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Sig Sauer P220 X-Six DIY Abzugstuning

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  • Sig Sauer P220 X-Six DIY Abzugstuning

    Eigentlich sollte man ja meinen bei einer Waffe die (mitlerweile) fast 3000€ kostet, sollte man sich über den Abzug keine Gedanken mehr machen müssen.

    Leider ist das bei meinem Modell nicht so. Ich habe die Waffe schon etwas länger, und habe mich bisher immer irgendwie damit arrangiert.
    Da ich aber das Gefühl hatte, das es immer schlimmer wurde, habe ich mich mal dran gesetzt und versucht die problematischen Stellen zu finden.

    Zu aller Erst ist mir aufgefallen dass die Nase der Abzugsstange, welche als Disconnector fungiert, beim Vorzugsweg des Abzugs schon am Schlitten schleift, und leicht nach unten gedrückt wird.
    Dadurch addiert sich die Kraft des Abzugs mit der Federkraft der Abzugsstange inklusive der Reibung zwischen Disconnector und Schlitten.

    Hier habe ich vom Disconnector etwas weg gefeilt, damit dieser erst beim zurückgleiten des Schlittens Kontakt bekommt.
    Man sollte hier noch genug Material stehen lassen, damit die Funktionsweise definitiv noch gegeben ist, sonst wird's ungemütlich.

    4.png






































    3.png







































    2.png


    Diese Änderung brachte schonmal eine deutliche Verbesserung. Allerdings "kroch" der Abzug immernoch.
    Nach dem Vorzugsweg war der Druckpunkt klar spürbar. Bei langsamen Druckaufbau bis zu den eingestellten 1000g (ca.) fing der Abzug an sich zu bewegen, aber ohne das der Hammer schon gelöst wurde. Erst nachdem der Abzug ca. 0,5mm weiter bewegt wurde, "brach" der Schuss und der Abzug wurde durch den Triggerstop gestoppt.

    Ich habe mal eine kleine Zeichnung erstellt um zu verdeutlichen was genau ich meine (Vorher und mein Ziel für Nachher):

    abzug.png


    Ich habe mir dann die Mechanik mal genauer angeschaut und festgestellt, dass dieses "kriechen" von der Fangklinke kommt. Jenes Bauteil in welches der Hammer (oder der Schlaghebel wie er bei Sig Sauer genannt wird) einrastet. Diese Fangklinke wird dann über den Abzug mit der Abzugsstange nach vorne gezogen, bis die Verbindung zum Hammer abreißt.

    Die beiden Flächen die dort aufeinander liegen waren zu groß bemessen, sodass man mit dem Abzug erst noch gegen den Hammer "arbeiten" musste, bis dieser sich löst.

    5.png

    6.png


    Ich habe dann die Fläche am Hammer ganz behutsam mit meinen Arkansas Schärfsteinen etwas mehr herunter geschliffen. Eine Feile wäre hier wohl definitiv zu viel gewesen.
    Nach dem ersten Abschleifen war es schon deutlich besser, das Kriechen wurde etwa halbiert.
    Habe dann nochmal alles auseinander gebaut und etwas nach geschliffen.

    7.png

    8.png


    Und siehe da, der Abzug funktioniert perfekt.

    Das Gute an dieser Mechanik: Hätte ich zu viel geschliffen, und der Hammer wäre nicht mehr eingerastet, braucht man nur die unteren Flächen etwas herunter schleifen. Dadurch wird der Abstand wieder etwas größer.

    Ich bin immernoch der Meinung bei einer Waffe in diesem Preissegment sollten diese Anpassungsarbeiten eigentlich im Werk gemacht werden. Aber scheinbar muss man dann schon Waffen aus dem "Mastershop" kaufen um diesen Service zu bekommen. Schade eigentlich.

    Und noch etwas was mir bei dieser ganzen Aktion negativ aufgefallen ist:

    Der Triggerstop bei diesen Waffen wird durch eine Madenschraube eingestellt, welche Senkrecht im Abzug eingebohrt ist. Diese Schraube stösst von unten gegen den Verriegelungsblock.
    Dieser Block ist an zwei Stellen im Griffstück befestigt. Zum einen wird er durch den Zerlegehebel gehalten, zum anderen schiebt er sich mit zwei Nuten über die Abzugsachse. An dieser Stelle muss das Ganze natürlich mit etwas Toleranz gefertigt werden, damit man das Teil überhaupt einbauen kann. Man muss es z.B. beim Kaliberwechsel auch austauschen.
    Durch diese Toleranz bewegt sich dieser Block ein klein wenig, was eigentlich vollkommen egal ist, da der Lauf mit der Schließfeder dagegen gepresst wird, und das Ding an Ort und Stelle hält.

