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….Honk Kong Pfui....

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  • ….Honk Kong Pfui....

    In meiner diesjährigen Weihnachtsgeschichte erzähle allerdings nicht von dem LOSERDOG aus den 1970er Jahren. Die älteren unter uns werden ihn noch kennen und sich an eine Zeit erinnern, in der man sich noch eine ganze Woche auf die Ausstrahlung einer Zeichentrickserie freuen konnte….

    Kein Loser und eine Sache über die ich mich jeden Tag freue, ist der „English Empire“ Revolver, der dem nachfolgenden Test gegenüberstand.

    Bei meinen persönlichen Schusstests begleitete mich diesmal der Revolver:
    Webley & Scott Mark IV-38, Kaliber .38 Smith & Wesson, Geführt von der HONKONG Police (HKP), Baujahr ca. 1942 (Bestimmt nach Waffennummer).

    Wie ich schon in meinen Threads Kein Hahn im Panzer erwünscht und Ich war der mit dem Hahn im Korb... berichtete, ist bei mir eine Begeisterung für diese klassischen, englischen Kipplaufrevolver erweckt worden.

    Die getesteten Enfield Revolver waren ja nun mal das „House“- Plagiat der Webley & Scott`s. Oftmals sieht man Verkaufsanzeigen, wo Enfield Revolver als Webley´s angeboten werden. Vermutlich ist das auf die fast exakte Nachbauweise zurück zu führen. Denn bei uns hat sich im Laufe der Jahrzehnte wohl das Bild des klassischen Webley´s eingeprägt und wir sehen dann nur, was wir erwarten…..(Bild 1).

    Nun galt es zu vergleichen, wie sehr sich das Plagiat von seiner Muse unterscheidet. Aussehen, Mechanismus, Visierung und Griffgestaltung weisen auf den ersten Blick keine Unterschiede auf.

    Technische Daten:
    Kaliber: .38 Smith & Wesson
    Lauflänge: 100 mm
    Gewicht: 890gr.
    Waffenlänge: 240 mm
    Waffenhöhe: 135 mm
    Waffenbreite: 35 mm
    Trommelkapazität: 6 Patronen

    Auch die Tatsache, dass dieser Revolver von der Honkong Police geführt wurde, zeigt keine auffälligen Besonderheiten an diesem Webley MK IV.

    Was natürlich von Anfang an auffällig war, sind die unglaublich sauber ausgeführten Bestempellungen des Revolvers. Vergleicht man das mit den „War“ und „post War“ Enfield Ausführungen, dann ist es wirklich eine rechte Augenweide.

    Begonnen mit den Beschusszeichen, die wie an der Schnur gezogen am der linken, vorderen Rahmenseite prangen flankiert auf der rechten Rahmenseite vom heroisch wirkenden Firmenlogo Webley & Scotts, sowie die Modelbezeichnung und klarer Angabe des Herstellungslandes an der linken und rechten Rahmenbrückenseite wird der Deckel mit sauber gesetzten Lettern des Fabrikanten und seines Firmensitzes zugemacht (Bild 2 A-E).

    Ist diese Sorgfalt aber auch reflektierbar auf Verarbeitung und Präzision des Revolvers?

    Nach wie vor ist das grobschlächtig wirkende Kimme am Öffnerhebel für die Abkippvorrichtung angebracht. Hier zeigt sich nur reine Funktionalität, Design liegt da klar im Hintergrund.

    Aber, Abzug sowie hinterer und vorderer Griffrahmen sind mit „Straps“ zum besseren Grip versehen. Das ist schon mal die erste Schwelle zum Einstieg in die „Oldie-upperclass“ (Bild 3 a-d).

    Öffnet man die Waffe, indem man den Öffnerhebel nach unten Drückt, wird der obere Rahmenbrückenteil freigesetzt und Lauf und Trommel können abgekippt werden. Mit dem Abkippen des Laufes wird sofort der Hülsenauswurfmechanismus in Gang gesetzt, indem sich der Ausstoßerstern anhebt (Bild 4 a-d).

    Ist der Revolver geladen, so wird aufgrund des noch vorhandenen Geschosses bei der nicht verschossenen Patrone nur die Hülse (Hülsen) der verschossenen Patronen ausgeworfen (Bild 4 e).

    Um den Schützen vor einem unbeabsichtigten Schuss zu bewaren (z.B. durch herunterstürzen des Revolvers), befindet sich der Hahn in seiner Ruhestellung in einer Art Sicherheitsrast. Diese hält den Hahn, der im Gegensatz zum Enfield einen beweglichen Schlagbolzen hat (ähnlich der S&W Revolver), etwa 5mm vom Rahmen entfernt. Erst wenn der Abzug betätigt wird, schlägt der Schlagbolzen durch bis auf das Zündhütchen der Patrone (Bild 5 a+b).

