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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Platzpatronenpulver in Schrothülsen???


catweasle
17. April 2013, 09:18
Moinmoin,

vor einiger Zeit las ich mal in einem anderen Forum, daß es zu Zeiten, als die Russen noch in der DDR saßen, Schrothülsen gab, die von den Leuten selbst geladen wurden. Geschosse gab es wohl als Schüttgut im Tante-Emma-Laden, und als Pulver wurde dasselbe verwendet, wie in den Platzpatronen 7,62x54 R.

Da aber ein Platzpatronenpulver doch recht schnell verbrennen muß, und quasi nix durch den Lauf getrieben wird, würde mich mal die Meinung der Fachleute hier interessieren.

Gab es das echt, bzw. würde das funktionieren?
irgendwie mag ich es nicht glauben...

mfg
catweasle

Sandmann
17. April 2013, 11:48
Naja bei Schrot wird auch offensives Pulver verwendet, aber ob man deswegen auch Platzpatronenpulver verwenden kann? Ich würds nicht machen. Kenn auch die Geschichte wo einer in seine 8x57 Platzpatronenpulver verladen hat, irgendwann is er dann zum Büchsenmacher gegangen weil es ihm das System immer weiter in den Schaft getrieben hat:rolleyes:

Götterbote
17. April 2013, 12:44
und quasi nix durch den Lauf getrieben wird,


Was verstehst du unter nix?!

Mal so 28 bis 32 g Schrot sind von der Masse her deutlich mehr wie ordinäre Büchsengeschosse. Bei der Massenträgheit der Schrotladung würde es mich nicht wundern, wenn das Platzpatronenpulver die Splitter der Waffe schneller beschleunigt als das Schrot.

catweasle
17. April 2013, 15:13
Moinmoin,

da hab ich mich wohl unklar ausgedrückt, sorry.

Mit "nix" meinte ich, das eine Platzpatrone doch nur Bumm macht, und das wars. In dem Moment ist die Verbrennung doch quasi abgeschlossen.
War die Platzpatrone gebördelt, geht sie halt auf, ansonsten werden noch ein paar Holzsplitter durch den Lauf getrieben, aber es ist kein nennenswerter Widerstand mehr da. Denke ich jedenfalls mal.
Also muß das Pulver sehr schnell brennen.

Und das gleiche Pulver soll dann 36g Schrot, oder wieviel die halt verladen hatten, konkrete Zahlen weiß ich nicht, durch einen wenn auch glatten Lauf treiben, ohne daß der Gasdruck ins unendlich ansteigt.
Die Massenträgheit einer Schrotladung dürfte doch um einiges größer sein als die eines Holzgeschosses.

Oder ist das jetzt ein Denkfehler von mir?

mfg
catweasle

Sandmann
17. April 2013, 17:39
Wie gesagt wird bei Schrotpatronen und Platzpatronen schnell verbrennendes Pulver verwendet. Bei Schrotpatronen ist es ähnlich dem von Kurzwaffenpatronen, was in Platzpatronen ist weiß ich nicht, vielleicht kann das jemand anderes sagen. Ich glaub schon dass an der Geschichte was dran sein könnte.

catweasle
17. April 2013, 17:59
Interessant, danke.

EL LOBO
17. April 2013, 18:35
Hallo Leute
Platzer machen nicht nur "bumm", sie müssen auch richtig arbeiten, wenn zB. bei einem G3/MG3 mit aufgesetztem
Manövergerät, so viel Leistung erbracht werden muß, daß ein Repetiervorgang stattfindet..:rolleyes:

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das Pulver aus BGS Platzpatronen ( 308, schwarze Plast-Hülse) langsamer verbrennt,
bzw höhere Ladungen erforderte als Bofors PK5 mit 148 Grs H&N WC-Geschosse. Da uns früher natürlich keine Meßanlage
zur Verfügung stand, haben wir einfach auf alte Kataloge geschossen und dann verglichen...:D

Gruß Wolf...

