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Scout Rifle Projekt

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  • Scout Rifle Projekt

    Ich hab mir gedacht es wird mal wieder Zeit die Traditionalisten und Plastikhasser unter Euch zu ärgern, daher ein neues Projekt von mir.

    Nee, Spaß bei Seite...

    Wollte mir schon immer ein kleines und handliches Scout-Gewehrchen umbauen, so wie es z.B. bei den Amerikanern gerne gemacht wird. Die nehmen meist Mosin Nagant M38 bzw. M44 oder eben den FR8 dafür her. Ein M38 war mir zu selten dafür und meinen nummerngleichen und nicht Arsenal-überarbeiteten M44 dafür zu verbasteln, wäre mir im Leben nicht eingefallen!

    Also habe ich mich nach einem günstigen FR8 umgesehen, welchen ich dann ja kürzlich bei Waffen Auer aus einem Kommissionsverkauf für kleines Geld erstehen konnte. Es war im Vorneherein klar, dass die Waffe umgebaut wird, nur wollte ich das nicht großartig ankündigen, bevor ich nicht schon ein paar Bilder davon zeigen konnte.

    Ausgangsbasis FR8 - Klein und Handlich, leistungsstarkes Kaliber, Mündungsgewinde M15x1 bereits vorhanden. Perfekt! Im Original leider eine ziemlich unbrauchbare Visierung, zumindest bin ich für meine Begriffe zu dicht mit dem Auge an der Visierung. Also war klar, dass ein Zielfernrohr mit drauf muss.

    Interessant fand ich den Scout Schaft von ATI Gunstocks, welcher aber im Ausgangszustand nicht für den FR8 passt, aber generell gilt ja - Was nicht passt, wird passend gemacht.

    Zum Schaft und zum eigentlichen Umbau schreibe ich im nächsten Beitrag mehr, nun erst einmal ein paar Bilder...

    Bild 1 zeigt die Waffe im Originalzustand

    Bild 2 - 7 zeigen den Scout Schaft

    Bild 8 die Waffe im ausgeschäftetem Zustand
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    “The 10mm Auto retains more kinetic energy at 100 yards than the .45 ACP has at the muzzle”

  • #2
    Zum Schaft:

    Generell muss ich klar vorab sagen, dass ich diesen Schaft nicht noch mal kaufen würde, ich bin froh darüber, dass ich ihn gebraucht über egun bekommen habe und nicht neu gekauft habe.

    Ich bin ein Plastikfreund, das dürfte ja mittlerweile bekannt sein, dennoch ist mir hier der Plastikanteil selber zu viel! Alle Schrauben am Schaft greifen direkt ins Plastik, das ist ein Umstand, der mich nicht begeistern kann. Für Gewindehülsen aus Stahl oder zumindest Aluminium hat es beim Hersteller nicht gereicht. Nun hat man das Problem, dass es sehr schnell passieren kann, das man eine Schraube überdreht und diese danach nicht mehr richtig greift. Wenn man nun die Waffe öfters zerlegt, ist das schnell passiert.

    Hier werde ich mir noch eine praxisgerechte Lösung einfallen lassen, zum Glück habe ich einen Kumpel der als Meister im Kunststoffbereich arbeitet. Weiters ist der Magazinkasten ein Witz! Da der originale Abzugsbügel nicht mehr verwendet wird, gibt es im Schaft eine Aussparung für Magazinfeder und Zubringer. Nur gibt es keine Befestigungsmöglichkeit für die Feder, wie sie der originale Magazinkastendeckel bietet. Das bedeutet im Klartext, das die Feder Spiel im neuen Kasten hat und somit sind Störung vorprogrammiert. Damit aber nicht genug, nun ist der Schaft unten geschlossen und an der Oberseite ist die Weaverschiene darüber montiert, wenn man nun verkantete Patronen im Magazin hat, bekommt diese nur mehr heraus, wenn man die Waffe komplett ausschäftet! Das ist eine Sache, die bei einem Scout Gewehr absolut gar nicht geht, also werde ich auch hier Abhilfe schaffen müssen, in dem der Schaft entsprechend umgebaut wird. Ich habe mir dazu schon Gedanken gemacht, zeigen werde ich das Resultat wenn ich soweit bin...
    Zuletzt geändert von Michael; 31.07.2010, 11:21.
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    • #3
      Den FR8 mit dem Schaft verheiraten:


