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Der Diamant aus der Schlangengrube…

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  • Der Diamant aus der Schlangengrube…

    Der Waffenhersteller Colt benannte Anfang der 1950er Jahre einen Teil seiner Revolvermodelle nach nicht grade ungefährlichen Schlangenarten. Die Modelbezeichnungen waren u.a. Cobra, Viper, King Cobra, Phyton oder Diamondback. Diese Modelbezeichnungen sollten den Colt Revolvern den notwendigen Respekt verschaffen….

    Bei meinen persönlichen Schusstests begleitete mich diesmal der Revolver:
    Colt Model DIAMONDBACK; Kaliber .38 S&W Special; Baujahr 1976

    Der Diamondback ist ein sehr kompakt wirkender Revolver. Im ersten Augenschein wirkt er massiv und schwer. Benannt ist er nach einer Klapperschlangenart (Bild 1).

    Seinen Ursprung findet der Diamondback in dem 1908 entwickelten Model Colt Police Positive Special. Cobra und Viper waren seine Wegbereiter aus dieser Serie (Bild 2).

    Was beim Diamondback auffällig ist, ist nicht etwa der gegenläufige Trommelschieber, denn das ist eigentlich all bekannt. Schon seine etwas eigentümliche Form lässt auf etwas „anderes“ schließen.

    Der Schütze legt seinen Daumen in die Ausbuchtung des Trommelöffners und zieht diesen nach hinten (also genau umgekehrt wie bei den meisten Revolvern), dann drückt er die Trommel mit den Fingern der freien Hand aus dem Rahmen. Klingt eigenartig, ist aber sehr Bedienerfreundlich (Bild 3a).

    Auffällig ist, dass sich die Trommelklinke nicht in der Mitte des unteren Rahmenteils befindet, sondern sie ist leicht nach rechts versetzt. Somit wird die Trommel „quasi“ durch das seitliche eingreifen in die Trommelnut gestoppt (Bild 3b).

    Der im Hahn befindliche Schlagbolzen ist wiederum nach damals gängiger Art gesetzt. Der Hahnsporn hat einen etwas flacheren Winkel und liegt fasst waagerecht zur Laufachse. Er wird dadurch länger und lässt sich mit der Schusshand sehr gut und schnell spannen. Seine etwas verbreiterte Oberfläche (semi target hammer) ist nicht punziert, sondern mit Querrillen versehen (Bild 4).

    Die Holzgriffschalen des Diamondback wirken durch ihre Hochglanzlackierung etwas künstlich. Versehen mit dem Colt – Logo erwecken sie einen Anschein von Kunststoff. Der Griffwinkel, der zum Teil durch die Griffschalengestaltung erreicht wird, ist gefühlt steiler und sichelförmiger sowie sehr breit im Auslauf. Weiterhin ist die Gesamtgrifflänge sehr kurz (Bild 5).

    Technische Daten:
    Lauflänge: 4 Zoll
    Kaliber: .38 S&W Special
    Gewicht: 820gr.
    Gesamtlänge: 240mm
    Gesamthöhe: 130mm
    Gesamtbreite: 40mm
    Trommelkapazität: 6 Patronen

    Der aus der Ursprungsversion des 1908 entwickelten Colt Police Positive Special (PPS) entstandene Diamondback ist der Nachfolger des Colt Cobra und des Viper . [Änderungen gemäß Beitrag 3, s.w.u.]

    Man merkt dieses sofort beim Aufnehmen der Waffe. Trotz seines massigem Äußeren hat er, für seine Größe, ein ungewöhnlich geringes Gewicht. Das aber machte ihn zu seiner Zeit, neben seinem aufwendigen Design, so erfolgreich.

    Der Schwachpunkt der PPS-Modelle und des Cobras war die freiliegende Ausstoßerstange unterhalb des Laufes. Aber wie schon beim Viper, wurde auch beim Diamondback dieser unterhalb des Laufes eingefasst. Beim Diamondback wurde die Ausstoßerstangeneinfassung zusätzlich noch bis zur Mündung hin verlängert.

    Seine leicht nach vorn ansteigende Visierschiene vermittelt den Eindruck, dass der Lauf von der Mündung zum Rahmen sich verjüngend wirkt…und das macht schon einen gewaltigen Eindruck (Bild 6 a+b).

    Gepaart mit der Leistung einer .38er Patrone wird sich nun zeigen, ob ein etwaiger Leistungsverlust sein begehrtes Leichtgewicht wieder wettmacht.

    Mit seinem schmalen Service Trigger erinnert er an sein Dienstwaffen Dasein.

    Zusätzlich ausgestattet mit verstellbarer Visierung, einem semi target hammer und einer ventilierten Laufschiene, hat der Diamondback aber auch alle Voraussetzungen für eine Sportwaffe. Nun soll die Edelschlange mal zeigen, was sie im Präzisionsschuss und im Einsatz unter Zeitbegrenzung für ein tödliches Gift versprüht (Bild 7).

    Für den Schusstest verwendete Munition:
    Wiedergeladene Patrone .38 S&W Special; Hülse Geco; ZH MUROM SP; Treibladung 4,8grn. N320; Geschoss .357/160grn. Blei, SWC
    OAL 38,66mm (Bild 8).