Gunner
17. April 2013, 19:52
Da stellen sich mir sämtlich Haare auf :
WENN ICH NICHT WEISS, UM WELCHES PULVER ES SICH HANDELT, DANN LASSE ICH DIE FINGER DAVON !
WIE WENIG IST EUCH EURE GESUNDHEIT WERT ?
WER MIT SOLCHEM UNFUG HERUM EXPERIMENTIERT, DEM GEHÖREN SÄMTLICHE ERLAUBNISSE ENTZOGEN !

Im Besitz zweier Augen und aller Finger
grüßt der Gunner

Sandmann
17. April 2013, 20:32
Hier geht es doch nicht um Experimente sondern um die beschriebene Geschichte und ob was dran ist, zumindest so wie's ich verstanden hab:rolleyes:

catweasle
17. April 2013, 21:44
Moinmoin,

also ich hab nicht vor, es auszuprobieren. Womit auch?

mfg

catweasle

EL LOBO
17. April 2013, 23:35
Da stellen sich mir sämtlich Haare auf :
WENN ICH NICHT WEISS, UM WELCHES PULVER ES SICH HANDELT, DANN LASSE ICH DIE FINGER DAVON !
WIE WENIG IST EUCH EURE GESUNDHEIT WERT ?
WER MIT SOLCHEM UNFUG HERUM EXPERIMENTIERT, DEM GEHÖREN SÄMTLICHE ERLAUBNISSE ENTZOGEN !

Im Besitz zweier Augen und aller Finger
grüßt der Gunner

Hallo Gunner
Bist du nicht ein wenig streng mit deinem Urteil,...:rolleyes:...die Frage war doch, kann man Pulver aus Üb-Mun zum Laden von Schrot-Mun
nehmen. Ich wollte mit meinem Beitrag eigentlich nur zeigen, wo ungefähr Schrotpulver von der Abbrandgeschwindigkeit liegt, nämlich
beim Kurzwaffen-Pulver.
Die "Experimente" liegen 30 Jahre zurück und 3,0 Grs "unbekanntes" Pulver hinter einem 148 Grs Weichbleigeschoß aus einem
357er S&W Revolver zu verschießen, habe ich für kein besonderes Risiko angesehen...:D

Gruß Wolf... (ebenfalls noch komplett)

H&K Schütze
18. April 2013, 06:05
Als " gelernter DDR Bürger " kann ich die Geschichte nicht bestätigen. Auch wenn es angeblich nicht viel bei uns gab aber Munition für Jugend (GST), Militär und Jagd gab es genug. Es war also überhaupt nicht nötig solch eine Bastelei zu unternehmen. :rolleyes:

Mike

catweasle
18. April 2013, 08:33
Moinmoin,

den original-fred kann ich leider nicht mehr finden. Es ging damals um eine russische Messinghülse Kal. 16.
Vll. liefen nur die Russen damit rum, k.A. Wer das Teil anno dunnemal benutzt hat, interessiert(e) mich recht wenig.

Aber immer wieder lustig, wie schnell jemand mit dem erhobenen Zeigefinger kommt, sobald ne Frage gestellt wird. Ich dachte immer, das sei der Sinn eines Forums.

mfg

catweasle

bumm
18. April 2013, 10:11
Moinmoin,

den original-fred kann ich leider nicht mehr finden. Es ging damals um eine russische Messinghülse Kal. 16.
Vll. liefen nur die Russen damit rum, k.A. Wer das Teil anno dunnemal benutzt hat, interessiert(e) mich recht wenig.


Messinghülsen in Schrotkalibern incl. allem nötigen Wiederladekram gibt es auch in neu. Ob die aus Russland oder sonstwoher kommen weiß ich nicht.

catweasle
18. April 2013, 10:32
Na sowas, ich dachte, heutzutage gäbe es nur noch Kunststoffhülsen.

bumm
18. April 2013, 11:18
Z.B Johannsen hat die. Für den passionierten Cowboy-Action-Schützen. Ich weiß zwar nicht wer das ist, steht abe so im Katalog.

Funker
18. April 2013, 13:39
Hallo,

hier der Link:

http://www.militaria-fundforum.de/showthread.php?t=387424

Viele Grüße Falk

catweasle
18. April 2013, 17:48
Moinmoin,

da hat tatsächlich jemand den Fred wiedergefunden.:D

mfg

catweasle

Funker
18. April 2013, 18:32
Moinmoin,

da hat tatsächlich jemand den Fred wiedergefunden.:D

mfg

catweasle

Hallo,
ich konnte mich an das Forum erinnern wo ichs gelesen habe, die Suchfunktion mit den entsprechenden Schlüsselwörtern genutzt!