    Wie aber oben erwähnt, drückt die Madenschraube des Triggerstops von unten gegen diesen Block. Wenn ich Kraft ausübe, dann merke ich bei komplett zusammengebauter Waffe, dass sich der Lauf am Patronenlager gegenüber des Verschlusses leicht bewegt!

    Keine Ahnung was das auf 25m ausmacht, aber Präzisionsfördernd ist das ganz bestimmt nicht.

    Ich werde mir für die Zukunft hier mal was überlegen, ob sich das irgendwie anders lösen lässt.

    Vielleicht kann der Ein oder Andere mit meiner Anleitung ja etwas anfangen. Es soll noch mehr Leute geben, die mit den Abzügen der X-Waffen unzufrieden sind.

    Viele Grüße
    Sebastian



    1.png
    Wissen hat eine wunderbare Eigenschaft: Es verdoppelt sich, wenn man es teilt.

  • #2
    Moin Sebastian, ich hab eine P226 mit 5,75" Lauf, da ist der Triggerstop per Madenschraube durchs Abzugszüngel gebohrt und stützt sich dann am Griffstück ab. Sieht zwar ästhetisch nicht so schön aus, tut der Funktion aber keinen Abbruch.
    Du hast doch auch eine 226, da müßte der TS doch auch so ausgeführt sein ?
    Bau Dir den bei der 220 doch genau so wie bei der 226 ein. Oder was spricht dagegen.

    Aber generell, wenn der Triggerstop seine Funktion aufnimmt, müßte das Geschoß schon aus dem Lauf sein, also sollte präzitechnisch nix passieren.
    MfG aus der schönen Pfalz

    Eins ist sicher - die Rente ( Norbert Blüm, anno die 90er, )
    Wir schaffen das ( Angela Merkel 2015, Und wen meint sie mit "wir" ?

    "Bevor isch misch uffreg, is mers egal ....." oder auch "Äner vun uns zwä is bleeder wie isch....."

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    • #3
      Zitat von Pfälzer Beitrag anzeigen
      Aber generell, wenn der Triggerstop seine Funktion aufnimmt, müßte das Geschoß schon aus dem Lauf sein, also sollte präzitechnisch nix passieren.
      Wie hast du denn deinen Triggerstop eingestellt?

      Nein, das Geschoss ist dann noch lange nicht aus dem Lauf, du berührst den Triggerstop schon, da hat der Hammer den Schlagbolzen noch nicht erreicht. Schau dir mal bei Youtube ein paar Zeitlupenaufnahmen an.

      Meine P226 ist eine alte von Anfang der 90er und eine reine Behördenwaffe. Die besitzt keinen Triggerstop.
      Die Überlegung im Abzug ein Loch zu bohren und die Madenschraube nach hinten gegen das Griffstück stoßen zu lassen hatte ich auch schon, allerdings habe ich den Abzug für meine Bedürfnisse komplett nach vorne geschoben, sodass der Abstand zwischen Abzug und Griffstück sehr groß ist. Das sähe echt komplett bescheuert aus. Daher hoffe ich dass mir noch etwas Anderes einfällt.

      EDIT: Habe auf die Schnelle das hier gefunden:

      https://youtu.be/z00kgiEVd5Q?t=48
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      • #4
        Meine ist auch eine aus 1993, allerdings als Sportmodell etwas "getunt", mit eben Abzug überarbeitet, Triggerstop, LPA-Visierung.

        Hilf mir mal auf die Sprünge mit dem Video, was genau soll man da erkennen ? Triggerstop kommt doch idealerweise 2, 3, maximal 5 hundertsel mm nach Schußauslösung, bis dahin sollte das Geschoß schon im freien Flug sein.
        MfG aus der schönen Pfalz

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        • #5
          Die "Schussauslösung" passiert ja nicht durch das Lösen des Abzugs. Sondern durch den Hammer der auf den Schlagbolzen trifft.
          Schau dir das Video bei Sekunde 48 auf 49 ein paar mal an. Er zieht den Abzug "bis zum geht nicht mehr" also bis zum Triggerstop. (Diese PSM Pistole hat halt keinen einstellbaren Stop, aber irgendwann erreicht ja jeder Abzug seine endgültige Position.) Der Abzug befindet sich also am Triggerstop - zeitgleich löst sich der Hammer. Dieser muss seine Massenträgheit erst mal überwinden bis er dann letztendlich auf den Schlagbolzen trifft. Erst dann löst sich der eigentliche Schuss. Bis dahin befindet sich der Abzug die ganze Zeit schon am Triggerstop.
          Wissen hat eine wunderbare Eigenschaft: Es verdoppelt sich, wenn man es teilt.

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