich eiskalt nachgebaut habe.

1. Direkt nach dem Schießen ziehe ich den Lauf mit einer Boresnake im Kaliber 7,62 mm mit Öl 2-3x durch. Das löst erstmal den gröbsten Dreck und die 2-3 h bis ich zu Hause bin ist zumindest etwas Öl im Lauf, um die Salze etwas zu verdünnen. Da mein Lauf Hartverchromt ist, hat das bisher ausgereicht und "auswaschen" auf dem Stand war bisher nicht nötig. Einmal hab' ich das vergessen und es war trotzdem alles in Ordnung. Zur Sicherheit mache ich aber dennoch diese Vorreinigung, die dauert auch keine 5 Minuten.

2. Zu Hause zerlege ich die AK für die Reinigung, koche 1 L Wasser auf und lasse das zusammen mit ein paar Tropfen Spülmitteln mittels der Trichterkonstruktion durch den Lauf, um das alte Öl und Teile des Schmutzes auszuspülen. Nach gut 300 ml Wasser stopfe ich einen Ohropak vorne in die Mündung, kippe wieder etwas kochendes Wasser mit Spüli rein bis der Lauf voll ist und lasse das ganze dann gute 10 Minuten so stehen und einwirken. Anschließend kommt der Ohropak vorne wieder raus und ich kippe das restliche Wasser (ohne Spüli!) durch den Lauf zum durchspülen.

3. Nun ziehe ich den Lauf trocken mit einigen Patches durch, damit das restliche Wasser raus kommt. Alsdann reinige ich die Waffe ganz normal. Dafür verwende ich das Reinigungsset für das Schweizer Sturmgewehr 57. Öle zum Reinigen habe ich verschiedene benutzt, momentan nehme ich WD-40 zum Reinigen (wegend er enthaltenen Lösungsmittel). Das kommt auf meine Bronzebürste drauf und dann wird der Lauf gründlich gereinigt und anschließend mit Patches (manche davon mit etwas WD40) durchgezogen. Das ganze mache ich so lange, bis kein Dreck mehr auf den Patches vorne raus kommt.

Anschließend geht's ans konservieren. Ich ziehe die Waffe mehrmals trocken mit Patches durch, um die Reste WD40 raus zu bekommen. Dann ziehe ich einen leicht geölten Patch durch, damit ein geringer Ölfilm im Lauf zurück bleibt. Dafür nehme ich Ballistol, WD40 oder schlicht Kamelienöl. Wenn dir der Ballistolgestank auf die Nerven geht, nimm Kamelienöl! Das ist einwandfrei, gut fließend, harzt nicht und reicht gut. Das Gehäuseinnere und den Verschluss reinige ich nur gelegentlich, da dort nicht so viel Dreck zurück bleibt. Einzig die abgeplatze Kupferschicht der verkupferten Hülsen muss man ab und an rauswischen, da bleiben kleine Partikel gerne mal am Verschlusskopf oder am Rand des Patronenlagers hängen, was dann unschön aussieht.

4. Zu guter letzt wieder Verschluss rein und zusammenbauen und in den Tresor damit bis zum nächsten mal. Gesamter Zeitaufwand: eine gute Stunde.

Da du W22 hast, kannst du damit bereits auf dem Stand die Waffe behandeln. Das W22 soll ja auch anti-korrosiv wirken. Von Rostlöser würde ich ganz die Finger lassen. Da diese meist geringe Mengen Phosphorsäure enthalten, kannst du damit leicht deine Brünierung angreifen. Außerdme bin ich nicht so sicher ob es klug ist, so aggressives Zeug in den Lauf zu kippen solange noch kein Rost drin ist.

Übrigens hat sicher jeder so seine eigene Art die Waffen zu putzen. Mit der obigen Methode und Michaels Tips bin ich aber bisher sehr gut gefahren und mein Lauf glänzt noch spiegelblank trotz korrosiver Munition.


Grüße

Thomas
Zu 4.: Ist das nicht etwas unwirtschaftlich und zeitlich aufwändig ? Eine Stunde schießen, danach eine gute Stunde reinigen. Schlage vor, Du stellst um auf eine Art Marathon, z. B. 24 Std. schießen ohne Pause, dann wäre die Reinigungszeit ökonomisch angebracht. Weiterhin gut Schuss, den Politikern zum Trotz. Gruß H.-E. K.
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Chacun a son gout.
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