Da es hier einige Missverständnisse zu den Nutzern der unkonventionellen Wiederladetechnik gab, ist der Link vielleicht eine Erklärung, dieses Wiederladen nutzten also die Angehörigen der GSSD und nicht die Jäger der DDR.

Viele Grüße Falk

catweasle
18. April 2013, 19:07
Moinmoin,

stimmt, die Russen waren mir zwischenzeitlich entfallen, nur daß die Hülse russisch war, fiel mir noch ein.
Aber daß es einen Unterschied gab zwischen russischen Jägern und DDR-Jägern...

nunja.
mfg
catweasle

catweasle
18. April 2013, 19:12
Andererseits ist die Nationalität des Benutzers für die Frage, ob das Pulver geeignet wäre oder nicht, doch ziemlich irrelevant.

Funker
18. April 2013, 19:59
Andererseits ist die Nationalität des Benutzers für die Frage, ob das Pulver geeignet wäre oder nicht, doch ziemlich irrelevant.

Hallo,

die Hemmschwelle für eventuell gefährliche Sachen war schon unterschiedlich!

Beispiel LKW vorwärmen: da wurde in der UdSSR einfach ein Feuer unter dem Motor entfacht.

Viele Grüße Falk

catweasle
19. April 2013, 10:25
moinmoin,

also das habe ich bislang nur von alten Kriegsteilnehmern gehört.

Die einzigen Russen, die mir bislang begegnet sind, traf ich an der Uni, und von denen hatte keiner einen Hang zum Selbstmord. Eher schon der Pole, der besoffen zum Physik-Praktikum erschien (und prompt erwischt und rausgeworfen wurde).

mfg

catweasle

H&K Schütze
21. April 2013, 17:07
Ich kenne doch einen ! Der hat sich aus 2cm Bordwaffenmessinghülsen der Russen solche Patronen gemacht. Aber das war nicht zu DDR Zeiten sondern erst kürzlich.

Mike

bumm
22. April 2013, 08:34
Hallo,

die Hemmschwelle für eventuell gefährliche Sachen war schon unterschiedlich!

Beispiel LKW vorwärmen: da wurde in der UdSSR einfach ein Feuer unter dem Motor entfacht.

Viele Grüße Falk

Da kenne ich zumindest einen Deutschen der das mit seinem Bagger auch so gehandhabt hat.

151/20
22. April 2013, 16:55
Ich kenne doch einen ! Der hat sich aus 2cm Bordwaffenmessinghülsen der Russen solche Patronen gemacht. Aber das war nicht zu DDR Zeiten sondern erst kürzlich.

Mike

Es gibt da aber schon einen Unterschied bezgl. der Gefährlichkeit zwischen der Verwendung von 20mm ShVAK Hülsen als Schrothülsen und der Verwendung von Platzpatronenpulver als Treibladungspulver für eben diese.

H&K Schütze
22. April 2013, 18:10
Ja, das ist klar. Er verwendet ganz normales käufliches Pulver. ;) Die Hülsen dreht er ca. um die Hälfte ab.

Mike

catweasle
22. April 2013, 19:31
Moinmoin,

in Anbetracht der Wandstärke einer 20x99 R dürfte das eine Schrothülse geben, die ewig hält.

mfg

catweasle

bumm
24. April 2013, 10:48
Und wo bekomme ich jetzt Hülsen für russische 2cm Bordwaffe her?

catweasle
25. April 2013, 09:26
Moinmoin,

die Frage hab ich mir auch schon gestellt. Scheinen nicht allzu häufig zu sein.

mfg

catweasle

H&K Schütze
27. April 2013, 08:20
Also bei uns in den Wäldern um Berlin liegen die in Massen neben den 23er Hülsen rum. Viele suchen die mit Metalldetektoren. Auch alte Ostdeutsche Übungsplätze sind als Fundgebiet bekannt.

Mike