      Wie bereits angemerkt, ist dieser Schaft im Auslieferungszustand nicht für den FR8 geeignet. Also muss man ein paar Modifikationen durchführen, damit die Waffe in den Schaft passt:

      - die vordere Halterung für den Originalschaft muss ab, dafür muss der Kornträger abgebaut werden, sofern man die Halterung zerstörungsfrei entfernen möchte

      - die hintere Drehvisierung des FR8 ist der Zielgeräteschiene des Schaftes im Weg. Es gibt zwei Möglichkeiten: Visierung entfernen oder Kunststoffschiene entsprechend kürzen und eine Aussparung einfräsen.

      - der Kammerstengel muss gebogen werden, wenn man ein Zielfernrohr mit normalem Augenabstand montieren will. Wenn man nur ein Leuchtpunktvisier oder ein Kurzwaffenzielfernrohr montieren möchte, kann man sich diesen Schritt sparen

      - das "Laufbett" muss ein wenig nachgearbeitet werden, damit der Lauf frei schwingen kann
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      • #4
        Um den Kornträger abnehmen zu können muss als erstes die Öse für den originalen Riemen raus. Diese ist mit einem Schweißpunkt gesichert, welchen man ausbohren bzw. ausfräsen muss. Ich habe den Schweißpunkt vorsichtig mit dem Dremel ausgefräst und danach die Riemenbügelöse mit einem Durchlag ausgetrieben.

        Der Kornträger selbst ist auf den Lauf aufgeschrumpft und er sitzt ziemlich fest. Mit dem Heißluftföhn habe ich den Träger ordentlich von allen Seiten heiß gemacht und danach heruntergeklopft. Hier muss man mit Geduld und Ruhe an die Sache gehen.

        Auf dem Bild Nr. 4 sieht man schön, wie im Lauf eine entsprechende Ausfräsung für die Riemenbügelöse vorhanden ist.

        Bild 5 zeigt die gekürzte Visierschiene, diese habe ich mit der Säge entsprechend gekürzt, danach habe ich mit Dremel, Raspel und Feile eine entsprechende Aussparung für das originale Drehvisier geschaffen.
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        • #5
          Den Schaft selber habe ich in der Länge eingekürzt und die Schaftkappe entsprechend angepasst, so, dass er für meine kleine Körpergröße (1,76) optimal passt.

          Die mitgelieferte Wangenauflage wird einfach mittels zwei kleinen Bohrungen am Hinterschaft befestigt, nachdem man diese bequem positioniert hat.

          Die folgenden Bilder zeigen die ganze Geschichte mal probehalber zusammen gebaut, fertig bin ich natürlich noch lange nicht, es gibt noch etliche Dinge zu tun.
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          • #6
            Heute werde ich das Laufbett entsprechend nacharbeiten, damit der Schaft überall frei schwingen kann.

            Nun bin ich momentan ein wenig unschlüssig, was ich mit der blanken Stelle am Lauf mache, wo der Kornträger ursprünglich montiert war. Generell habe ich mich dafür entschieden, den Kornträger wegzulassen, da sich die Visierung sowieso nicht mehr nutzen lässt. Der Schaft wird am Ende lackiert werden, hierbei weiß ich auch noch nicht, ob ich nur in oliv lackiere oder sogar eine Tarnlackierung anbringe. Nun ist die Frage, wie weit ich das "Spielchen" treibe - Sprich die blanke Stelle am Lauf brüniere oder gar den Lauf und das System ebenfalls lackiere. Das muss ich mir noch überlegen...