    Ganz bemerkenswert ist der kurze und unheimlich weiche Abzugsweg im Double Action (DA) Modus. Man führt den Abzug quasi nur rund 12mm nach hinten und der Schuss bricht. Es wird sich zeigen, wie wertvoll sich diese Eigenschaft beim Schießen unter Zeitbegrenzung ist (Bild 6).

    Der Griff des Webley´s weist im Vergleich zum Enfield keine Daumenauflage auf. Fässt sich aber gut. Geziert durch einen styllischen Schriftzug und einer Raute um die Befestigungsschraube (Bei S&W auch DIAMOND genannt) wartet er im satten schwarz auf die Hand seines Bedieners (Bild 7).

    Die für den Schusstest von mir verwendete Munition:
    Wiedergeladene Patrone, Hülse STARLINE, Zündhütchen Sellier & Bellot SP, Geschoss H&N HP .357/158grain, Treibladung N 320 4,2grain (Bild 8).

    Bild Nr. 8 zeigt neben der wiedergeladenen Patrone zum Vergleich noch mal eine Handelsübliche .38 S&W und eine .38 S&W Special jeweils mit Bleigeschoss.

    Das Schussprogramm für den Revolver sah so wie folgt aus:
    Entfernung 1 Meter:
    5 Schuss durch`s Geschwindigkeitsmessgerät zur Ermittlung der Durchschnitts Vo + Eo.
    Vo 251 m/s Eo 323 Joule

    Entfernung 15mtr.
    5 Schuss zur Feststellung der Treffpunktlage
    - 6 Tief (Spiegel aufsitzen lassen)

    Entfernung 15mtr.
    Stehend, Freihand
    - 10 Schuss nach Treffpunktlage.

    Entfernung 15mtr.
    Zeitbegrenzung
    - 1 x 5 Schuss in 10 Sekunden auf die Duellscheibe SA-Modus
    - 1 x 5 Schuss in 10 Sekunden auf die Duellscheibe DA-Modus

    Auswertung des Webley Mark IV Revolvers:
    + Gewicht und Rückschlagenergie sind ausgewogen
    - Betonharter Single Action Abuzg
    + gutes, kontrastreiches Visier
    + gute Handlage, trotz der etwas rutschigen Griffschalen
    + Laden und Entladen der Trommel einfach traumhaft…
    + Keine Probleme mit der verwendeten Munition

    Gesamtpunktzahl von 6:
    Webley & Scott Mark IV = 5

    Persönliches Fazit:
    Der Umstand des Aufdruckes HKP mit einer Nummer, macht den Revolver noch mal um einiges interessanter. Seine Gebrauchsspuren (z.B. am Öffnerhebel) weisen darauf hin, dass dieser Revolver sein Dasein nicht irgendwo in einer Waffenkammer in Asien gefristet hat. Man kann allerdings auch davon ausgehen, dass so ziemlich jeder Webley & Scott Revolver seine eigene spannende Geschichte hat.

    Beim Schießen hat der Webley keine großen Unterschiede zu den Enfield´s gezeigt. Bedienung, Visierung sowie das Laden und Entladen der Trommel waren „quasi“ vertraut.

    Sein recht zögerlich auslösender SA Abzug schlägt sich allerdings doch auf seine Präzision nieder. Im großen und ganzen hat der Webley sich allgemein bei der Präzision zurückgehalten. Lediglich beim Schießen unter Zeitbegrenzung hat er im DA-Modus das gehalten, was er schon beim trocken Abziehen versprochen hat (Bild 9).

    Letztendlich aber kann man nur zu einem Schluß bei diesem Webley kommen:



    ….Very British…..Old Fellow....
    (Bild 10)
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von John Wayne; 18.12.2015, 19:27.
    Gruß
    J.W.
    Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
    und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
    J.W.

  • #2
    hallo John !
    schöner bericht !

    beste grüsse !

    helmut
    "Ethisch ist eine Waffe stets als neutral zu betrachten"
    Bundesverteidigungsminister De Maizière


    "Politik muß jedermanns Sache werden. Man darf sie nicht den Fachleuten überlassen."
    Gustav Heinemann


    www.prolegal.de
    www.german-rifle-association.de

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    • #3
      N Abend John,

      wie immer ein prima Bericht. Mir gefällt der Revolver ausgesprochen gut, was auch an seinem kurzen Lauf liegt.
      MfG aus der schönen Pfalz

      Eins ist sicher - die Rente ( Norbert Blüm, anno die 90er, )
      Wir schaffen das ( Angela Merkel 2015, Und wen meint sie mit "wir" ?

