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Alt 11. January 2017, 11:00   #108
dcag99
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Zitat:
Zitat von Stocki Beitrag anzeigen
Ich wiederhole nochmal meinen Beitrag (#14) von der 1. Seite, betreffs Kenntlichkeit im Ernstfall.
Also der letzte Absatz.
das Problem, dass zivile Polizisten nicht erkannt werden können erledigt sich zur Zeit damit, dass außer Polizisten und ganz seltenen! Tätern gar keiner Schusswaffen mit sich trägt. (ganz wenige Sicherheitsfirmen vlt. noch)

Dies wiederum führt dazu, dass jeder Polizist 2x überlegt bevor er seine Waffe zieht und schießt.

Anders sieht das aus, wenn auf einmal "jeder" (oder auch nur selektierte) eine Schusswaffe tragen darf. Dann ist die Situation eine ganz andere.

Das Ergebnis sieht man z.b. in den USA, wo man sich ganz massiv absichert als Polizist und lieber zuerst schießt und dann fragt.

Ob das jetzt von jedem hier gewollt ist, sei dahin gestellt.


Nebenher: es geht auch nicht nur darum ob IHR als "First Responder" erkannt werdet!
Es geht auch darum ob ihr den ATTENTÄTER erkennen könnt.

das mag im Fall von Paris vlt. gehen. Wie wäre das aber in München gewesen?

Dazu kommen noch ganz viele andere Probleme wie z.b. psychologischer Art.
Es ist was anderes auf Scheiben zu schießen als auf Menschen. Es ist was anderes zu Hause am PC darüber zu sinnieren wie toll man doch in einer Situation hätte reagieren können.
Die Frage ist, reagiert man richtig in der Stresssituation.
Bei allem Training ist dies für alle relevanten Berufsgruppen ein ganz ganz großes Thema. Egal ob Polizei, SEK, Bundeswehr etc.

Ich pers. glaube ja, dass sich 90% der Menschen selbst überschätzen, was Ihre Fähigkeiten in Bezug auf Waffen unter Stress angeht.

Das fängt mit simplen Friendly Fire an und hört eben mit dem Schießen auf Menschen eben noch lange nicht auf.
Auch in der "Nachverarbeitung" der Geschehnisse ist hier offen wie es dem "First Responder" dann ergehen wird.

Ich kenne Soldaten die im Einsatz waren und die heute noch auf keine Grünfläche mehr gehen können. Haben Sie 1. so gelernt und 2. teilw. mehr als einen durch ne Mine so sterben sehen.
Oder andere die entweder Kameraden beim Sterben zusehen mussten oder selbst jemand erschossen haben. Die quasi ohne Schlaftabletten keine ruhige Nacht mehr haben.
Die sind geprägt fürs Leben.

Aber klar, jeder hier ist natürlich der stahlharte Typ, der in jeder Situation alles richtig überblickt, immer trifft und auch später nie Probleme haben wird.

Ihr könnt doch eine Situation nicht einfach nur von der einen Seite beleuchten ("Sich wehren können hilft mir und anderen") sondern man muss hier alle Aspekte betrachten.

Auch ein regelmäßiges Training hilft hier nur bedingt. Dazu kommt: wie soll das aussehen? wie soll die Prüfung aussehen?
Nicht vergessen wir sind eine Wohlstandsgesellschaft. 80% der Leute die ich kenne die schießen sind alt oder übergewichtig (leicht bis sehr) oder untrainiert(sportlich). In den meisten Fällen min. 2 dieser Eigenschaften.


Weiter gehts mit dem Personenkreis. Führe ich eine Prüfung ein mit ganz knallharten Anforderungen, damit auch nichts schief geht... dann ist der Personenkreis derer sehr sehr eingeschränkt die mit Waffe rumrennen können.

Nimm mal die 1.5 mio Waffenbesitzer und sagen wir mal 10% (und das ist eher gut gerechnet) dürften nach allen Prüfungen eine Waffe tragen.. was machen 150 000 Menschen die sich in ganz Deutschland verteilen.

Gut, da rennt dann in Buxtehude einer mit der Waffe rum.. First Responder für das Attentat .. in Buxtehude?

Du kannst nur einen nennenswerten Effekt haben, wenn genügend da sind.
dies widerspricht aber einer knallharten Prüfung.
ohne knallharte Prüfung dann aber vermehrt die oben beschriebenen Probleme.
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