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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : .357 Ladung mit Blei


Lupus357
17. April 2015, 09:55
Hallo allerseits,
gibts hier Schützen, die Ihren .357 Mag. Revolver mit Bleigeschossen (z.B. PJP 180gr TC BB) laden?

Falls ja, ich schieße normalerweise H&N 180gr HS HP mit VV3N37 geladen und habe nun mal mit Blei experimentiert.
Präzision war wirklich super, aber die Waffe ist unglaublich verdreckt. Nach 50 Schuss sieht die Waffe schlimmer aus als nach ca. 500 Schuss mit meiner bisherigen Ladung mit H&N-Geschossen.

- Trommel außen total verschmaucht
- Trommelbohrungen extrem verdreckt
- Finger die sich im Schuss im vorderen Bereich der Trommel befinden total verschmaucht
- Daumen der sich im Schuss in der Nähe des Stoßodens befindet verdreckt
- Stoßboden verschmaucht
- leichte Bleiablagerungen im Lauf

Meine Ladedaten (ohne Gewähr):
PJP 180gr TC BB
6,9gr VV3N37
OAL=40,9mm
Fiocchi SP

Ist das normal oder bin ich nur zu verwöhnt von den H&N Geschossen? ;) Kann mir da jemand mal seine Erfahrung schildern?

Gruß und danke

David

derda
17. April 2015, 11:37
Leider keine Erfahrungen, aber ich hab mal wen gesehen, der seine eigenen Bleidinger verschießt. Kann den ja mal fragen, sollte sich das bis dahin nicht geklärt haben.

Lupus357
17. April 2015, 13:18
Hallo derda,
danke für Dein Angebot. Frag ihn doch mal bitte wenn Du ihn wieder auf dem Stand triffst, das wär klasse.

Gruß

Lichtgestalt
17. April 2015, 20:18
Haben diese Geschosse die Möglichkeit Gaschecks zu benutzen?

Bei den Drücken, die eine 357er auf den Geschossboden bringt, entsteht imho Bleidampf.

Ich würde keine Magnumladungen ohne Gaschecks verschießen, oder zumindest die Geschosse beschichten.

Wie hart ist Dein Blei und wie passt der Geschossdurchmesser zum Lauf?

Such mal im I-Net nach dem Fryxell Buch, irgendwas mit Fryxell und loads oder lead bullets.

blackys
17. April 2015, 22:46
Naja, die genannte Ladung ist ja nun kein Magnum, müsste deutlich unter 300m/s liegen.

180er Blei-Pillen und 3N37 sind eigentlich eine bewährte Kombination, üblicherweise aber so mit 7,6 bis 7,7grs.
Leichte Bleischlieren auf den ersten 2-3 cm sind normal, sollten aber auch nicht heftiger werden. Normalerweise reicht so ab 500 Schuss mal wieder Lauf putzen.

Schmauchen tut es schon, aber sollte auch nicht übermässig sein. Ordentlichen Crimp in die Crimprille gemacht? Die H&N haben vermutlich keine Rille und werden nur leicht angelegt, oder? Bei Bleipillen macht man schon zumindest einen deutlich Taper in die Rille...

gruss
blackys

Lichtgestalt
18. April 2015, 20:15
Ich kann die Geschosse nicht finden, sind das Selbstgegossene?

Wenn ja, wie hart ist das Blei?

Reverend
18. April 2015, 23:35
Die Geschosse von Peter Jebens sind Top! Ich habe meine Geschosse immer von ihm gekauft, bis ich mit dem selber giessen angefangen habe. Nach seinen Angaben habe ich die 180 grs Geschosse mit 6,5 grs N340 geladen. Ich hatte keinerlei Probleme mit Verbleiung oder übermässigem Schmauch. Ich bin der selben Meinung wie blackys, vermutlich kommt der übermässige Schmauch von der schlechten Verbrennung wegen zu wenig Pulver.
Gaschecks kann man sich sparen, ich schieße sogar in .454 Casull Bleigeschosse ohne Gascheck.
Ich habe mal mit Peter Jebens telefoniert, er meinte, bis 400 m/s kann man ohne Gascheck gehen. Einfach mal testen.
Bis auf das G11 verwende ich in allen meinen Waffen selbst gegossene Bleigeschosse, alle ohne Gascheck, alle problemlos.
Bleigeschosse sind in der Regel geringfügig größer als Mantelgeschosse im selben Kaliber, ich habe noch nie einen Rollcrimp gemacht, Hülsenmund anlegen hat bisher immer einwandfrei funktioniert, auch in .454 Casull!
Geputzt wird erst, wenn die Hülsen schwerer aus der Trommel gehen :-)
Über die Bleihärte habe ich mir noch nie groß Gedanken gemacht, es ist Blei aus dem Geschossfang.
Lest mal hier: http://www.pjp-bullets.de/info.htm