            Nächste Schritte sind dann: Magazinproblem lösen und Befestigungen optimieren. Ebenso Kammerstengel biegen, andere Sicherung, anderen Abzug und eine andere Schlagbolzenfeder verbauen. Eine zweite Riemenbügelöse kommt noch an den Vorderschaft, damit ich Zweibein und Trageriemen gleichzeitig nutzen kann. Auch ein entsprechender Kompensator wird den Weg auf das Gewehr finden, damit sich der Rückstoß ein wenig reduziert.

            Als Zielfernrohr habe ich ein 4-faches BW-Glas von Kaps montiert, die geringe Vergrößerung passt zum Scout-Konzept, das Glas hat einen eingebauten Flugbahnkompensator für das Kaliber und war zudem günstig zu kriegen.

            Eine spezielle Montage ist bereits im Zulauf, welche an die Stanag Schnittstelle des Glases past und unten Weaver-Aufnahme hat. Momentan ist es nur provisorisch für die Bilder montiert. Mit der anderen Montage sitzt es ein wenig tiefer und noch mal ein Stück weiter hinten, damit man es auch bequem nutzen kann ohne den Hals zu verenken.

            Davor wird dann auf einer seitlich versetzten Adapterschiene ein Leuchtpunktvisier montiert, welches für Kurzdistanzen eingeschossen wird.

            Nun gut, genug verraten, mehr davon, wenn ich die nächsten Schritte umgesetzt habe, was wieder ein wenig dauern kann...

            Gruß

            Michael

            P.S. Jetzt dürfen die Traditionalisten los lästern.
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            • #7
              Hallo Michael,

              also dann fange ich mal an.

              Grundsätzlich bewundere ich ja Deine Bastelfreudigkeit und Dein Geschick in waffentechnischen Fragen.

              Persönlich hätte ich jetzt an dem FR8 aber keinen derartigen Aufwand getrieben, um dieses Gewehr lediglich als "Survival-Waffe" nutzen zu können.

              Irgendwie empfinde ich es auch als "optisch nicht ansprechend".

              Ist denn das System jetzt wirklich schußfest in diesem Kunststoff-Schaft befestigt?

              Kann man das Ganze notfalls als Keule bzw. Hebelwerkzeug verwenden?

              Was hältst Du von einer Bajonett-Aufnahme?

              Meine Umbaumaßnahmen hätten sich vor allem auf eine leichte Zerlegbarkeit beschränkt sowie auf die abnehmbare Montage eines Leuchtpunkt-Zielfernrohres.

              Eventuell könnte man das Gewehr noch tarnfarben lackieren. Das wär´s aber auch schon.

              Bin schon auf Deinen Bericht vom Schießstand gespannt...

              Gruß,

              Bernhard

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              • #8
                @Michael

                Zunächst einmal danke für den Bericht. Es bringt Spaß ihn zu lesen

                Ein ähnliches Projekt habe ich mit meinem M44 vor. Der jungfräuliche Arsenalzustand ist mir dabei allerdings egal Bei mir wird jedoch eins mit Sicherheit NICHT verbaut: Ein derart hässlicher Schaft!!! Der Schaft wirkt schon bei den 98er Systemen hässlich, beim FR8 ist es noch einen tick schlimmer
                Zuletzt geändert von KESSELRING; 31.07.2010, 16:01.
                ECRA

                Patronensammlervereinigung

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                • #9
                  Hmmm... Ist ja ganz nett... Aber vorher war er definitv hübscher! Dat is nix für mich...
                  Verbietet Hartschalenfrüchte! Jedes Jahr werden weltweit 150 Menschen von Kokosnüssen erschlagen!

                  Mitglied im Komitee gegen die Entführung von Kühen durch Ausserirdische.

