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Alt 11. January 2017, 12:25   #109
Stocki
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Zitat:
Zitat von Melanie_Daniels Beitrag anzeigen
Nach geltendem Recht verurteilen, ist immerhin schon mal eine Ansage, sofern wir vom derzeit geltenden Recht reden - das sollte den Leuten dann aber auch gesagt werden. Wenn dies geschieht, könnte das Auswirkungen auf die Bereitschaft zur itwirkung haben.
Wieso muss das den Leuten gesagt werden? Ist das nicht Bestandteil der Waffensachkundeprüfung?

Zitat:
Zitat von Melanie_Daniels Beitrag anzeigen
Was in den Ausführungen zur Ausbildung völlig fehlt, ist Lagebeurteilung. Den Umganng mit Waffen lernen, kann (beinahe) jeder Trottel. Den Moment abzuschätzen, ob, wann und in welchem Umfang der Schußwaffengebrauch erforderlich und sinnvoll ist, ist der eigentliche Trick - und ein Grund, warum wir für Polizei und Antiterroreinheiten eigentlich eine recht umfangreiche Ausbildung haben.
Hier sei nochmal mein Beitrag #14 erwähnt, am Ende vom 1. Absatz.
Ich selbst habe eine solche Ausbildung gehabt. Da gehörte die Lageabschätzung genauso dazu (kann ich einen Schuß abgeben, oder befinden sich in Schußrichtung Personen), wie Psychologie und auch der Umgang mit Kurz- und Langwaffe auf bewegte Ziele unter Zeitdruck und mit Waffenstörung und deren Beseitigung.

Zitat:
Zitat von Melanie_Daniels Beitrag anzeigen
Daß ein zufällig anwesender First Responder tatsächlich schneller oder effektiver ist als eine ebenso zufällig anwesende Polizeistreife, wage ich nach wie vor zu bezweifeln. Von daher würde ich mein Geld nach wie vor eher auf zusätzliche Polizeikräfte setzen, zumal man bei den Haftungsfragen die Opfer wohl doch nicht allein auf den Schützen wird verweisen können, wenn First Responder im Auftrag des Staates unterwegs sind.
Welches Szenario ist den wahrscheinlicher, mal abgesehen von der momentanen Lage, das man zur Zeit eine Überpopulation von Polizeikräften auf Weihnachtsmärkten hatte, die übrigens dann an anderen Stellen fehlten.
Anwesende First Responder (nicht nur ein einzelner zufälliger) oder ebenso zufällig anwesende Polizeikräfte?
Wobei ich bei zufällig anwesende Pol-Kräfte eben schmunzeln musste.
Denn das ist ja das Problem. Anwesende First Responder sind meiner Meinung nach wahrscheinlicher, als Polizeikräfte, die sich irgendwo anders befinden und einen gewissen Anfahrtsweg haben und erst da sind, wenn eine Tat passiert ist.
Es ist nunmal so, das erst eine Aktion stattfindet und erst danach eine Reaktion erfolgen kann. Wir haben ja noch nicht die Zukunft erreicht, in der Verbrechen a la "Minority Report" vorhergesagt werden können.
Sicherlich gibt es eine Software, mit der Einbrüche mit hoher Wahrscheinlichkeit errechnet werden (England hat das wohl entwickelt) aber Terroratacken und Amokläufe sind eben nicht vorhersehbar. Wie soll man also Polizeikräfte planen, wenn man auf den Zufall setzen muss?
Dabei lasse ich jetzt mal die gute Ermittlungsarbeit der staatlichen Stellen außenvor.
Da gibt es ja teils gute Erfolge.

Leider ist es mit zusätzlichen Polizeikräften bekannterweise nicht so einfach. Ich sage nur Sparpolitik.
Man hat ja inzwischen die Zugangsvorraussetzungen für den Polizeidienst schon heruntergesetzt, weil man merkt das es nicht so einfach ist gute Leute zu bekommen.
Wenn ich sehe, das willige junge Leute nicht zur Ausbildung genommen werden, weil sie beim Sporttest 2 Liegestütze und 1 Klimmzug weniger geschafft haben, Leute! Bitte!

Allerdings frage ich mich, wieso ich als freiwilliger First Responser im Auftrag des Staates unterwegs bin. Ich bin max. mit Billigung des Staates unterwegs, um mein Recht und meine Interessen und die meiner Mitmenschen im Ernstfall schützen zu können. Zumindest versuchen.
Nähmlich das Recht nach Artikel 2 Absatz 2 des Grundgesetzes:
Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Und wenn ich meinen Beitrag dazu leisten kann, dann nehme ich auch hin, das durch mein Handeln eine andere Person in diesem Recht beschnitten wird, nähmlich der potenzielle Angreifer!
Den dieses Gesetz was mich dazu berechtigt, ist der §32 StGB - Notwehr und Nothilfe.
In wieweit ich das evtl. Geschehene verarbeiten kann, ist eine andere Sache. Einsatzkräfte sind dann aber in der gleichen Lage!
Und das es Ermittlungen nach einer Schußabgabe gibt, das wurde mir in der Waffensachkunde beigebracht.

Interessant ist auch der Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes:

Artikel 20

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Zitat:
Zitat von Melanie_Daniels Beitrag anzeigen
...zumal man bei den Haftungsfragen die Opfer wohl doch nicht allein auf den Schützen wird verweisen können,...
Um eine WBK bekommen zu können, musste ich einen Haftpflich-Versicherungsnachweis erbringen. Meiner liegt bei 10 Mio., 5 Mio waren glaube erfordert.

Zitat:
Zitat von Melanie_Daniels Beitrag anzeigen
Ungeklärt bleibt bislang zudem die Frage der Auswahl der dafür in Frage kommenden Personen.
Da nicht alle WBK-Inhaber eine Waffe in der Öffentlichkeit verdeckt tragen wollen, reduziert sich schonmal der Personenkreis.
Mit entsprechenden Schulungen mit Abschlussprüfung reduziert sich dieser Personenkreis erneut.
Und Rambos hast du aber auch bei den Waffentragenden Organen, da ist niemand vor gefeit.
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