Lupus357
20. April 2015, 10:59
Hallo,
vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten :)

Die Geschosse sind ohne Gaschecks und haben auch keine Vorbereitung dafür. Ich habe einen kräftigen Tapercrimp in die vorhandene Crimprille gemacht. Bei den H&N lege ich den Hülsenmund nur an, ggf. leichter Taper Crimp.
Die Ladung mit den PJP 180gr habe ich überigens aus einem Bericht über Ladungen mit Blei in der caliber, nannte sich "graue Materie".

Wie ich feststellen konnte sind diese extremen Ablagerungen kein Pulverschmauch sondern Blei. Meine Finger glänzen nach 10 Schuss schon bleifarben und in den Trommelbohrungen sitzt definitiv eine Menge Blei. Und zwar nicht nur im Bereich vor dem Hülsenmund sondern auf der gesamten Länge. Ich nehme an, dass sich im Schuss die Verbrennungsgase durch die beiden Kammern drücken, die sich links und rechts von der oberen befindlichen. Die erklärt auch die Verschmauchungen des Stoßbodens in genau diesem Bereich. Dort zeichnen sich schön die beiden Kammern ab.

Im Übrigen verhält es sich mit dem 686 TC eines Schützenkollegen genau so. An der Waffe kanns also nicht liegen.

Da offenbar der Geschossboden angeschmolzen wird, könnte es vllt. am Pulver liegen? Dass VV 3N37 wesentlich heißer verbrennt als das N340? Mich wundert es dann allerdings dass diese Ladung in der caliber empfohlen wird. Meiner Meinung nach ist sie nicht praktisch nutzbar. Man steht beim Schießen dermaßen im Rauch, dass es schon unangenehm ist. Gerade bei Duell ist Luft anhalten angesagt, wenn man nicht wirklich unangenehmes Zeug einatmen will.

Gruß

David

P.S.: Die Präzision ist wie gesagt klasse!

blackys
20. April 2015, 21:27
Mmmmmh :confused:, ich habe oft gegossene 180er Bleigeschosse (nicht von Jebens) mit 3N37 verwendet mit 7,6 bis 7,7 grs (Ladedaten ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich!). Ich war immer sehr zufrieden hinsichtlich Präzi, auch übermässiger Dreck ist mir da nicht in Erinnerung.
Ich vermute nach wie vor zu geringe Ladung: Hülse lidert nicht ordentlich, weniger gasdicht.

Dass es sich bei den Ablagerungen in den Trommelbohrungen um Blei handelt kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Ich vermute eher Graphit. Fahr mal mit den Fingern ein wenig durch das Pulver in der Flasche, das 3N37 ist sehr stark graphitiert.

gruss
blackys

Lichtgestalt
20. April 2015, 21:40
PJP = Peter Jebens Precision

Ah jetzt ja, allet klar, ne?

Ich hab früher auch Jebens Geschosse in meiner 45er beschleunigt.
Die Geschosse sind top, keine Frage.

Lichtgestalt
20. April 2015, 21:48
Hab die Daten aus Beitrag 1 grade mal durch QL gejagt.

Abbrand sollte eigentlich passen.
Geschwindigkeit bei ca. 315m/s, DSB MIP bei 368.

Laut QL, was nur ein Schätzeisen ist, hätteste bei 8,0gr. 3N37 75% von max. Druck erreicht.

Wäre also noch Luft nach oben.
Vielleicht erhöhste mal schrittweise die Ladung und guckst, was mit dem Dreck passiert.

Eine andere Option wäre, dass der Geschossdurchmesser zu klein ist und das Geschoss schlupft.
Das kann auch eine ganz schöne Sauerei, auch mit Abrieb im Lauf, sein.

Verwendest Du 357"er Geschosse?
Schon mal nen Laufdurchtrieb gemacht?

Lupus357
22. April 2015, 11:50
Hallo zusammen,
es handelt sich definitiv um Bleiablagerungen in der Trommel. Mich hat das Ganze auch sehr verwundert, aber ist leider so. :)

@ Lichtgestalt: Welche Geschosse hast Du im QL genommen? Ich habe in meinem QL keine Jebens-Geschosse.....

Gruß

David