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                  • #10
                    Da zerlegt er einen schönen FR8 im Superzustand....ich glaub es einfach nicht
                    No place for second best!
                    (Accuracy international)

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                    • #11
                      Zitat von KESSELRING Beitrag anzeigen
                      @Michael

                      Zunächst einmal danke für den Bericht. Es bringt Spaß ihn zu lesen

                      Ein ähnliches Projekt habe ich mit meinem M44 vor. Der jungfräuliche Arsenalzustand ist mir dabei allerdings egal Bei mir wird jedoch eins mit Sicherheit NICHT verbaut: Ein derart hässlicher Schaft!!! Der Schaft wirkt schon bei den 98er Systemen hässlich, beim FR8 ist es noch einen tick schlimmer
                      Jetzt zerleg Du nicht auch noch den M44, ich krieg die Krise hier
                      No place for second best!
                      (Accuracy international)

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                      • #12
                        Mir blutet wirklich das Herz, Michael. So ein FR8 ist kein AR15 was man verbasteln kann .Dennoch habe ich wirklich großen Respekt vor deiner Handwerklichen Begabung in diesem Bereich!

                        Gruß David

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                        • #13
                          Na wusste ich doch gleich, das man Euch mit der Geschichte eine Freude machen kann...

                          Morgen antworte ich ausführlicher, für Heute gibt es nur noch ein Bild vom Zwischenstand. Ich geh jetzt duschen und danach weg.


                          Gruß

                          Michael

                          P.S.

                          Den Leuten, die sich Sorgen um den "Super erhaltenen FR8" machen, kann ich nur soviel sagen. Strohtrockener und rissiger Originalschaft der komplett überarbeitet werden müsste, defekter Handschutz, Rostnarben am Lauf und der Systemhülse. Da hab ich absolut kein schlechtes Gewissen. Wer sich für den Erhalt von "solch seltenen" Waffen einsetzen möchte, kann sich ja einen von den 10 Stück, die pro Monat bei egun über den Tisch gehen, kaufen.
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                          • #14
                            Moin

                            Ich teile die Trauer um das FR 8 nicht, viele dieser Reptierer sind diesen Weg gegangen, und verrichten seit Jahren als Jagdwaffen ihren Dienst.
                            Das Umbauen oder auch Modifizieren von Ordonanzwaffen halte ich für eine gute Gelegenheit bewährte Systeme zu nutzen.
                            Als Nachsuchewaffe sind gerade die kurzen Karabiner sehr gut geeignet, und mit einem passabelen Kaliber ausgestattet. So what, es gibt schließlich genug davon.
                            Das einzige was mir an Deinem Umbau weniger gut gefällt ist der Schaft. Ich kenne diese Ausführung, sie sieht sehr gewöhnungsbedürftig aus. Auch technisch ist sie nicht der Weisheit letzter Schuß (vorsicht Wortspiel ). Bei Midway gibt es bedeutend schönere, die auch mit Alubettung erhältlich sind, aber das muß jeder für sich entscheiden.#

                            Fazit: Schöne Arbeit, lass uns in Zukunft noch mehr solch schöne Berichte lesen.

                            stefan
                            Erfahrung ist das, was man erlangt kurz nachdem man es hätte gebrauchen können.

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                            • #15
                              Hallo Michael,

                              bitte keine weiteren Berichte mehr, ich mußte jetzt schon die ganze Zeit weinen

                              So ein schönes Gewehr mit so nem Kunststoffgespritzel zu verheiraten , das nenn ich mal ne Vergewaltigung der Braut ( FR8 ).
                              MfG aus der schönen Pfalz

                              Eins ist sicher - die Rente ( Norbert Blüm, anno die 90er, )
                              Wir schaffen das ( Angela Merkel 2015, Und wen meint sie mit "wir" ?

                              "Bevor isch misch uffreg, is mers egal ....." oder auch "Äner vun uns zwä is bleeder wie isch....."

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