      "Bevor isch misch uffreg, is mers egal ....." oder auch "Äner vun uns zwä is bleeder wie isch....."

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      • #4
        Vielleicht wird man den Webley-Revolvern schon bald wieder vermehrt begegnen. Mindestens findet man im Internet die Ankündigung der Wiederaufnahme der Produktion zum 100-Jahr-Jubiläum. Zwar handelt es sich nicht um den hier vorgestellten Mk IV im Kaliber .38-200, sondern um das Modell Mk IV im ursprünglichen Kaliber .455 Webley:



        Die englischen Revolver sind so hässlich, dass man bereits wieder Gefallen an ihnen finden kann.

        http://webleymkvi.com
        Angehängte Dateien

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        • #5
          Hi P88, Hi Pfälzer, Hi Philippe,

          Zitat von P88 Beitrag anzeigen
          hallo John !
          schöner bericht !...
          @P88
          Vielen Dank.

          Zitat von Pfälzer Beitrag anzeigen
          N Abend John,
          Mir gefällt der Revolver ausgesprochen gut....
          @Pfälzer
          Vielen Dank.
          Wenn Du mal die Gelegenheit bekommst mit einem Webley oder Enfield zu schießen...überlege es Dir gut, denn Du wirst seinem "English Charming" auf ewig erliegen...

          Zitat von Philippe Beitrag anzeigen
          ....um das Modell Mk IV im ursprünglichen Kaliber .455 Webley....Die englischen Revolver sind so hässlich.....
          @Philippe
          ich denke es handelt sich da eher um das Model MK VI. Interessant ist die Patrone, die sich bis in die 1940er Jahre gehalten hat....dann aber endgültig der Moderne weichen musste.
          Besonderes Merkmal der frühen Fertigungen der .455 Webley war die Treibladung. Sie bestand bis in die späten 1920er Jahre aus Cordit.

          Bezüglich des Aussehens gebe ich Dir recht....sie machen sich aber dadurch auch interessant. Was mit Dir passiert wenn Du damit schießt, habe ich Pfälzer bereits geschrieben.

          Ich kann mir vorstellen, dass es bestimmt (wenn auch im verborgenem) absolute Webley und/oder Enfield Fan- und Shootingclubs gibt. Wenn das nicht so sein sollte, werde ich demnächst eine weitere Interessensgemeinschaft bilden.....
          Gruß
          J.W.
          Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
          und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
          J.W.

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          • #6
            Zitat von John Wayne Beitrag anzeigen
            ich denke es handelt sich da eher um das Model MK VI.
            Ja, tatsächlich. Mk VI hatte ich eigentlich schreiben wollen, aber der Copy&Paste-Teufel hat mal wieder zugeschlagen.

            Was das Design angeht, so könnte man ohne lügen zu müssen statt "interessant" auch noch an die Adjektive "speziell" oder "originell" gebrauchen.

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            • #7
              Hi Philippe,

              einigen wir uns auf "speziell"....denn so bezeichnet mich meine Frau auch immer, wenn sie eine Kurzbeschreibung über mich abgeben soll....
              Gruß
              J.W.
              Irgendwann wirst Du feststellen, dass es etwas nicht mehr gibt obwohl es doch immer da war...
              und das nur, weil DU nicht dafür gekämpft hast.
              J.W.

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              • #8
                Zitat von John Wayne;138304@Pfälzer
                Vielen Dank.
                Wenn Du mal die Gelegenheit bekommst mit einem Webley oder Enfield zu schießen...überlege es Dir gut, denn Du wirst seinem "English Charming" auf ewig erliegen.....
                N Abend John,

                ich würd ja gerne mal so einen Revolver wenigstens in den Händen halten, aber ich kenn keinen aus unserm Verein, der einen Engländer im Besitz hat ............
                Zuletzt geändert von Gunner; 26.12.2015, 13:26. Grund: ...ein Wenig Kosmetik...
                MfG aus der schönen Pfalz

                Eins ist sicher - die Rente ( Norbert Blüm, anno die 90er, )
                Wir schaffen das ( Angela Merkel 2015, Und wen meint sie mit "wir" ?

                "Bevor isch misch uffreg, is mers egal ....." oder auch "Äner vun uns zwä is bleeder wie isch....."

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