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Alt 26. May 2015, 17:16   #9
Travis
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Zitat:
Zitat von derda Beitrag anzeigen
Aber hey, wenns gegen diese "rohen" Jäger geht, die im Gegensatz zu Occupy oder so maximal friedlich demonstrieren, dann is ja alles Recht.
Und dass sich die Bande dabei auch noch permanent widerspricht, zeigt, dass sie nichtmal ansatzweise verstehen, wogegen sie da überhaupt wettern:

Der angeblich "renommierte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der »Artenfeind Nr. 2« ist", Quelle: Quelle: Warum Jäger jagen?

Exzessive Landwirtschaft ist insb. für die Feld und Feldrand bewohnenden Arten, wie Hase, Rebhuhn, Fasan ... ein Problem. Vor allem dann, wenn keine Ausgleichsflächen geschaffen werden. Aber der Landwirt ist numal in der Hauptsache Landwirt und kein Artenschützer. Dem Jäger wiederum obliegt (BJG § 1 Abs. 2) mit der Hege auch der Artenschutz ("Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten artenreichen und gesunden Wildbestandes").
Ich frage mich aber gerade, wenn die industrielle Landwirtschaft bereits jetzt ein Problem ist, wie soll das erst werden, wenn sich 81 Millionen Bundesbürger fortan vegan ernähren?

"Jagd ist nicht nur überflüssig, sondern sogar contraproduktiv: Obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, [...] steigt ihre Anzahl immer weiter. Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich [...], (Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)"

Das Wildschweine bereits seit Urzeiten zum Jagdwild gehören und seitdem auch bejagt werden, hat sich bei den Sauen demnach wohl erst jetzt rumgesprochen (?)

In Befriedigung der Mordlust räumt man dann aber andere Ursachen ein:

"Nach Ansicht von Naturschützern ist der Mensch zumeist selbst schuld, wenn sich Tiere irgendwo so stark vermehren, dass sie zur Belastung werden. Er zerstöre die Natur, pflanze Monokulturen und wundere sich dann, wenn sich Tiere an bestimmten Stellen konzentrieren.

Dass etwa riesige Raps- oder Maisfelder für Wildgänse, die am Polarkreis brüten und in Deutschland Rast machen, ein gedeckter Tisch sind, sei nicht die Schuld der Vögel, sondern die der Landwirtschaft und der Agrarpolitik. Dies gilt auch für Wildschweine, für die endlose Maisfelder regelrechtes Mastfutter sind.

"Durch Überdüngung und Nährstoffeinträge aus der Luft steigt das Pflanzenwachstum, die Tiere haben mehr zu fressen, überstehen Phasen schlechten Wetters besser, und vermehren sich entsprechend stark", sagt der Münchner Wildtierexperte Josef Reichholf.

Zudem hat der Mensch die meisten Raubtiere ausgerottet, so dass das Wild keine natürlichen Feinde mehr hat. ...."


Aber "Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: »Letztlich dient die Jagd nur dem Spaß und der Befriedigung der Mordlust der Jäger. Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.«

Bei Ratten wiederum (Quelle:Ratten raus), die übrigens auch auf der "Roten Liste" (s. Wander- oder auch Hausratte) stehen, gilt das dann wieder nicht:

"Es ist eine ökologische Tragödie, die den Zoologen Ragnar Kinzelbach - Experte für eingeschleppte Tiere an der Universität Rostock - nicht überrascht: "Für die Arten auf den Inseln gehören Ratten zu den schädlichsten Tieren europäischer Herkunft. Daneben sind Schaf und Ziege, Hauskatze, Maus, Schwein und die einschlägig bekannten Kaninchen gefährlich."

Mehr als ein Jahrhundert lang konnten Ökologen diesem Treiben nur ohnmächtig zusehen. Im Gegensatz zu Schweinen oder Ziegen ließen sich die Nager nicht mit dem Gewehr jagen und schwer durch Zäune ausgrenzen.

Erst die Entwicklung gezielt wirkender Gifte gab den Naturschützern eine potente Waffe in die Hand, die sie nun auf einfache wie perfide Weise anwenden: "Wir verstreuen im Winter, wenn die Zahl der Nager niedrig ist und sie hungern, ungiftiges Futter als Köder aus. Derart verführt, fressen sie schließlich auch vergiftete Weizenkörner - mit nur drei Einsätzen bringen wir auch die allerletzte Ratte zur Strecke", sagt Kevin Hackwell von der neuseeländischen Gruppe Forest and Bird, die damit viel Erfahrung hat.


Das zum Thema Arterhaltung, Selbstregulierung und vegane Ernährung ohne Landwirtschaft
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Roman Grafe: "Man weicht eben nicht auf das nächste Tatmittel aus - zumal es schwerer ist, mit einem Messer zu morden als mit einer Pistole.", http://mobil.n-tv.de/politik/Der-Myt...e18287901.html

Japan: Mann tötet bei Messerattacke 19 Menschen, http://www.zeit.de/gesellschaft/zeit...ass-behinderte

2015: Polizei verzeichnet rund 2400 Messer-Angriffe in Berlin

Geändert von Travis (26. May 2015 um 17:39 Uhr).
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