    Das Schussprogramm für den Revolver sah so wie folgt aus:
    Entfernung 1 Meter:
    5 Schuss durch`s Geschwindigkeitsmessgerät zur Ermittlung der Durchschnitts Vo + Eo.
    Vo = 275m/s Eo = 392 Joule

    Entfernung 15mtr.
    5 Schuss zur Feststellung der Treffpunktlage
    - 6 hoch

    Entfernung 15mtr.
    Stehend, Freihand
    - 10 Schuss Spiegel aufsitzen lassen

    Entfernung 15mtr.
    Zeitbegrenzung
    - 2 x 5 Schuss in 10 Sekunden auf die Duellscheibe im Single Action Modus
    - 2 x 5 Schuss in 10 Sekunden auf die Duellscheibe im Double Action Modus


    Auswertung Model Colt Diamondback:
    + Gewicht und Rückschlagenergie sind sehr ausgewogen
    + guter, trockener aber harter Single Action Abzug
    + gutes, kontrastreiches Visier
    - Handlage mäßig und gewöhnungsbedürftig
    + Laden der Trommel „reibungslos“.
    + Keine Probleme mit der verwendeten Munition

    Gesamtpunktzahl von 6:
    Colt Diamondback: 5

    Persönliches Fazit:
    Auch wenn sich der DIAMONDBACK anfühlt wie ein Spielzeugrevolver, so sollte man diese Waffe nicht unterschätzen.

    Sein etwas eigentümlich wirkender Hahnsporn lässt sich unheimlich schnell und sicher mit der Schusshand spannen. Ausgewogen zwischen Leistung und Gewicht lässt sich der Revolver nach dem Schuss gut im Ziel halten. Auch wenn der Griff das zu verhindern versucht. Durch seinen ungewohnten Griffwinkel muss man erst einmal eine Haltetechnik entwickeln. Das es funktioniert, kann man an den Ergebnissen sehen.

    Beim Präzisionsschuss zeigt der Colt eine sehr stabile Leistung (Bild 9a).

    In der Zeitbegrenzung aber packt die Schlange voll zu (Bild 9b; rot = SA / gelb = DA).

    Interessant ist das „dezentrierte“ klicken, welches man beim Trommeltransport im DA-Modus vernimmt. Aufgrund der Außenlage des Trommelstops greift dieser seitlicher in die Trommelnut ein. Wenn man nun den Abzug bei nicht gespannten Hahn durchzieht bleibt das gewohnte „S&W“ klicken aus… und konzentriert wie man ist, hört man ein „rechtseitiges“ Klicken.

    Es gab keine fühlbaren Unterschiede im Single oder DA Modus beim Auslösepunkt. Lediglich ist der Abzugweg im DA-Modus etwas lang (Plus dezentriertes klicken), was sich aber im Ergebnis nicht nachteilig zeigte. Die Treffer liegen sehr gut zusammen.

    Unter dem Strich ein sehr guter Revolver, der seiner Rolle als Dienstwaffe aber auch als Sportwaffe in allen Lagen gerecht wird. Die hohe Anzahl an Schüssen die ich bei diesem Test mit dem Revolver abgegeben habe, zollen dem Spaß den das Schießen mit dieser Waffe macht.

    Am Ende bleibt nur ein Ergebnis: DON´T TRUST THE DIAMONDSNAKE (Bild 10).
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Gunner; 03.10.2015, 13:28. Grund: s. Beitrag 3
    Gruß
    J.W.
    Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
    und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
    J.W.

  • #2
    Zitat von John Wayne Beitrag anzeigen
    ..............................
    Der aus der Ursprungsversion des 1908 entwickelten Colt Police Positive Special (PPS) entstandene Diamondback ist als Nachfolger des Colt Cobra und des Viper ebenfalls mit einem Rahmen aus Leichtmetall gefertigt.
    ................
    Sicher daß der Rahmen aus Leichtmetall ist? Mein DB Rahmen ist magnetisch.

    Kommentar


    • #3
      Hi byf,

      Zitat von byf Beitrag anzeigen
      Sicher daß der Rahmen aus Leichtmetall ist? Mein DB Rahmen ist magnetisch.
      natürlich nicht…. Ein Fehler meinerseits. Es gab nur eine Version aus Leichtmetall. Und zwar ein Cobra Model. Dieses sollte Einzug in die US-Airforce bekommen und wurde als Model AIRCREWMAN M 13 bezeichnet. S&W baute ebenfalls einen solchen Revolver mit gleicher Bezeichnung.

      Das Projekt scheiterte an den Aluminiumtrommeln, sie konnten die .38er Patrone nicht verdauen. Es dürfte keine originalen M13 mehr geben. Sie sollen alle vernichtet worden sein.

      Dennoch warnt S&W in seinen Sammlerforen davor, sofern man doch in Besitz eines M13 oder Prime M37Airweight ist, vor der Verwendung.

      Der DIAMONDBACK ist SICHER aus Stahl. Sonst wäre er mir heute wohl um die Ohren geflogen. Danke für Dein aufmerksames lesen und den Hinweis.
      Gruß
      J.W.
      Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
      und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
      J.W.

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      • #4
        moderativer Hinweis:
        Ich habe mir eine geringfügige Korrektur des ursprünglichen Beitrags erlaubt.
        Sie sind unbewaffnet! Das ist gegen die Vorschrift! !(Aeryn Sun zu John Crichton in Farscape)

        Nichts ist gut in Afghanistan! (Margot Käßmann, Heiligabend 2009 )

        I like the shiny steel and the polished wood ! (Steve Lee: I Like Guns)

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        • #5
          Wie immer sooo lesenswert!!!

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